Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Jugendlichen Schwung im Kirchenleben halten - Bericht aus der St.Galler Wintersynode 2006



 
Die Evangelisch-reformierte St. Galler Synode hat sich vom jugendlichen Elan seines seit sechs Jahren bestehenden „Netzwerks Junge Erwachsene“ anstecken lassen. An der Wintersession vom 4. Dezember wurde der Kirchenrat einstimmig beauftragt, dem Parlament Bericht und Antrag zur Schaffung einer „Arbeitsstelle Junge Erwachsene“ im Umfang von 50 Stellenprozenten zu stellen. Die Arbeitsstelle, einer Person im jungen Erwachsenenalter anvertraut, soll Begonnenes weiterführen und vertiefen helfen.
 
Eine schöne „Vorweihnachtsernte“ durften die engagierten jungen Frauen und Männer vom „Netzwerk Junge Erwachsene“ der Evangelisch-reformierten St. Galler Kirche einfahren. Das in ihrem Namen von Michael Vögele, Berneck-Au-Heerbrugg, gestellte Begehren fand in der Wintersession breite Unterstützung in Voten aus allen drei Vorsynoden, aus dem Pfarrkapitel St. Gallen und von Vertretern des Netzwerks. Kirchenratspräsident Dölf Weder zeigte sich im Namen der Exekutive bereit, die Motion entgegen zu nehmen, beurteilt doch auch die Kirchenleitung die eindrücklichen Leistungen des Netzwerks sehr positiv. Die Schaffung einer 50%-Stelle sei wichtig und sehr zu begrüssen. Das Unternehmen soll nicht zulasten bestehender Arbeitsstellen gehen, sondern 2007 als Projekt geführt und ab 2008 über das ordentliche Budget finanziert werden.

Leistungsausweis
Die Präsenz und Mitgestaltung junger Erwachsener hat in der St. Galler Kirche in den letzten Jahren durch die Tätigkeit des Netzwerks deutlich zugenommen. Beispielsweise sind heute 18 Synodale unter 30 Jahre alt. Es wurden neue Gottesdienste, Theateraufführungen, Messeauftritte und vieles mehr initiiert. Neuester Höhepunkt ist die kantonalkirchliche Band eSPRIT, die allen Kirchgemeinden für Gottesdienste mit populärer Musik zur Verfügung steht. Nun kamen aber die ausschliesslich ehrenamtlich Tätigen an ihre Kapazitätsgrenze. Durch die Einrichtung einer Arbeitsstelle, besetzt wiederum durch eine Person im jungen Erwachsenenalter, kann die Arbeit des Netzwerks weitergeführt und vertieft werden. Auch die Kirchgemeinden sollen dabei koordiniert und zielorientiert Unterstützung erfahren.

(Noch) keine Technologieanpassung
Alexander Schär, Rapperswil-Jona, regte in einer Motion an, Kirchenordnung und Geschäftsreglement der Synode zeitig auf neue Technologien auszurichten. Der Kirchenrat, vertreten durch Heidi Baer, stellte Antrag auf Nichteintreten, weil vieles in diesem Bereich auch ohne Gesetzesänderungen bereits getan werden könne und getan werde. Bezüglich Themen wie E-Voting in Kirchgemeinden möchte der Kirchenrat seine personellen, zeitlichen und finanziellen Ressourcen lieber für Projekte einsetzen, die dem kirchlichen Kernauftrag dienen. Weil selbst die Staatsverwaltung des Kantons St.Gallen noch nicht in der Lage sei, E-Voting anbieten zu können, meint der Kirchenrat, der Ruf nach Bereitstellung der gesetzlichen Grundlagen und der technischen Infrastruktur komme zu früh. Für die Kirche bestehe kein Anlass, hier Pionierarbeit leisten zu wollen. Sinnvoll sei, die technische Planung und die Gesetzgebung des Kantons abzuwarten und dann nachzuziehen. Die Synode schloss sich einhellig dem Antrag des Kirchenrates an.

„Schwarze Null“
Der Voranschlag der Kantonalkirche präsentiert sich als „Schwarze Null“. Nach dem in der vergangene Woche gefällten Entscheid des St. Galler Kantonsparlamentes, dem Staatspersonal eine generelle Lohnerhöhung von 1,7 Prozent zu gewähren, zieht die Kantonalkirche reglementskonform nach.


Das Netzwerk Junge Erwachsene hat in der Synode parlamentarische Anerkennung gefunden: Es wird künftig von einer Arbeitsstelle unterstützt. Bild pd.
 
Hans Ruedi Fischer (fis); Arbeitsstelle Kommunikation,
05.12.2006

 
 
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