Alljährlich zum Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag verfasst der Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen ein Mandat, in dem er sich zu gesellschaftlichen Fragen aus kirchlicher Perspektive Gedanken macht. Buss- und Bettage haben in der Schweiz seit dem Mittelalter Tradition. Ursprünglich wurden die Mandate von staatlichen Behörden verfasst.
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Danken, versöhnen, beten
Im diesjährigen Mandat zum Bettag betont Urs Noser, Kirchenrat der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen, dass für unser Zusammenleben drei Dinge wichtig sind: der Dank, die Versöhnung und das Gebet – mehr denn je.
(11. September 2026) «Der eidgenössische Dank-, Buss-, und Bettag lädt ein, Dankbarkeit und Solidarität in der Schweiz über die Konfessions- und Glaubensgrenzen hinweg zu stärken», schreibt Urs Noser, Kirchenrat der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen, im Mandat zum diesjährigen Bettag, den wir am kommenden Sonntag, 20. September feiern. Gerade in der heutigen Situation sei dieser Dreiklang des Bettags dringend: Dank, Versöhnung, und Gebet.
Denn in einer Welt, die momentan von Krisen geprägt sei, rufe der Bettag dazu auf, den Blick auf das Positive zu lenken – etwa die Schönheiten der Schöpfung oder den Frieden – und dafür zu danken. Zudem bedeute Busse nicht, mit dem moralischen Zeigefinger auf andere zu zeigen, sondern sei viel mehr eine Haltung der Umkehr, der Versöhnung – bei der man auch das eigene Handeln hinterfrage. Und schliesslich gelte es zu beten, für unser Land, für den Frieden in der Ukraine, in Nahost, für eine bessere Welt.
Noser erinnert schliesslich an den bekannten Vers aus der Bibel: «Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die grösste unter ihnen.» (1. Korinther 13,13) Und schliesst dann den Text mit der Hoffnung: «Der Bettag ist der Tag, an dem wir uns neu dazu bekennen: Wir lassen uns nicht von Angst, Gleichgültigkeit oder Egoismus bestimmen, sondern leben aus einer Kraft, die grösser ist als wir.» kid/Ack