Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Evangelische St. Galler Sommersynode im Zeichen der Wahlen

Die neugewählte Evangelische Synode des Kantons St. Gallen trifft sich zur ersten Sitzung der neuen Legislatur am Montag, 26. Juni 2006, im Kantonsratssaal auf der St. Galler Pfalz. Die Tagung steht im Zeichen der Wahlen.
 
Jede der 55 Evangelisch-reformierten Kirchgemeinden ist mit mindestens zwei Persönlichkeiten im Kirchenparlament vertreten. 31 der 180 Mandate werden in der jetzt beginnenden Legislatur von neuen Leuten wahrgenommen; in drei Gemeinden bleibt je ein Sitz vakant. Der Frauenanteil hat sich gegenüber der Wintersession 2005 von 85 auf 94 erhöht; 34 (vorher 33) Theologinnen und Theologen haben Einsitz im Kirchenparlament. Das Durchschnittsalter aller Synodemitglieder beträgt 50 Jahre. Der älteste Abgeordnete steht im 70., die jüngste im 23. Lebensjahr.

Auf zwei Jahre

Das Büro der Synode wird auf zwei Jahre bestellt. Die drei Kirchenbezirke stellen je eine Stimmenzählerin bzw. einen Stimmenzähler. Als Synodalpräsident und damit „höchster St. Galler Reformierter“ stellt sich der bisherige Vizepräsident, Kantonsrichter lic. iur. Martin Baumann, Nesslau, als Nachfolger von Pfarrer Dr. Frank Jehle, St. Gallen, zur Wahl; SDM Urs Noser, Altstätten, ist zur Übernahme des Vizepräsidiums bereit. Kirchenschreiber Markus Bernet, Au, gehört von Amtes wegen als 1. Sekretär dem Büro an; als 2. Sekretärin soll Heidi Graf, Werdenberg, den langjährigen Mit-Protokollanten, SDM Christoph Schreck, Rapperswil-Jona, ablösen.

Kirchenratsersatzwahl
Kirchenratspräsident Pfarrer Dr. theol. Dölf Weder, St. Gallen; Vizepräsidentin Margrit Eggenberger, Grabs; lic. iur. Heidi Baer, Oberuzwil; Dr. phil. Elisabeth Frick Tanner, St. Gallen, sowie die Pfarrer Jakob Bösch, Balgach, und Martin Schmidt, Berneck, treten auch für die neue vierjährige Amtsdauer an; ebenso Kirchenschreiber Markus Bernet, Au. Aus der Exekutive scheidet Finanzchef lic. oec. Fredi Friedauer, Au, nach fast zehnjährigem Wirken aus. Die Wahl seines Nachfolgers ist unbestritten. Der 50-jährige Synodale Hans Peter Schmid, Treu-händer, Kassier sowohl der Kirchgemeinde Wattwil als auch einiger kirchlich-sozialer Einrichtungen im Toggenburg, ist bereit, das Mandat zu übernehmen. Mit Akklamation hat ihn die Toggenburger Vorsynode nominiert. Weitere Wahlen betreffen die St. Galler Abordnungen in den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund, die Dekane oder Dekaninnen und ihre Stellvertretungen aus den drei Kirchenbezirken, die Geschäftsprüfungskommission, die Redaktions- und Verlagskommission für die Herausgabe des Kirchenboten und die Kommission für die Aussprachesynoden.


Der Amtsbericht des Kirchenrates über das Jahr 2005 harrt der parlamentarischen Beratung. Die Rechnungen der Zentralkasse schliessen mit einem Vorschlag von Fr. 398'260 ab; beim Finanzausgleichsfonds ist ein Rückschlag von Fr. 82'750 Franken hinzunehmen.

Den um 10 Uhr im Ratssaal beginnenden Verhandlungen geht um 8.30 Uhr der traditionelle Synodalgottesdienst mit Abendmahl in der Kirche St. Laurenzen voran, die Predigt hält Pfarrer Carl Boetschi von der kantonalkirchlichen Arbeitsstelle Pastorales.



Wer bekommt den „Goldenen Güggel“?
Bei den Erneuerungswahlen in die Evangelische St. Galler Synode für die Amtsdauer 2006-2010 lancierte das Netzwerk Junge Erwachsene zum zweiten Mal erfolgreich seine Aktion „30 unter 30“: Gehörten bisher ein Dutzend „idealalt-rige“ Frauen und Männer dem Kirchenparlament an, sind es künftig 18 Mitglieder, dazu gesellen sich drei, die noch nicht 35 Jahre zählen. Das Resultat ist umso beachtlicher, weil einige Bisherige sich wegen Ortsveränderung nicht mehr wählen lassen konnten, überdies bleibt zu würdigen, dass auch Jungsynodale in der letzten Amtsperiode um vier Jahre „gealtert“ und somit die ″Schallgrenze 30″ überschritten haben. Welche Kirchgemeinde den vom Netzwerk als Trophäe versprochenen „ Goldenen Güggel“ im Status eines Wanderpreises bekommt, weil ihre Delegierten das geringste Durchschnittalter ausweisen, wollen die Verantwortlichen erst im Synodal-Gottesdienst am 26. Juni preisgeben.
Die in den letzten vier Jahren amtierenden Jungsynodalen haben Freude an der Parlamentsarbeit entwickelt. Sie setzen sich für die Ideale der Junge Erwachsenen ein und treffen sich gelegentlich zum Erfahrungsaustausch. Der Hintergrund der Aktion „30 unter 30“ ist eng verknüpft mit den Leitzielen „St. Galler Kirche 2010“, die den Anteil junger Erwachsener in Synode und Kirchenvorsteherschaften deutlich näher an ihren prozentualen Anteil an Kirchenmitgliedern heranführen will.
 
Hans Ruedi Fischer (fis); Arbeitsstelle Kommunikation,
19.06.2006

 
 
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