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Evangelisch-reformierte St. Galler Kirche fordert und fördert Mitarbeitergespräche.
Die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen setzt auf 1. Juli die von der Synode beschlossenen neuen Dienstordnungsbestimmungen für Pfarrerinnen und Pfarrer in Kraft. Damit verbunden ist das Obligatorium jährlicher Mitarbeitergespräche. Ein kantonales Pfarrkapitel im Kirchenzentrum Jona diente der Förderung eines zielorientierten Miteinanders.
Die Pfarrkapitel der Evangelisch-reformierten Kirchenbezirke St. Gallen, Toggenburg und Rheintal treffen sich unter Mitwirkung der Kantonalkirche alle zwei Jahre zu einem „Kantonalkapitel“ aller evangelischen Pfarrpersonen im Kanton. Zur diesjährigen Zusammenkunft waren auch die Präsidien der Kirchenvorsteherschaften eingeladen.
Seelsorgende und Behördemitglieder haben einen gemeinsamen Auftrag, den sie durch ein sich gegenseitig ergänzendes Miteinander zu erfüllen suchen. „Die Kirchenvorsteherschaft ist nicht nur Verwaltungsbehörde, Pfarrerinnen und Pfarrer sind nicht ausschliesslich für Seelsorge zuständig“, verdeutlichte Kirchenratspräsident Dölf Weder die in der Kirchenverfassung festgelegte, typisch reformierte gemeinsame Gemeindeführung. Gleichzeitig hat aber die Vorsteherschaft auch eine Führungsfunktion gegenüber den Pfarrpersonen. Es gilt, mit der anspruchsvollen Spannung zwischen gemeinsamer Verantwortung und Mitarbeiterführung durch die Vorsteherschaft sensibel umzugehen. Nur eine hohe Gesprächskultur und regelmässige Mitarbeitergespräche ermöglichen gemeinsam erarbeitete Zielsetzungen und zielorientiertes Arbeiten samt offenem Besprechen des Erreichten oder Nichterreichten. Das Gemeindeleben wird nicht durch da und dort befürchtete „Inspektionen“ vorwärts gebracht; das zeigten Beispiele aus Brunnadern und Gaiserwald. Es braucht Retraiten von Kirchenvorsteherschaften und regelmässige ehrliche Mitarbeitergespräche, in denen die Situation der Kirchgemeinde gemeinsam analysiert, Ziele festgelegt und miteinander die Zukunft gestaltet wird, erklärte der Balgacher Vorsteherschaftspräsident Werner Krüsi den weit über hundert Versammelten. Die zeigten sich voller Visionen und neu motiviert für ihre Arbeit im Alltag der Kirchgemeinden.
Bildlegende: Pfarrerschaft und Kirchgemeindepräsidien fanden sich in Joma zum gemeinsamen Gespräch. (Bild kid)
Hans Ruedi Fischer; Arbeitsstelle Kommunikation,
04.05.2006