Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 
     
  Jubiläumsjahr 2003: Ein Raum der Stille an der OFFA in St. Gallen  
 

Die St. Galler Reformierten hatten an der Ostschweizer Frühlings- und Freizeitmesse (OFFA) vom 9. bis 13. April 2003 einen eigenen, viel beachteten Auftritt mit einem Stand.

Einige Impressionen mit Bildern
 

 

 
 

Der Medienbericht vor der OFFA:

Moralisieren? Nein, dem Menschen nahe kommen.

Die St. Galler Reformierten feiern das 200-jährige Bestehen ihrer Kirche: Sie gehen deshalb «fremd», nehmen erstmals an einer St. Galler Publikumsmesse teil und zeigen an der OFFA die Sonderschau «Oase ­ Orte der BeSINNung» und wollen so dem Menschen nahe kommen.
Wenn die St. Galler Kantonalkirche an der 27. Ostschweizer Frühlings- und Freizeitmesse mitwirkt, bietet sie keine feierlichen Gebete oder vertraute Kirchenlieder an: Sie lädt ein zum Innehalten. «Oase Orte der BeSINNung» nennt sich das Projekt. «Wir wollen die Kirche und die Religion auf eine neue Art erfahrbar machen, eine neue Art der Verkündigung praktizieren», sagt Projektkoordinator Leo Utelli.


«Orte der Besinnung» heisst die OFFA-Sonderschau der St. Galler Kantonalkirche. Die Natur gehört dazu. Bild: Daniela Schönenberger
 
 

Erfahren und erleben
Der Mensch, geprägt von Hoffnung, Kraft, Trauer, Frieden, Freude aber auch Hass, wird diese Themen in sechs Räumen intensiv erfahren, erleben und spüren. «Für uns stellte sich die Frage, wo die Orte der Besinnung in der Natur sowie im Glauben zu suchen und zu finden sind», erklärt Monika Laib. Sie und ihr Team vom Amriswiler Blumenladen «Ginkgo» sind zuständig für die Gestaltung der sechs Räume. Es wurden Räume des intensiven Erlebens geschaffen: Mit gezielt ausgewählten Farben, Blumen, Pflanzen, Produkten aus der Natur und Möbeln. Die Kraft wird beispielsweise mit einer Pflanze dargestellt, die in wenig Erde trotzdem spriesst. «Sie versinnbildlicht den Willen zum Leben», sagt die 35-jährige Floristin. Und nebst der Kraft, der Hoffnung, Trauer und Freude sowie des Friedens, wird auch dem Hass ein Ort eingeräumt, wenn auch sehr eingeengt. «Er soll im übertragenen Sinn gar keinen Platz haben, denn er passt weder in den Stand, noch in das Leben, noch in die Welt.»

Zu den Menschen gehen
«Der Besucher, die Besucherin von der «Oase» soll im wahrsten Sinn des Wortes zur Besinnung kommen, soll den Glauben via Erlebnis erfahren. Die Räume sollen eigene Erfahrungen wecken, Wegzeichen setzen, Ermunterung sein und Stärkung auf den Weg mitgeben», so Leo Utelli.«Oase» kommt mit wenigen Worten aus. Aussen am Pavillon steht ein weltliches Leitwort zum Thema des betreffenden Raumes. Im Innern des Raum regt ein Wort der Bibel zur Besinnung an. «Damit wollen wir zeigen, wie nah Gottes Wort am Leben ist», sagen die Verantwortlichen. Sie wollen an der Ostschweizer Frühlings- und Freizeitmesse nicht moralisieren. Die Aussteller wünschen sich, dass jeder etwas Persönliches für sich mit nach Hause nimmt oder auch am Stand die Gelegenheit wahrnimmt, für ein persönliches Gespräch mit Seelsorgern oder mit Leuten vom Netzwerk «Junge Erwachsene». Für Leo Utelli ist wichtig: «Mit 'Oase' geht die Kirche hin zum Menschen und setzt damit auf ihre Art die Leitidee der St. Galler Kirche «nahe bei Gott, nahe bei den Menschen» um.»

Katharina Meier, März 2003


 

 
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