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Der Medienbericht vor der
OFFA:
Moralisieren? Nein, dem Menschen nahe kommen.
Die St. Galler Reformierten feiern das 200-jährige Bestehen
ihrer Kirche: Sie gehen deshalb «fremd», nehmen erstmals
an einer St. Galler Publikumsmesse teil und zeigen an der OFFA die
Sonderschau «Oase Orte der BeSINNung» und wollen
so dem Menschen nahe kommen.
Wenn die St. Galler Kantonalkirche an der 27. Ostschweizer Frühlings-
und Freizeitmesse mitwirkt, bietet sie keine feierlichen Gebete
oder vertraute Kirchenlieder an: Sie lädt ein zum Innehalten.
«Oase Orte der BeSINNung» nennt sich das Projekt. «Wir
wollen die Kirche und die Religion auf eine neue Art erfahrbar machen,
eine neue Art der Verkündigung praktizieren», sagt Projektkoordinator
Leo Utelli.
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«Orte der Besinnung» heisst die OFFA-Sonderschau der
St. Galler Kantonalkirche. Die Natur gehört dazu. Bild: Daniela
Schönenberger |
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Erfahren und erleben
Der Mensch, geprägt von Hoffnung, Kraft, Trauer, Frieden, Freude
aber auch Hass, wird diese Themen in sechs Räumen intensiv
erfahren, erleben und spüren. «Für uns stellte sich
die Frage, wo die Orte der Besinnung in der Natur sowie im Glauben
zu suchen und zu finden sind», erklärt Monika Laib. Sie
und ihr Team vom Amriswiler Blumenladen «Ginkgo»
sind zuständig für die Gestaltung der sechs Räume.
Es wurden Räume des intensiven Erlebens geschaffen: Mit gezielt
ausgewählten Farben, Blumen, Pflanzen, Produkten aus der Natur
und Möbeln. Die Kraft wird beispielsweise mit einer Pflanze
dargestellt, die in wenig Erde trotzdem spriesst. «Sie versinnbildlicht
den Willen zum Leben», sagt die 35-jährige Floristin.
Und nebst der Kraft, der Hoffnung, Trauer und Freude sowie des Friedens,
wird auch dem Hass ein Ort eingeräumt, wenn auch sehr eingeengt.
«Er soll im übertragenen Sinn gar keinen Platz haben,
denn er passt weder in den Stand, noch in das Leben, noch in die
Welt.»
Zu den Menschen gehen
«Der Besucher, die Besucherin von der «Oase» soll
im wahrsten Sinn des Wortes zur Besinnung kommen, soll den Glauben
via Erlebnis erfahren. Die Räume sollen eigene Erfahrungen
wecken, Wegzeichen setzen, Ermunterung sein und Stärkung auf
den Weg mitgeben», so Leo Utelli.«Oase» kommt
mit wenigen Worten aus. Aussen am Pavillon steht ein weltliches
Leitwort zum Thema des betreffenden Raumes. Im Innern des Raum regt
ein Wort der Bibel zur Besinnung an. «Damit wollen wir zeigen,
wie nah Gottes Wort am Leben ist», sagen die Verantwortlichen.
Sie wollen an der Ostschweizer Frühlings- und Freizeitmesse
nicht moralisieren. Die Aussteller wünschen sich, dass jeder
etwas Persönliches für sich mit nach Hause nimmt oder
auch am Stand die Gelegenheit wahrnimmt, für ein persönliches
Gespräch mit Seelsorgern oder mit Leuten vom Netzwerk «Junge
Erwachsene». Für Leo Utelli ist wichtig: «Mit 'Oase'
geht die Kirche hin zum Menschen und setzt damit auf ihre Art die
Leitidee der St. Galler Kirche «nahe bei Gott, nahe bei den
Menschen» um.»
Katharina Meier, März 2003
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