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Zum Flüchtlingssonntag am 18.Juni
″Helfen Sie Menschen schützen″, so lautet das Motto des diesjährigen ökumenischen Flüchtlingssonntags. Er wird am 18.Juni, einen Tag nach dem Schweizerischen Flüchtlingstag, begangen.
In Zeiten gesellschaftlicher und sozialer Spannungen, wie wir sie gegenwärtig erleben, ist der Schutz der Flüchtlinge besonders schwierig. Das diesjährige Motto des Flüchtlingssonntags ruft uns in Erinnerung, was das Ziel einer Asylpolitik sein muss: Menschen in Not schützen. Schon für das Alte Testament hat der Schutz der Fremden zentrale Bedeutung. Im schützenden Umgang mit ihnen geht es um unsere Liebe zu uns selbst: „Wenn ein Fremdling bei euch wohnt in eurem Lande, den sollt ihr nicht bedrücken. Er soll bei euch wohnen wie ein Einheimischer unter euch, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid auch Fremdlinge gewesen in Ägyptenland“(Lev 19, 33f).
Die Organisatoren des Ökumenischen Flüchtlingssonntags aus Landeskirchen und Werken sähen die humanitäre Tradition der Schweiz durch die geplante Revision des Asyl- und Ausländerrechts in Gefahr.
Der St. Galler Kirchenrat hat mit der Unterstützung des Referendums gegen die Revision des Asyl- und Ausländergesetzes die gleiche Grundhaltung bezeugt. Besonders stossend ist, dass sie ermöglichen würde, Menschen bis zu zwei Jahre lang zu inhaftieren, die nichts verbrochen hätten ausser von einer besseren Zukunft zu träumen und eventuell eine Wegweisung nicht zu akzeptieren.
Martin Breitenfeldt; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
15.05.2006