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″Welt als Gottes Haus gestalten″

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Prof.Dr.Christoph Stückelberger referierte in St.Gallen. |
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„Wie können wir die Welt so gestalten, dass sie Gottes Wohnung bleibt?“ Dies sei die spirituell relevante Frage, wenn sich Kirchen und Christenmenschen mit dem Thema Globalisierung auseinander setzen, sagte am Dienstagabend in der Mangenkirche der Pfarrer und Ethikprofessor Christoph Stückelberger. Der frühere Leiter von ″von Brot für alle″ verantwortet heute das Institut für Theologie und Ethik des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes in Bern.
Laut Stückelberger tragen „Ökonomie, Ökologie und Ökumene“ nicht zufällig den Wortstamm „oikos“ (=griech.Haus) in sich. Sie seien vielmehr auch sachlich untrennbar miteinander verbunden, wenn es um die Bewahrung und Gestaltung des Lebens auf der Erde geht. Als erste entgrenzte Religionsgemeinschaft der Welt mit einer Botschaft zum Leben (Missionsbefehl Jesu Mt.18: „Gehet hin in alle Welt...“) könne die Kirche so wenig „gegen“ Globalisierung sein wie unqualifiziert „für“ sie. Sie müsse vielmehr Wertekriterien in die Diskussion einbringen, und zwar global. Weltbürger Stückelberger macht damit Ernst: sein Buch „Ethischer Welthandel“ ist jüngst auf chinesisch erschienen.
Globalisierung habe Gutes, wo sie hilft die Welt als EINE Welt zu verstehen, in der alles miteinander in Beziehung steht. Globalisierung sei abzulehnen, wo nur noch Kriterien der Wirtschaftlichkeit zählen, wenige über viele das Sagen haben und wo kulturelle Vielfalt verschwindet.
Als kritische Rückfrager und Gegenstimmen waren Prof.Dr.Gebhard Kirchgässner (HSG) und Pfarrer Andreas Nufer (Haldenkirche) eingeladen worden. Während Kirchgässner betonte, der Mensch handle in der Regel nach partikularen Eigeninteressen und zweitausend Jahre Kirche hätten daran nichts erkennbar geändert, betonte Nufer, gerade junge Leute fragten wieder nach Werten und seien für Gerechtigkeit zu mobilisieren. Es gälte, die Botschaft Jesu, dass alle zum Leben in Fülle berufen seien, auch und gerade in Zeiten weiter zu sagen, in denen die Schwachen von den Starken immer mehr bedrängt würden.
Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund hat das Grundlagenpapier „Globalance“ erarbeitet. Darin sind neben einer sachlichen Analyse und theologischen Interpretation des Phänomens Globalisierung auch praktische Handlungsvorschläge für Landeskirchen, Kirchgemeinden und Einzelne aufgezeigt. |
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Martin Breitenfeldt; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
08.03.2006 |
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Weiterführende Links:
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