|
|
 |
|
|
|
|
 |
User heute: 78 Seit 2.4.06: 1249597 User online: 9 Statistik
|
|
|
|
|
 |
|
 |
 |
Vortrag von Prof. Dr. Luise Schottroff zur Übersetzung der Bibel in gerechter Sprache

|
 |
 |
Mit Prof. Dr. Luise Schottroff kam eine der Hauptinitiantinnen der Übersetzung der Bibel in gerechter Sprache nach Wattwil. Das Interesse an der neuen Bibelübersetzung ist gross, fanden doch rund dreihundert Zuhörende am vergangenen Freitag, den 10. November den Weg in die Toggenburger Zentrumsgemeinde. |
 |
 |
|
 |
 |
Warum eine neue Bibelübersetzung?
52 Übersetzerinnen und Übersetzer, alle ausgewiesene BibelwissenschaftlerInnen, nahmen die grosse Arbeit unbezahlt auf sich, die Ursprungstexte aus dem heutigen Verständnis von Geschlechtergerechtigkeit, sozialer Gerechtigkeit und Gerechtigkeit unter den Völkern, insbesondere mit dem jüdischen Volk, neu zu übersetzen. „Übersetzen heisst auch, die heutige Sprache ernst nehmen“, so Prof. Schottroff. Ein Anliegen der neuen Übersetzung ist unter anderem, die Gedankengänge so transparent wie möglich zu machen. So werden Schlüsselwörter am Buchrand erwähnt, die im Anhang am Schluss des Buches ausführlicher erklärt sind. Zwischentitel wurden weggelassen. Diese stehen nicht in den alten biblischen Handschriften, sie wurden erst später eingefügt und sind darum immer Interpretation.
Die Theologinnen und Theologen konnten in grosser Freiheit an die Übersetzungsarbeiten gehen, da sie kein Auftragswerk abzuliefern hatten, sondern getragen waren von Basisinitiativen. Eine gerechte Sprache Gott gegenüber zu finden, unabhängig unserer sprachlichen Fixierungen, war ein Hauptanliegen ihrer Arbeit. Herr zum Beispiel ist keine korrekte Übersetzung des Gottesnamens. Obwohl eine der wichtigsten Einsichten der Bibel heisst, dass wir uns kein Bild von Gott machen sollen, benennen traditionelle Übersetzungen Gott fast durchgehend als „Der Herr“. Die „Bibel in gerechter Sprache“ geht einen anderen Weg: Sie legt uns nicht mehr auf ein männliches Gottesbild fest, sondern bietet jeweils mehrere Lesemöglichkeiten an. So wird sie der Glaubensgewissheit gerecht, dass Gott die Möglichkeiten der menschlichen Sprache übersteigt. „Die Wiedergabe des Gottesnamens wurde in unzähligen Diskussionen besprochen. Ehrfurchtswörter können in jeder Kopfzeile nachgelesen werden. Lesende haben somit die Möglichkeit, aktiv in einen Prozess des Suchens nach Gott einzutreten.
Wer die Liste der Unterstützenden der neuen Bibelübersetzung liest, bekommt eine Vorstellung davon, wie viele Menschen heute auf eine Bibelübersetzung warten, die neue Erkenntnisse aus der Feministischen Theologie, dem jüdisch-christlichen Gespräch und der Befreiungstheologie berücksichtigt. Dabei will die neue Übersetzung keineswegs das uns Vertraute verdrängen, im Gegenteil: wer wirklich verstehen will, was ein biblischer Text meint, sollte immer mindestens zwei Übersetzungen lesen, damit nie vergessen geht: Die einzig richtige Übersetzung gibt es nicht.
Bild:Luise Schottroff im Gespräch mit Kirchenrätin Margrit Eggenberger. |
 |
 |
|
 |
 |
Brigitta Ackermann; Arbeitsbereich Männer / Frauen / Genderfragen,
13.11.2006 |
 |
 |
 |
 |
 |
Weiterführender Link:
Bibel in gerechter Sprache |
 |
| 
| |
 |
zurück
zur
Übersicht im Bereich: Arbeitsbereich Männer / Frauen / Genderfragen,
|
 |
 |
|
 |
|
|
|