Der Name Ibasho stammt aus Japan. Ibasho Projekte gibt oder gab es in Japan, Singapur, Nepal und auf den Philippinen, jeweils von der Non-Profit-Organisation „Ibasho“ initiiert und unterstützt. Ibasho ist eine Caring Community, eine sorgende Gemeinschaft, in der ältere Menschen ihre Ressourcen für das Wohl der Gemeinschaft einsetzen. Getragen wird «Ibasho St.Gallen» von der Evangelisch-reformieren Kirche des Kantons St.Gallen, der reformierten Kirchgemeinde Straubenzell St.Gallen West und dem Institut für Altersforschung der OST.
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«Die Idee von ‘Ibasho’ überzeugt mich, weil sie niederschwellig ist»
„Ibasho“ - im Westen der Stadt St.Gallen soll ein Ort entstehen „wo man sich selbst sein kann“. Kirche und Fachhochschule helfen mit, dass aus einer kleinen Gruppe eine sorgende Gemeinschaft wird.
(7. Juni 2026) „Paradiesli“, ein Treff im Westen von St.Gallen am Donnerstagnachmittag. Zwei Frauen sitzen an der Sonne und plaudern, in der Hand eine Tasse Kaffee. „Ibasho“ steht auf einer Tafel „Ort zum Sein und Mitmachen – einfach reinkommen“. Drinnen sitzen Susanne, Stefan und Corinne zusammen mit Rhea um den langen Tisch. Sie sind vertieft ins Gespräch. Es geht darum, ob sie doch mehr anbieten sollten als „nur“ einen Raum zum Sein.
Sich selbst sein
Susanne und Corinne sind Teil der Kerngruppe von Ibasho. Auch Stefan verfolgt Ibasho seit Beginn, und Rhea begleitet das Projekt vom Institut für Altersforschung der OST, Ostschweizer Fachhochschule.
„Ibasho“ ist japanisch und bedeutet „Ort, an dem man sich selbst sein kann“. Daran kauen Susanne, Stefan und Corinne gerade heute. Wenn sie nichts anbieten würden, bestehe die Gefahr, dass zu wenige kämen. Und wenn sie ein Programm auf die Beine stellten, dann seien sie einfach ein Anbieter unter vielen; ein weiterer Ort, wo man konsumieren könne. Das möchten sie mit „Ibasho“ nicht sein. Ibasho ist eine Caring Community, eine sorgende Gemeinschaft, in der ältere Menschen in der Führungsrolle stehen (siehe Kasten).
Susanne, Stefan und Corinne möchten den Ort zum Leben bringen: Sie sind pensioniert, sie haben Zeit und wollen sich einbringen. Susanne und Corinne leben im Quartier. «Ich mache gerne dort mit, wo nicht schon von Beginn weg alles klar ist», sagt Corinne. Ihr schwebt vor, dass «Ibasho» einmal ein Ort sein wird, wo sich unterschiedlichste Menschen treffen. «Ein paar schreiben dann auf eine Tafel, was sie gemeinsam tun möchten. Weitere können sich anschliessen – oder auch nicht».
«Die Idee von ‘Ibasho’ überzeugt mich, weil sie niederschwellig ist», sagt Susanne. «Ibasho» könnte beispielsweise Türöffner für Leute sein, die in der Nähe wohnen und weniger Teilhabe haben. Es könnte ein Ort sein, wo man sich gegenseitig unterstützt oder einfach ein Ort, wo man sich wohlfühlt.
Asien interessiere ihn, sagt Stefan und er finde es gut, dass sich auch die Kirche am Projekt beteilige. Darum sei er gekommen. Schon früher hat er sich kirchlich engagiert. «Zudem ist es wichtig, dass sich ältere Menschen gegenseitig unterstützen. Allein schon, weil es immer mehr ältere Menschen gibt».
Ibasho soll wachsen
Inzwischen sind die beiden Frauen von draussen wieder hereingekommen und ein weiterer Gast hat sich zur Runde gesetzt. Susanne holt noch einen Kaffee. Noch ist «Ibasho» am Start. Wer weiss, wie sich das Projekt entwickelt. Sicher ist - damit aus der kleinen Gruppe eine sorgende Gemeinschaft wird, brauchen Corinne, Susanne und Stefan Energie und Gelassenheit; die Energie und Gelassenheit, die sie aus ihrer Lebenserfahrung schöpfen. Andreas Ackermann