Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St.Gallen

«Willkommen, unsere Türen sind offen». Dies gilt für fast alle reformierten Kirchen im Kanton St.Gallen. Gleiches gilt auch, wenn Sie ein Anliegen an uns haben. Wenden Sie sich an Ihre Kirchgemeinde.

Oder Sie setzen sich direkt mit der Kantonalkirche, also der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen, in Verbindung. Sie finden uns am Oberen Graben 31 in 9000 St.Gallen. Erreichbar sind wir in der Regel werktags von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr unter 071 227 05 00 oder per Mail unter info@ref-sg.ch.

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Selbstvertreterinnen und Selbstvertreter

Gemeinsam für mehr Inklusion in der Kirche: Die Selbstvertretergruppe tauscht sich zweimal im Jahr untereinander und zusammen mit der Beauftragten Caroline Naeff aus. Die Mitglieder der Gruppe haben selbst eine Beeinträchtigung, und so erfährt die Kirche direkt von Bedürfnissen und Erwartungen. Die Selbstvertretergruppe trägt damit entscheidend dazu bei, dass die Stimmen von Menschen mit Beeinträchtigungen gehört werden und die Kirche inklusiver wird.

Lesen Sie untenstehend einige Portraits unserer kantonalkirchlichen Selbstvertreterinnen und Selbstvertretern und erfahren Sie, wie die Portraitierten ihre Selbstwirksamkeit entfalten!

Claudia Kühne hat eine kognitive Beeinträchtigung, sie braucht mehr Zeit bei der Bewältigung von Aufgaben. Doch ihre Überzeugung, dass alle Menschen ihre Stärken haben, treibt sie weiter an. Ihre eigenen zeigt sie beim Betreuen von Menschen, beim Freude schenken und bei der Liebe fürs Detail.

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9 Uhr morgens. Claudia Kühne steht mit einem Glas Hahnenwasser in der Hand im Lift. Wie jede Woche hat sie am Donnerstag frei. Normalerweise nutzt sie den Tag, um einkaufen zu gehen. Doch heute hat sie abgemacht, um von ihrem Engagement als Selbstvertreterin bei der reformierten Kantonalkirche St. Gallen zu erzählen. Noch bevor der Lift das dritte Stockwerk erreicht, kommt sie auf ihren bisherigen Morgen zu sprechen. «Ich war heute schon im Frühpilates.» Dies besucht sie jeden Donnerstag. «Das gibt mir sehr viel.» An den anderen Wochentagen arbeitet die 56 Jährige im Pflegeheim Bruggen. Dort betreut sie die Bewohnenden, serviert ihnen einen Kaffee und nimmt sich Zeit für Gespräche. «Es ist sehr schön, die Bewohnenden unterstützen zu können.» Umgekehrt wird sie auch von den Bewohnenden sehr geschätzt.

Sich die nötige Zeit nehmen
Claudia arbeitet bereits seit 36 Jahren im Pflegeheim Bruggen, noch immer gefällt es ihr dort sehr. Nach ihrer Anlehre als Haushaltlehrtochter wechselte sie für ein Praktikum in das Pflegeheim und blieb anschliessend dort. Sie machte den SRK Kurs als Pflegehelferin und den Betagtenpflegekurs SRK, bildete sich mit verschiedenen Kursen weiter. Seit Frühling 2018 ist Claudia beim Frühstücksdienst auf der Abteilung tätig, sie serviert den Kaffee und streicht Brote, erfragt den Menüplan und geht auf individuelle Wünsche ein.

