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Du bewegst die Welt?! Kurzbericht zum 10. und letzten Jugend-Begegnungs-Tag
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Der zehnte und letzte Jugend-Begegnungs-Tag fand am 15. September 2002 wiederum mit Hunderten von Jugendlichen im Klosterareal in St. Gallen statt. |
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Die Animation mit drei riesigen Erdbällen zu Beginn vermochte die Teilnehmenden sofort zu bewegen. So war die Aufmerksamkeit gegeben für das anschliessende Interview mit Regierungsrätin Kathrin Hilber, der St. Galler Stadträtin Elisabeth Beéry Siegwart und einigen Jugendlichen aus dem Publikum. „Kann man wirklich etwas bewegen in der Welt? Was bedeutet Politik für dich? Wie kommt man zum Beruf einer Politikerin?“ Im Interview wie auch im anschliessend von ihnen bestrittenen Atelier zeigten die beiden Politikerinnen auf lebendige Weise und mit vielen Beispielen, dass Weltbewegendes im Kleinen beginnt und viele Ansätze im eigenen Umfeld gefunden werden können.
28 Ateliers mit aktuellen Themen
Auch fast alle anderen der 31 angebotenen Ateliers wurden rege besucht, lediglich zwei konnten mangels Teilnehmenden nicht stattfinden und eines fiel wegen Krankheit aus. Einen besonders grossen Ansturm erlebte das Atelier mit dem Präventiv-Polizisten Harald Düring der Stadtpolizei St. Gallen zum Thema „Jugend und Gewalt – die Polizei im Spannungsfeld der Jugendgewalt“.
Begegnungsfest
Im anschliessenden Begegnungsfest machte sich eine fröhliche Stimmung breit. Zur schwungvollen Performance von „Dance 4“ und bei der Musik von „Keep in Motion“ aus Wil – beides Formationen junger Frauen – wurde geklatscht und getanzt. Die Septembersonne machte den Aufenthalt und die Begegnungen auf dem Klosterhof zum angenehmen Erlebnis.
60 Minuten für Gott und für dich
Ein neues Gesicht hatte der Gottesdienst. Fand er frühere Jahre immer in der St. Laurenzenkirche statt, wurde diesmal eine besinnliche Zeit: „60 Minuten für dich und Gott“ im Chorraum der Kathedrale durchgeführt. Dort stehen wesentlich weniger Plätze zur Verfügung als in St. Laurenzen. Nach den Erfahrungen mit viel Unruhe in den JBT-Gottesdiensten vergangener Jahre wurden diesmal alle Hereinströmenden ausdrücklich gefragt, ob sie auch wirklich teilnehmen wollten. Gegen 200 wollten und erlebten eine eindrückliche Stunde.
Die Atmosphäre am ganzen Tag war kreativ und friedlich. Auch das vielfältige kulinarische Angebot mit Würsten, Hamburgern, Crêpes, Frühlingrollen, etc. wurde sehr geschätzt.
Über dreissig OK-Mitglieder und freiwillige Helferinnen und Helfer aus verschiedenen Jugendverbänden und aus der katholischen und evangelischen Kirche haben unzählige Stunden investiert, um den Tag zu diesem Erlebnis zu machen. Insgesamt ein gelungener Jugend-Begegnungs-Tag! Sogar der starke, aber kurze Regenguss am Ende der Ateliereinteilung konnte die gute Stimmung nicht trüben. Herzlichen Dank allen Beteiligten!
Warum war es der Letzte?
„Warum also aufhören, wenn alles so gut läuft?“, wurden die OK-Mitglieder in den vergangenen Wochen oft gefragt.
Erstens wollen wir aufhören, so lange alles gut läuft, nicht erst dann, wenn es eben nicht mehr anders geht. (Dies entgegen manch anderen kirchlichen Einrichtungen und Veranstaltungen...)
Bei der zehnten Durchführung wurden daneben aber auch Fragen aufgeworfen und schon lange bekannte Beobachtungen wurden deutlicher wahrgenommen:
1. Der Jugend-Begegnungs-Tag ist eine Veranstaltung der ausserschulischen Jugendarbeit. Die eigentliche Zielgruppe „freiwillig teilnehmende Jugendliche“ aus Jugendtreffs, Jugendgruppen, Verbänden wird aber immer weniger erreicht. Hier sind eben nach zehn Jahren andere Formen und Inhalte angesagt.
