Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 
     
  Jubiläumsjahr 2003: Bibel-Veloweg oder lieber eine Motette?  
  2003 - auch ein kirchliches Jubiläumsjahr. Nicht nur der Staat, auch die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen feiert im Jahr 2003. Und sie legt die Hände nicht in den Schoss und blickt auf 200 Jahre zurück. Nein, sie will sich ihrem Leitsatz «nahe bei Gott ­ nahe bei den Menschen» verpflichten, und hat eine Reihe Projekte vorbereitet: Gemeinschaft und Solidarität sollen gefördert und gestärkt werden.  
     
 

Der Zeit entsprechend, neu und im wahrsten Sinne des Worts reformiert, muten die Projekte der jubilierenden Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen an. «Wir haben einerseits neun Projekte mit den Kirchgemeinden und für die Kirchgemeinden erarbeitet. Andererseits widmet sich das speziell für das Jubiläum ins Leben gerufene Komitee sieben weiteren Ideen», erklärt die Vorsitzende des Komitees und Kirchenratsvizepräsidentin Renate Meyer-Koprio. Ihr zur Seite steht unter anderen Leo Utelli als Koordinator. Für ihn als Pfarrer ist klar: «Das kirchliche Leben ist vielfältig. Wir wollen dieser Tatsache entsprechen und werden uns nicht nur auf einen Festakt beschränken.» Utelli selbst kümmert sich um «Bibel unterwegs». Eine Jubiläumsbibel wird zusammen mit einem Segensbuch durch die drei Kirchenbezirke unterwegs sein und damit auch Impulse, gute Gedanken und Anregungen: Denn das Segensbuch soll von Gemeindegliedern gestaltet werden. Unterwegs sein, so hofft die Verantwortliche für den Bibel-Veloweg, Rita Dätwyler, werden auch viele Familien, Schulklassen oder Einzelpersonen, wenn dereinst der Weg mit Tafeln ausgeschildert ist. «Das Echo auf die Veloweg-Idee war sehr gross», ist die Projektleiterin erfreut. Statt der vorgesehenen 60 sollen gar 74 Tafeln auf dem ganzen Kantonsgebiet aufgestellt werden.
  

 
 
  

Rita Dätwyler, Verantwortliche für den Bibel-Veloweg, radelt bereits jetzt durch die Gegend.

Foto: Markus Dätwyler

     
 
 

Memory und Kreuzworträtsel
Während der Veloweg von Jung und Alt unter die Räder genommen werden kann, geht ein Memory auf Schülerinnen und Schüler der Unterstufe ein. «Bis heute haben sich 38 Kirchgemeinden gemeldet und 2200 Exemplare des Unterrichtsmaterials zur Geschichte Noahs bestellt», sagt eine zufriedene Margrit Eggenberger. Ebenfalls als Unterrichtshilfe, jedoch für die Oberstufe, ist ein Kreuzworträtsel gedacht. Der Verantwortliche Paul Strasser tüfelt, damit die Fragen, respektive Antworten über die Kirchengeschichte, Bibel und Verfassung senkrecht wie waagrecht übereinstimmen. Bereits geschrieben ist ein Text von Hans Ruedi Fischer für eine Motette, die Peter Roth vertont hat. Aufgeführt wird sie im Rahmen verschiedener regionaler Treffen mit mehr als 20 Chören und Gesangsgruppen. Einem anderen Spektrum des Liederguts, dem Gospel, werden sich fünf Treffen mit Aufführungen unter der Leitung von Urs Leuenberger widmen. Etwas stiller geht es laut Leo Utelli beim Projekt «Gemeinden finden zu den Gemeinden» und dem Schulprojekt «Visionen» zu und her. «Zwischen den Gemeinden, respektive auf der Mittelstufe zwischen verschiedenen Religionsklassen, soll ein Austausch entstehen.»
  

 
 

Die Idylle trügt. Am Sitz der Evangelisch-reformierten Kirche wird emsig gearbeitet.

Foto: Katharina Meier

    
     
 

Mit Oase an der OFFA
Und Ruhe kehrt schliesslich in der «Oase» ein. Die Reformierten des Kantons St. Gallen sind im April an der Offa zu Gast: Junge Erwachsene gestalten mit Pfarrpersonen einen Raum der Stille und der Besinnung. Der Veranstaltungen und Projekte nicht genug: Die Rauminstallation «Von Liebe wegen» hat Niklaus von Flües Brief an die Berner Ratsherren zum Inhalt. Fünf Vorlesungen an der Uni St. Gallen greifen bedeutende Persönlichkeiten auf. Der Bettag soll besonders gefeiert werden: Alle vier öffentlich-rechtlich anerkannten Religionsgemeinschaften treffen sich zum Gottesdienst in der St.Galler Kreuzbleichehalle. Ein SMS-Gottesdienst machts möglich, in der Badewanne einen Segensspruch zu erhalten. Und das Internet lädt zum Surfen ein. Zudem können hier zu diversen Themen Texte geschrieben werden. «Die Besten werden ausgezeichnet», wissen die Verantwortlichen und hoffen, dass die vielen Projekte Anklang finden.

Katharina Meier im St. Galler Kirchenboten Dezember 2002

 
     
© Alle Bilder und Texte sind Eigentum der
Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen, Schweiz