Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Kirchliches Nein zur Asylinitaive

Die Kirchenleitungen der Evangelisch-reformierten Kirchen des Kantons St. Gallen und beider Appenzell können sich weder mit der Idee noch mit den Argu-menten, die der Asylinitiative der Schweizerischen Volkspartei (SVP) zu Grunde liegen, anfreunden. Beide Kirchenräte empfehlen den Stimmberechtigten, in der eidgenössischen Abstimmung am 24. November ein Nein in die Urne zu legen.
 
Die von den Initianten geforderte Härte im Asylbereich bedeutete wohl praktisch das Ende eines wirksamen Asylrechts in der Schweiz, die sich aus Tradition christlicher Humanität verpflichtet weiss. Bei Annahme der Initiative bliebe auch wirklich bedrohten Asylsuchenden der Zugang zu unserem Land verwehrt. Damit würde sich die Schweiz aus der internationalen Verantwortung stehlen; einen solchen Alleingang kann sie sich im europäischen Umfeld nicht leisten. Viele im Initiativtext geforderte Massnahmen sind durch die Revision des Ausländer- und Asylrechts abgedeckt. Mit verschiedenen weiteren Massnahmen werden Verbesserungen und Verkürzungen der Asylverfahren möglich.

Die beiden kantonalen Kirchenexekutiven wissen wohl, dass es rund um die Asyl Suchenden Schwierigkeiten und Probleme gibt. Vorurteil und Generalisierung sind aber schlechte Orientierungshilfen. Elementares Anliegen unserer Kirchen ist es, Menschen in echter Not ernst zu nehmen, ihre Würde und ihre Rechte zu schützen und ihre Mitglieder zur Einsicht zu sensibilisieren, dass Asyl Suchende in besonderem Masse Beistand brauchen. kid.
 
Fischer; Arbeitsstelle Kommunikation,
29.10.2002

 
 
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