Wegen ihrer Einschränkung brauche sie für gewisse Arbeiten halt etwas länger. Deswegen passe ihre jetzige Aufgabe auch so gut zu ihr. «Ich bin jemand der für die Bewohnenden Zeit hat.» Man kann sich gut vorstellen, wie Claudia Kühne mit ihrer Geduld und Ruhe eine Abwechslung in den sonst oft durchgetakteten Arbeitsalltag im Pflegeheim bringt. Diese Ruhe und Geduld kommen bei ihr nicht von ungefähr. Ihr Vater hat viele Bilder und Kunstsäule mit ganz verschiedenen Materialien gestaltet. Eine Kunst, die viel Geduld und Ausdauer erfordert. Ebenso ihre Beziehung zur Familie. Da erstaunt es kaum, dass Claudia Kühne ihren Vater bis zu seinem Tod vergangenen September intensiv begleitete, an seinem Bett sass, seine Hand hielt und immer und immer wieder versuchte, ihm Kraft zu geben. Die St. Gallerin erzählt davon mit einer Ausgeglichenheit. Ihre zwei offenen, grossen Augen blicken durch die breite Kunststoffbrille hindurch und strahlen eine Präsenz aus. Ihr Körper und ihre Stimme sind von einer inneren Ruhe geprägt. Nach einer kurzen Pause sagt sie: «Jeder hat seine Fähigkeiten.»

«Menschen, die Unterstützung brauchen»
Solche Fähigkeiten können auch erlernt werden. Dafür besuchte Claudia Kühne verschiedene Kurse Selbstvertreterin bei Pro Infirmis. «Ich habe gelernt, vor Leute zu stehen, mich selbst zu vertreten oder Grenzen zu setzen.» Unter anderem hat sie im Rahmen eines Kurses mit anderen einen Chäsehörnlistand am St.Galler Fest organisiert. Diese Erfahrungen kommen ihr zugute, wenn sie sich in Vereinen wie «Lodi goo» oder «Kultur für Alle» engagiert. Beides sind Vereine, die sich für die kulturelle und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung einsetzen. Dass sie bei beiden Angeboten nicht einfach nur dabei ist, zeigt sich spätestens als sie zur Untermalung ihrer Erzählungen je einen Flyer zu den Angeboten hervornimmt.

Die 56 Jährige ist überzeugt, dass alle Menschen ein Recht auf Inklusion haben. Das heisst für sie, dass die Gesellschaft als Miteinander von Allen – ob jung, alt, mit oder ohne Beeinträchtigung – verstanden wird. Ihr macht es Freude, wenn sie sich mit ihrer Freizeit für mehr Inklusion einsetzen kann. Sei dies bei einer Tandemführung in einem Museum, beim Sensibilisieren auf Sehbeeinträchtigungen mit Hilfe von Augenbinden oder beim Vernetzen im Netzwerk «Kulturinklusiv» von Pro Infirmis. Für sie geht dieses Engagement in eine ähnliche Richtung wie ihre Arbeit im Pflegeheim: «Es sind Menschen, die auf eine Weise Unterstützung brauchen.»

«Einfach dazu gehören können»
Als Selbstvertreterin in der reformierten Kantonalkirche hat Claudia Kühne einen weiteren Ort, um sich für mehr Inklusion einzusetzen. Dass dies in einem kirchlichen Rahmen ist, passt ihr gut. Selbst hilft sie immer wieder an verschiedenen Projekten in ihrer Kirchgemeinde mit. Dies widerspiegelt sich auch in ihrem Wunsch für die Entwicklung der Kirche: «Ich wünsche mir, dass Menschen mit Beeinträchtigung einfach dazu gehören können.» Dafür brauche es aber nicht unbedingt neue Angebote, sondern vor allem die Bereitschaft, alle Menschen mitzunehmen. Sei dies in einem Chor oder wie in ihrem Fall beim Zmorgen-Vorbereiten nach einer Rorate.
Eine Aufgabe die ins Bild von Claudia Kühne passt. Mit kleinen Details Personen eine Freude schenken, ihnen helfen. Sei es dem Vater die Hand zu halten, den Bewohnenden im Pflegeheim einen Kaffee zu servieren oder in der Selbstvertretendengruppe die Kirche niederschwelliger zu gestalten.

