User heute: 178 Seit 2.4.06: 1284763 User online: 15 Statistik
Delegation von Mission21 in Java
Missionsvertreter und OeME-Beauftragte besuchen islamische und christliche Ausbildungsstätten in Indonesien.
Nach Abschluss der Konferenz ″Religionen als Quelle des Friedens″ auf der indonesischen Ferieninsel Bali ist die Schweizer Delegation von Mission21 nach Java weiter gereist. Dort standen Begegnungen in der christlichen (Bild) und der islamischen Universitäten in Yogjakarta sowie der Besuch an islamischen Schulen auf dem Programm. Neben Vertretern der Mission sind drei Beauftragte deutschschweizer OeME-Stellen mit dabei: Martin Breitenfeldt (SG), Doris Brodbeck (SH/ARAI)und Carmen Jud (LU).
In Diskussionen mit islamischen Studierenden und Dozenten wurden christliche Reizbegriffe wie ″Mission″ thematisiert, aber auch muslimische wie Sharia und Jihad. Dabei erklärten die Vertreter der Universität, Sharia sei für sie nicht ein martialischer Rechtskodex, der zum Staatsgesetz gemacht werden sollte. Das wörtlich mit ″Weg″ zu übersetzende Wort sei vielmehr der Oberbegriff für die Bemühung, die Aussagen des Koran und der Tradition in die Lebensgestaltung der Gegenwart zu übersetzen. Jihad verstünden sie als Eifer, aber nicht im kämpferischen Sinne, sondern als Aufforderung mit ganzem Herzen das Gute zu tun.
Anders verlief ein Gespräch am Vortag, als sich die Gruppe in einem grossen islamischen Internat mit dem Rektor der Einrichtung traf, Abu Bakar Bashir. Er gilt als Anführer der Extremistengruppe Jemaah Islamiyah und wurde im Juni nach 26 Monaten Haft vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Er war verurteilt worden, weil er dem Attentats-Drahtzieher Amrozi sein Plazet für die Bomnbenanschläge auf Bali gegeben haben soll.
Dabei wurden im Oktober 2002 insgesamt 202 Menschen getötet. Abu Bakar Bashir erklärte der Schweizer Gruppe, er sei für die Einfürhrung der Sharia in Indonesien. Er glaube, dass alle Nichtmuslime in die Hölle kämen und lud die Besucher am Ende seiner Ausführungen ein, sich der wahren Religion des Islam anzuschliessen.
Martin Breitenfeldt; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
06.10.2006