2. Mindestens auf evangelischer Seite sind dagegen – trotz wiederholten Hinweisen im Doppelpunkt, auf den Mail-Newslettern und im Begleitbrief zum Werbematerial - die halb- und unfreiwilligen Teilnehmenden aus Schul-, Religionsunterrichts- und Konfirmandenklassen eine Mehrheit. Diese prägen mit ihrer oft passiven, kritischen oder gar ablehnenden Haltung das Klima des Tages in einer ganz bestimmten Weise. Ihre Anwesenheit würde eine andere, eher straffere Organisation und ein an ihren spezifischen Bedürfnissen ausgerichtetes Programm erfordern – dies ist aber nicht Auftrag der beteiligten Organisationen und schon gar nicht der beteiligten Jugendverbände. Deutlich wurde dies direkt vor dem besinnlichen Teil, als Begleitpersonen „ihre“ Jugendlichen mehr oder weniger in die Kirche zwingen wollten, das Gottesdienst-Team bei den Kathedralen-Eingängen die Jungen aber ermutigte, nur teilzunehmen, wenn sie die 45 Minuten auch freiwillig in Ruhe aushalten würden. Da gab es einiges böses Blut bei begleitenden Pfarrpersonen.
3. Obwohl die vielen Feedbackbogen noch nicht detailliert ausgewertet sind, gibt es erste Erkenntnisse: Neben den überraschend vielen Konfirmandinnen und Konfirmanden sind ugefähr ein Drittel der Teilnehmenden 13- und 14-jährige, stehen also deutlich unter der unteren Altersgrenze von 15 Jahren.
4. Auf evangelischer Seite wird damit ein deutlicher Bedarf für regionale oder kantonale Konfirmandentage deutlich. Wer wird dies angehen?
5. In den letzten Jahren sind verschiedene andere grössere regelmässige Anlässe entstanden, etwa die bereits zum dritten Mal durchgeführte „Nacht der Lichter“ oder regionale Jugend-Ausbildungsabende in der Region Rorschach bis Wil. Alle diese Anlässe verursachen einigen Aufwand und brauchen viel Zeit der Fachstellen.
6. Der partizipative Ansatz – das Mitwirken der Zielgruppe – war immer ein wichtiges Anliegen bei der Organisation des Jugend-Begegnungs-Tages. Es ist auch ein Grundsatz im kantonalkirchlichen Kinder- und Jugendleitbild. Die tatsächliche Mitwirkung von Jugendlichen an unserem Anlass nahm aber in den letzten Jahren ab. Gründe sind z.B. die Grösse des Anlasses – viele Sitzungen und komplexe Struktur; Konstellation und Zustand der Jugendverbände – benötigen ihre Freiwilligen selber; relativ feststehender Programmablauf – wenig echte Gestaltungsmöglichkeiten.
7. Dadurch ist auch die nachhaltige Wirkung in Frage gestellt, mindestens im Vergleich zu anderen Projekten der Kinder- und Jugendarbeit. Denn ein immer mehr konsumorientierter Anlass – das kann es ja nicht sein, oder?
8. Wir haben beim Einstieg 400 bis 500 Personen gezählt (effektive Zählung nach einem Luftbild), in den 28 tatsächlich durchgeführten Ateliers waren meist weit über zehn Leute (bis zu ca. fünfzig), nach den Ateliers waren es noch etwas mehr. Mit Ausnahme des letzten Jahres haben wir damit in den letzten drei bis vier Jahren trotzdem einen Rückgang der Teilnehmerzahl zu verzeichnen.
9. Einige OK-Mitglieder haben alle zehn Jugend-Begegnungs-Tage mitgestaltet, ich selber hatte gestern meinen siebten. Es gibt deutliche Ermüdungserscheinungen im OK. Neue Projekte lösen Energieschübe aus.
16. September 2002; Paul Baumann-Aerne |
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Paul Baumann; Arbeitsstelle Jugendfragen,
16.09.2002 |
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Weiterführende Links:
Jugend-Begegnungs-Tag - Webseite
"Nacht der Lichter" |
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