(Text: Diego Müggler)

Der 59-jährige Donato Lorusso engagiert sich an verschiedenen Orten für mehr Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung. In der Selbstvertretenden-Gruppe der reformierten Kantonalkirche St. Gallen bringt er dafür seine Erfahrungen ein. Ein Portrait darüber, was dieses Engagement für seinen Alltag bedeutet.

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Ein grossgewachsener Herr mit weissem Dreitagebart und grauem Kurzhaarschnitt. Dünne Drahtbügel halten zwei dicke, ovale Gläser vor seinen Augen; das eine fast geschlossen, das andere in Richtung Nase schielend. Seine Schritte verkleinern sich vor der Türschwelle, kurz nachdem sein Blindenstock im Rucksack verschwunden ist. Er fragt nach dem Weg. Donato Lorusso sieht nur ungefähr 5 Prozent. Doch er scheint gelernt zu haben, wie er mit seiner Beeinträchtigung durch die Gesellschaft kommt.

Verschiedene Kurse
Lorusse erzählt vom Atelier, in dem er arbeitet, vom Quartier Wolfgangshof, wo er gemeinsam mit seiner Frau wohnt oder von seinen vielen Engagements für mehr Mitbestimmung und Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen. So zum Beispiel der Verein "Lodigoo", mit dem er seit 20 Jahren fast jeden Monat eine Disco für Menschen mit und ohne Behinderung im St. Galler Talhof organisiert. Damit er sich besser für die Rechte von Beeinträchtigten einsetzen kann, hat er bei ProInfirmis verschiedene Kurse belegt. Zuerst einen Kurs als Selbstvertreter, dann absolvierte er eine Weiterbildung zum Inklusionsberater. In diesen Funktionen hilft Lorusso Organisationen beim Abbauen von Hürden. Er berät, gibt praktische Tipps und vertritt die Anliegen von Personen mit Beeinträchtigungen. So weiss er beispielsweise, welches Betriebssystem bereits eine eingebaute Vorlese-Funktion hat und welches nicht. Scheinbare Kleinigkeiten, die für Betroffene grosse Unterschiede machen und für Lorusso selbstverständlich dazugehören.

Etwas für die Gesellschaft tun
Wie er selbst die Entwicklung der Inklusion wahrnehme? Darauf antwortet Lorusso: "Es kommt langsam." Früher seien Institutionen für Menschen mit Beeinträchtigungen am Rand der Gesellschaft gewesen, heute liegen sie inmitten von Dörfern und Städten. Trotzdem sei es wichtig, am Thema dranzubleiben. Mit Blick auf die Inklusion in den Kirchgemeinden legt Lorusso einen Fokus auf Angebote, an denen sich Menschen mit Beeinträchtigung angesprochen fühlen. "Wichtig ist, dass wir einen Teil der Gesellschaft sind und selbst etwas Wertvolles für die Gesellschaft tun können." Dies bedeute für ihn wahre Inklusion. Durch seine Erfahrungen und Kurse hat Lorusso viele Menschen kennengelernt. Er sei gerne im Kontakt mit anderen Leuten und unternehme etwas mit ihnen. So ist eine Leidenschaft von Lorusso der Stadionbesuch. Nein nicht Fussball und FC St.Gallen – Eishockey und die Rapperswil-Jona Lakers sind sein Ding. "Sie sind zwar nicht die besten", meint er ruhig, trotzdem besitze er seit einigen Jahren die Saisonkarte. Dass er wegen seiner Sehschwäche den Eishockey-Puck nie sieht, sei dabei kein Problem. Es geht um die Atmosphäre, das Erlebnis und die Gemeinschaft. Während andere auf das rote Licht über dem Goal starren, um zu wissen, wann ein Tor erzielt wurde, stützt er sich dafür völlig selbstverständlich auf seine anderen Sinne: "Ein Tor, das merkt man schon."

