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User heute: 208 Seit 2.4.06: 1284793 User online: 11 Statistik
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Jubiläumsjahr 2003: Ein Werk zweier Obertoggenburger
erklingt in Wattwil |
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Zum Jahr der Bibel sangen 28 Chöre
von St. Galler Kirchgemeinden die Motette von Peter Roth und
Hansruedi Fischer. Bericht von der Uraufführung.
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"Je häufiger wir die Motette
sangen, desto mehr ist sie mir ans Herz gewachsen", sagt eine
Sängerin nach dem Abendgottesdienst vom 22. Juni 2003 in Wattwil.
Gemeinsam übte sie mit 28 Chören aus dem Kanton St, Gallen
die Motette, die zum 200 Jahr Jubiläum der reformierten Kantonalkirche
geschrieben wurde.
Zum Jubiläum lud die die Kantonalkirche St. Gallen sieben
schreibgewandte Personen ein, in einem anonymen Wettbewerb den achten Psalm
zu interpretieren. Die Jury hat die Version von Hansruedi Fischer aus Wildhaus
ausgewählt. Peter Roth, der bekannte Toggenburger Musiker, komponierte dazu
die Melodie.
Nicht nur in Wattwil, auch im Rheintal, in St. Gallen und in Wil wurde die Motette
von Peter Roth und Hansruedi Fischer zum verbindenden Element der 28 Kirchenchöre
mit den rund 900 Sängerinnen und Sängern. "Es ist ein wunderschönes,
eingängiges Werk", sagt die Sängerin aus Wattwil und strahlt.
"Die
Motette war nicht schwierig einzuüben und sie berührt mit Text und
Musik in der Tiefe des Herzens". Bereits im Winter haben sich interessierte
Chorleiterinnen und Leiter in St. Gallen mit Peter Roth und Hansruedi Fischer
getroffen und sich anstecken lassen von der Aussagekraft des Textes und der Musik.
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Hoffnungsvolle
Wegrichtung
"Nahe bei Gott, nahe bei den Menschen" heisst das Leitwort des Jubiläumsjahres.
Als "Nahe bei Gott und nahe bei den Menschen" definiert sich die Kirche
heute. Darum galt die Vorgabe des Wettbewerbs, neben der Interpretation des 8. Psalms
auch diesen Leitsatz zu verwenden. Was Hansruedi Fischer, Kommunikationsbeauftragter
der reformierten Kirche des Kantons St. Gallen daraus gemacht hat, klingt
stark und hoffnungsvoll. Er spricht Menschen an, die in der Kirche beheimatet
sind,
ebenso wie Menschen, die sich der Kirche fremd fühlen, denn er nimmt die
urmenschliche Sehnsucht nach sinnvoller Ausrichtung auf, weist aber unbelastet
die Richtung. "Nahe bei dir, werden auch wir, Nachbarn, Geschwister, Gemeinde
in dir."
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Am
22. Juni kommt es zur Uraufführung der Motette, die aus Anlass
der 200-jährigen reformierten Kirche des Kantons St. Gallen
komponiert wurde. Bild: meka |
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Loblied
Der 8. Psalm ist ein Loblied, das David zugeschrieben wird. Darin preist er Gott.
Ihm gebührt Macht und Herrlichkeit. Staunend bewundert der Psalmist
die Grösse Gottes, die Weite des Himmels. Ehrfürchtig ist er sich
bewusst, dass Gott dem Menschen, klein und schwach nur, zugewandt ist und
ihm die Schöpfung anvertraut hat. Hansruedi Fischer hat die Stossrichtung
dieses Psalms aufgenommen und in neuen, bildhaften Begriffen interpretiert.
"Weltenweiten weiten sich zu Ewigkeiten", "Freund und freundlich
zu allen" beschreibt
er Gott. Die Sterne nennt er "erdenfern" und den Mond
als "Wächter, kalter Nächte". Und schlicht drückt
er Gottes Zuneigung zu allem Lebenden damit aus, dass selbst die Menschen,
einschliesslich
der Kinder Gott nicht zu schade sind. Gottes Liebe überquillt, ist Licht
und Wasserquelle und führt aus der Dämmerung.
Diesen Lobpreis hat Peter Roth in seinem Lied aufgenommen. Unüberhörbar
ist die Handschrift des bekannten Toggenburger Musikers zu hören. Immer
wieder schimmern die Klänge des Alpsteins durch, verbinden sich mit klassischen
Elementen, bringen Dynamik und Spannung, die sich wieder auflösen in Ruhe
und Harmonie. Das vierstimmige Lied nimmt die Weite des Texte in seinen Melodiebogen
auf, tanzend, leise, jubelnd und gross. Die Motette wird von Margret Herzog geleitet,
an der Orgel spielt Thomas Ulsamer, auf den Trompeten Andi Graf und Michael von
Niederhäuser. Mit einem für Peter Roth typischen Amen verklingt das
Lied und mündet ein in eine lange Stille in der Kirche.
Kirchenmusik
Die Chöre aus der Region (Uznach, Wildhaus, Nesslau, Wattwil,
Lichtensteig und Degersheim sowie ein ad-hoc Chor aus Ebnat-Kappel)
bereicherten gemeinsam
oder chorweise den musikalischen Teil der liturgischen Feier, die von Verena
Roth, Hansruedi Fischer und Pfarrer Edgar Grünenwald gestaltet wurde. Mit
dem Werk von Friedrich Händel: "wie wunderbar schallt Herr dein Name" verbanden
sich alle Chöre. Ein modernes Abendlied und gemeinsam mit der ganzen Gemeinde
gesungene Taizélieder folgten. Dabei fehlte auch nicht ein traditioneller
Spiritual, der vom ad-hoc Chor aus Ebnat Kappel unter der Leitung des jungen
Dirigenten
Philipp Kamm gesungen wurde. Mit dem Abendlied: "Der Tag mein Gott
ist
nun vergangen" schloss der Gottesdienst. Das Lied nahm noch einmal
die Aussage des 8. Psalmes auf. Es lobt Gott und man weiss sich als Mensch
darin
geborgen.
Kathrin Oesch |
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Die
Künstler im Bild (v.l.):
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klicken sie aufs Bild
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Originaltext
der Motette
Bilder
vom Üben, Aufführungen und von der Motette
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