Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Bettagsmandat 2002

Das Bettagsmandat des Kirchenrats der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St. Gallen wurde verfasst von Kirchenrätin Margrit Eggenberger, Grabs.
 
Liebe Mitchristinnen, liebe Mitchristen

Bettag – ein Tag des Dankens für dich, Gott.

Eigentlich müsste jeder Tag ein Tag des Dankens sein.
Zu Vieles wird in den Korb der Vergessenheit gelegt.

Heute aber, an diesem Feiertag, danken wir dir, dass wir im Brechen des Brotes deine lebensspendende Nähe erfahren dürfen.
Heute danken wir für deine Liebe, die Menschen näher zusammen bringt, eine Liebe, die uns umgibt und Geborgenheit schenkt.
Heute danken wir für die Kraft Christi, die uns stärkt und es uns ermöglicht, unsern Schwestern und Brüdern die Hand zu reichen, so dass wir im Einklang leben können mit uns und der ganzen Welt.
Heute danken wir für deinen heilenden Geist, der uns den Weg weist und uns mit Freude erfüllt, so dass auch in dunklen Zeiten Zeichen der Hoffnung aufleuchten.

Bettag – ein Tag der Einsicht gegenüber dir, Gott.

Eigentlich müsste jeder Tag ein Tag der Einsicht sein.
Zu Vieles wird in den Korb der Vergessenheit gelegt.

Heute aber, an diesem Feiertag, wird uns bewusst, dass wir Verantwortung tragen für unsere Mitmenschen und die ganze Schöpfung. Deshalb wollen wir inne halten und unser Leben überdenken.
Heute hören wir in uns hinein und erkennen die heimliche Sehnsucht nach Umkehr, nach einem Neuanfang. Wir wissen, nur mit deiner Hilfe kann es gelingen, dass unser Leben reich wird und Frucht bringt.
Heute schliessen wir Frieden mit unseren Schuldgefühlen und glauben an die Vergebung, die Jesus uns zugesprochen hat.
Heute nehmen wir uns Zeit zur Neuorientierung. Wir sind bereit zu einer Kehrtwendung und wagen die nötigen Schritte auf dem Weg, den wir als gut und richtig erkennen. Wir treten hinaus in die Sonne, lassen die Schatten hinter uns fallen, spüren deine Zuwendung, die unserem Leben die Richtung weist.

Bettag – ein Tag des Gesprächs mit dir, Gott.

Eigentlich müsste jeder Tag ein Tag des Gesprächs sein.
Zu Vieles wird in den Korb der Vergessenheit gelegt.

Heute aber, an diesem Feiertag, sind wir eingeladen zum Gebet. So kommen wir zu dir und versuchen, unsere Gedanken in Worte zu fassen.
Heute erfahren wir das Gespräch mit dir als Geschenk, spüren, wo unsere Grenzen sind und was wir getrost in deine Hand legen dürfen.
Heute wollen wir uns besinnen und auf die Sprache des Herzens hören. So erfahren wir, dass du uns begegnest in unseren Mitmenschen. Das ermutigt uns, Spaltungen zu überwinden und einzustehen für weltweite Gerechtigkeit und Frieden.
Heute, im Gespräch mit dir, bitten wir dich um Glaubwürdigkeit in unserem Handeln für Welt und Gesellschaft. Im Vertrauen auf deinen Segen lassen wir uns von den Strahlen deiner göttlichen Liebe durchwärmen, so dass sich die Blüten des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe öffnen können.


St. Gallen, 3. Juni 2002

Im Namen des Kirchenrates
Der Präsident: Pfr. Dr. Dölf Weder
Der Kirchenschreiber: Markus Bernet
 
Kirchenrat; Arbeitsstelle Kommunikation,
17.09.2002

 
Weiterführende Infos als Dateidownload:
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