Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St.Gallen

«Willkommen, unsere Türen sind offen». Dies gilt für fast alle reformierten Kirchen im Kanton St.Gallen. Gleiches gilt auch, wenn Sie ein Anliegen an uns haben. Wenden Sie sich an Ihre Kirchgemeinde.

Oder Sie setzen sich direkt mit der Kantonalkirche, also der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen, in Verbindung. Sie finden uns am Oberen Graben 31 in 9000 St.Gallen. Erreichbar sind wir in der Regel werktags von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr unter 071 227 05 00 oder per Mail unter info@ref-sg.ch.

Schliessen

Persönlichkeitsschutz in der Kirche

Wenn sich Personen im Umfeld der Kirche in ihrer Integrität verletzt fühlen, können Sie sich an unabhängige Fachpersonen wenden.

Was sind Grenzverletzungen?

Emotionale Grenzverletzungen

Wo Menschen miteinander in Kontakt kommen, sind Emotionen im Spiel. In belastenden Beziehungen können Worte und Verhaltensweisen missbräuchlich angewendet werden und das Gegenüber emotional und in seiner Würde verletzen oder abhängig machen.

Sexuelle Grenzverletzungen

Sexuelle Grenzverletzungen liegen vor, wenn kirchliche Mitarbeitende (Angestellte, Ehrenamtliche oder Freiwillige) ihr Amt oder ihre Position ausnützen, um eigene sexuelle Bedürfnisse oder Machtwünsche auszuleben. Jede von der betroffenen Person erlebte Verletzung der Intimsphäre und jede Form der Abwertung gelten dabei als sexuelle Gewalt, beispielsweise anzügliche Bemerkungen, unerwünschte Körperkontakte sowie sexistische Botschaften oder Bilder via elektronische Kanäle.

Betroffen von Konflikten

Viele Konflikte in Kirchgemeinden lassen sich mit den in der Kirche dafür vorgesehenen Wegen und Zuständigkeiten lösen. Wenn Konflikte aber destruktiv oder emotionalisiert sind, ist eine konstruktive Lösung oft nicht mehr möglich. Es kann zudem sein, dass Ihnen die vorgesehenen Wege nicht offen stehen, dass Sie sich trotz entsprechender Beratung in Ihrer Persönlichkeit stark eingeschränkt fühlen oder dass Sie als Unbeteiligte/-r von einem Konflikt anderer stark betroffen sind.

Mobbing

Unter Mobbing versteht man länger andauernden Psychoterror von einer Gruppe von Kollegen/-innen und/oder Vorgesetzten zum Beispiel in der Schule oder am Arbeitsplatz gegenüber einer einzelnen Person. Mobbing unterscheidet sich von Arbeitsplatzkonflikten dadurch, dass eine einzelne Person ausgegrenzt wird.

Mehr dazu siehe Merkblatt im Downloadbereich.

Was tun bei einer Grenzverletzung

Der Kirchenrat hat Richtlinien erlassen, welche das Vorgehen von Kirchenvorsteherschaften, Kommissionen und anderen vorgesetzten Stellen bei Verletzungen des Persönlichkeitsschutzes regeln. Siehe GE 55-90 in der "Sammlung gültiger Erlasse".

Die Kontaktgruppe hilft

Eine kantonsweit tätige Kontaktgruppe bildet ein Netz von fachlich ausgewiesenen Ansprechpersonen. An sie kann man sich unter Wahrung des Beratungsgeheimnisses wenden. Sie ist da für:

  • Opfer
  • Beobachter/-innen
  • potenzielle oder tatsächliche Täter
  • bei Mobbing, emotionalen oder sexuellen Grenzverletzungen oder wenn man bei Konflikten die vorhandenen Wege nicht nutzen kann.

Die Mitglieder der Kontaktgruppe führen Erstgespräche, vermitteln wenn nötig eine Therapie und leisten Unterstützung, wenn eine Strafanzeige nötig ist. Sie arbeiten vertraulich. Die Kontaktgruppe achtet darauf, dass Opfer und Täter nie von der gleichen Person beraten werden. Mehr Infos zur Kontaktgruppe siehe Merkblatt.

Adressen der Kontaktgruppe

Die Adressen der Fachpersonen sind im Merkblatt zu finden (siehe Download am Blattfuss) oder auf dem Telefonbeantworter der Nummer 071 222 04 55 abrufbar.

Zusätzliche hilfreiche Adressen

Informationsmittel

Zur Information gibt es ein Merkblatt (siehe Download), das in jeder Kirchgemeinde auf den wichtigsten Infoständern permanent vorhanden sein sollte. Ausserdem gibt es ein Werkheft zu den vier wichtigsten Themen (pdf).

Merkblatt und Werkheft können einzeln oder in Sammelpaketen bestellt werden bei: agem@ref-sg.ch

Prävention und Weiterbildung

Mitarbeitende und Gremien in der Kirche werden regelmässig für den Persönlichkeitsschutz sensibilisiert und geschult, damit sie emotionale und sexuelle Übergriffe als solche erkennen, darüber reden und angemessen reagieren können. 

Für Kirchgemeinden können ein Verhaltenskodex oder eine Selbstverpflichtung wirksam sein, z.B. wenn er von der Kirchenvorsteherschaft erlassen und mit den entsprechenden Mitarbeitenden und Freiwillgen regelmässig thematisiert wird. Unten finden Sie individuell bearbeitbare Mustervorlagen.

Für die Organisation des Persönlichkeitsschutzes und Informationsmittel ist Veronika Longatti verantwortlich.

Hilfsmittel Persönlichkeitsschutz