"Eine gute Sache"
Ein anderer Ort, an dem Lorusso den Kontakt mit Menschen pflegt ist Schwarzsee, ein kleines Dorf eine knappe Stunde Busfahrt südlich von Fribourg. Denn im dortigen Campus finden die Ausbildungskurse für die Zivildienstleistenden aus der ganzen Schweiz statt. Regelmässig nimmt er die weite Fahrt auf sich, um in diesen Kursen die Perspektive von Menschen mit Beeinträchtigung einzubringen. "Damit kann ich die Zivis für unsere Perspektive sensibilisieren." Und so wird in den Kursen nicht nur über Menschen mit Beeinträchtigung gesprochen, sondern direkt mit ihnen. Über all seine Engagements und Kontakte sei Lorusso schliesslich auch in der Selbstvertretenden-Gruppe der reformierten Kantonalkirche gekommen. "Ich wurde anfragt und habe ja gesagt." Er selbst sei zwar katholisch aufgewachsen, aber das stelle für sein Engagement kein Problem dar. Denn es gehe ihm vor allem darum, seine Erfahrungen einzubringen damit auch in diesem Lebensbereich Fortschritte bei der Inklusion erzielt werden. Lorusso scheint nicht zum ersten Mal über seine Engagements und Inklusion zu erzählen. Er wirkt locker, als wäre das Gespräch eines von vielen in seiner Agenda. Als wäre es in unserer Gesellschaft das normalste dieser Welt, sich für mehr Inklusion einzusetzen. Das ist es für ihn wahrscheinlich auch. Auf seine Beweggründe für sein Engagement angesprochen, antwortet er, dass ihm dieser Einsatz Spass mache. Und fügt leger hinzu: "Es ist halt eine gute Sache."

(Text: Diego Müggler)

Begegnung, Bildung und Mitbestimmung prägen das Leben von Natascha Oberholzer. Ob in der Disco, in Kursen oder in der Selbstvertretendengruppe der reformierten Kantonalkirche – sie setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Beeinträchtigungen gesehen und ernst genommen werden.

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Seit 20 Jahren trifft sich Natascha Oberholzer jeden ersten Dienstag im Monat im Talhof in St. Gallen zu einer Disco. 2006 hat sie mit anderen zusammen, den Verein "Lodigoo" mitgegründet und organisiert seither den monatlichen Anlass mit. Dieser richtet sich an Menschen mit und ohne Beeinträchtigung und soll als Begegnungsort dienen. "Einfach Mal am Abend nach der Arbeit mit anderen in Kontakt kommen", das schätzt die 55-Jährige mit einer Sehbeeinträchtigung sehr. Letztens habe sie dort einen alten Schulkollegen von ihr getroffen, eine schöne Überraschung!

Eine Überraschung ist es vor allem, da Natascha Oberholzer nicht in der Kantonshauptstadt, sondern in Schmerikon am Zürichsee aufgewachsen ist. Erst später zog sie nach St. Gallen – eine Stadt, die sie bis dahin nicht gut kannte. Doch anstatt sich in der neuen Stadt zu verlieren, wollte sie sich einbringen und integrieren. Dafür besuchte sie verschiedene Kurse bei der Pro Infirmis, lernte dort viele andere Leute kennen und erwarb verschiedenste Fähigkeiten: "Dort lernt man praktisches Zeug wie das Ausfüllen einer Steuererklärung." Sie ist voll im Gespräch, formuliert laut und klar. Ihre Hände unterstreichen das Gesagte mit lebendigen Gesten. Man kann sie kaum falsch verstehen. Ob sie dies auch in Kursen gelernt hat? Kann gut sein. "Man kommt nur weiter, wenn man sich einbringt", ertönt es unmissverständlich von ihr. Und dafür seien diese Kurse von unglaublichem Wert.

