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Ein Privileg, die Kirche zu leiten

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Die neugewählte Evangelische Synode des Kantons St. Gallen hat sich konstituiert. Das 180-köpfige Leitungsorgan der Reformierten ist weiblicher und jünger geworden. Zudem wurde ein neuer Finanzchef gewählt. |
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Der erstmals verliehene Goldene Güggel für die Kirchgemeinde mit den jüngsten Synodalen ging ins Toggenburg. Die Präsidentin des Netzwerks Junge Erwachsene, Jasmin Suhner, hat den Wanderpokal dem Wildhauser Pfarrer Christoph Anderegg überreicht. Dabei lobte sie die Anstrengungen weiterer Kirchgemeinden Unter-30-jährige ins Kirchenparlament zu entsenden. Zwar ist das Ziel „30 unter 30“ nicht ganz erreicht worden. Doch mit 18 statt bisher 12 jungen Erwachsenen hat man den Anteil um 50 Prozent gesteigert.
Nicht verstecken
Die Synode wurde aber auch weiblicher. Statt 85 gehören ihr neu 94 Frauen an. Sie bilden eine Mehrheit von 52 Prozent. Ferner sind knapp 20 Prozent der Synodalmitglieder neu ins Gremium gewählt worden und stehen damit für eine personelle Erneuerung bei gleichzeitig gewahrter Kontinuität.
Der scheidende Präsident der Synode, Frank Jehle, hob denn auch den Stellenwert dieser reformierten Form der Kirchenleitung hervor: „Es ist ein Privileg, dass wir unsere Kirche selbst leiten können,“ betonte er. Mit diesem Ansatz brauche man sich im ökumenischen Konzert nicht zu verstecken. „Die Synode sollte sich daher noch ernster nehmen,“ gab er dem Gremium im Kantonsratssaal mit auf den Weg.
Synodalbüro, Kirchenrat und Dekane gewählt
Zum Nachfolger von Jehle wählte die Synode einstimmig Martin Baumann, Kantonsrichter aus Nesslau, der damit für zunächst zwei Jahre als höchster Evangelischer im Kanton gilt. Sein Stellvertreter wird Urs Noser, Diakon aus Altstätten. Die drei Dekane Sigrun Holz (Bezirk St. Gallen), Markus Roduner (Toggenburg) und Konrad Bruderer (Rheintal) sowie Kirchenratsschreiber Markus Bernet wurden einstimmig in ihren Ämtern bestätigt.
Die Synode hat ferner die Mitglieder des Kirchenrats für eine vierjährige Amtsdauer gewählt. Für den nach zehn Jahren ausscheidenden Finanzchef Alfred Friedauer wurde der Wattwiler Treuhänder Hans Peter Schmid berufen. Kirchenratspräsident Dölf Weder sowie die fünf weiteren Mitglieder des Gremiums, Heidi Baer, Jakob Bösch, Margrit Eggernberger, Elisabeth Frick Tanner und Martin Schmidt, wurden grossmehrheitlich wiedergewählt.
Eine Resolution, die sich ablehnend zum neuen Asylgesetz äussert, wurde dagegen mit zwei Stimmen Mehrheit äusserst knapp abgelehnt. Kritiker hatten argumentiert, dass der Schweizerische Evangelische Kirchenbund eine entsprechende Resolution bereits verabschiedet habe und ein Nachziehen im Kanton daher wenig sinnvoll sei. Die positive Jahresrechnung genehmigte die Synode. Der Gesamtaufwand lag mit knapp 21 Millionen Franken um rund 0,3 Prozent höher als im Vorjahr.
Mehr Taufen, Trauungen, Konfirmanden
Die Statistik der Kantonalkirche weist für 2005 eine Steigerung der Zahl von Amtshandlungen aus. Zwar ist die Zahl der Kirchenmitglieder in den vergangenen fünf Jahren um rund 1500 Personen auf nun 117465 gesunken. Doch Amtshandlungen waren trotzdem stärker gesucht als im Vorjahr.
So wurden 1417 Jugendliche konfirmiert (Vorjahr: 1373), 208 Paare getraut (Vorjahr: 191), 1335 verstorbene Kirchbürger bestattet (1306) und 865 Kinder getauft (863). Die Zahl der Kirchenaustritte stieg von 865 auf 950, jene der Kircheneintritte von 119 auf 165.
Bildlegende:
der neue Präsident: Martin Baumann (neben dem Goldenen Güggel) gilt jetzt als höchster Evangelischer im Kanton. |
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Reinhold Meier, kid; Arbeitsstelle Kommunikation,
27.06.2006 |
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