Offenheit für Neues
Seit Anfang Jahr verbringt Natascha Oberholzer vier Wochentage in der Tagesstätte "Dreischiibe" in St. Gallen. Collagen erstellen, Mandalas malen oder Rätsel lösen gehören in ihren Tagesplan genauso wie körperliche Aktivitäten wie Yoga. Ihr gefalle vor allem, dass man wie in einer Familie unterwegs sei und gemeinsam immer wieder Neues erleben könne. "Ich bin erstaunt, was ich hier alles schon mitgemacht habe!" Um ihren Horizont zu erweitern, nutzt Oberholzer regelmässig Angebote von Pro Infirmis. Einmal konnte sie auf einer Baustellenbesichtigung beim Kantonsspital St. Gallen teilnehmen, als plötzlich ein REGA-Helikopter gerade vor der Gruppe daherkam und landete. "Das war eine tolle Überraschung!" Am meisten geblieben ist ihr aber ein Anlass in Frauenfeld. "Ich wollte schon immer Mal jemanden treffen, der die Menschen mit Beeinträchtigungen im Parlament vertritt." So kam an diesem Anlass plötzlich der Nationalrat Christian Lohr, der selbst eine körperliche Beeinträchtigung hat. "Da ist ein Traum in Erfüllung gegangen."

"Das schweisst zusammen"
Natascha Obertholzer interessiert sich sehr dafür, was in der Welt vor sich geht. Sie spricht gerne über Politik, erwähnt einen Ausflug in das Bundeshaus, bei dem sie an verschiedenen Kursen zum Thema Inklusion teilnehmen konnte. Dass mittlerweile drei Parlamentsmitglieder mit Beeinträchtigungen auf nationaler Ebene politisieren, gibt ihr Selbstvertrauen und das Gefühl, besser gesehen zu werden. "Das ist auch das Ergebnis von vielen Projekten, die in diesem Bereich durchgeführt wurden." Eines dieser Parlamentsmitglieder – Nationalrat Philipp Kutter – konnte sie vor zwei Jahren bei einem weiteren Besuch im Bundeshaus treffen und mit ihm sprechen. "Ich habe ihn darauf angesprochen, wie die Selbstbestimmung für ihn ist." Er habe geantwortet, dass es nicht immer einfach sei. Dazu sagt Natascha Oberholzer: "Auch wenn er ein Politiker in Bern ist, das sind Dinge, die uns zusammenschweissen."

Ernst genommen werden
Es erstaunt kaum, dass eine so breit interessierte Person sich auch auf persönlicher Ebene für mehr Inklusion und Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen einsetzt. Als Mitglied des INSOS-Rates bringt sie ihre persönliche Perspektive direkt beim Branchenverband der sozialen Organisationen ein und diskutiert dort die Haltung des Verbandes zu wichtigen politischen Themen. Das ist für sie ein weiterer Ort, an dem sie vieles lernen kann und ihr selbst Halt gibt: "Seit ich solche Sachen mache, bin ich viel stärker geworden." Auch in der Selbstvertretendengruppe der reformierten Kantonalkirche setzt sie sich gerne ein: "Hier kann ich mitreden, Ideen einbringen und Personen unterstützen." Da spiele es für sie auch keine grosse Rolle, dass sie selbst nicht reformiert, sondern katholisch sei. Denn für die geborene Schmerikerin ist es wichtig, gemeinsam zu glauben. Auch wenn sie nicht oft in der Kirche sei, zeigt sie sich überzeugt: "Jeder trägt auf seine Art einen Glauben mit."

Für den Umgang der Kirche und der Gesellschaft mit Menschen mit Beeinträchtigungen wünscht sich Natascha Oberholzer vor allem etwas: "Dass man uns ernst nimmt, so wie wir sind." Dazu gehören für sie ein bewusster Umgang mit dem Thema, mit entsprechenden Personen aber auch mit der eigenen Sprache. "Wenn jemand eine Frage zum Thema hat, kann man auch direkt auf die Person zugehen und nachfragen." So bestehe nämlich die Möglichkeit, selbst etwas dazuzulernen.

(Text: Diego Müggler)