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Mit gemischten Gefühlen nach Afrika

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Katrin Koelmann, unsere deutsche Volontärin verbringt die Zeit vom 17. Januar bis 12. Februar in einem Workcamp von Mission 21 in Nigeria. Sie baut dort mit einer Gruppe Schweizern, einer Gruppe US-Amerikanern und ca. 20 Nigerianern an einer Schule mit und hat so die Chance, Land und Leute ″hautnah″ zu erleben.
Wenn die Möglichkeit besteht, teilt sie uns hier ihre aktuellsten Erlebnisse mit.
Hier schon ein paar Gedanken im Vorfeld: |
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9. Januar 2006
″NIGERIA!? - Da würd ich ja NIE hinfahren! Viel zu gefährlich!″ oder ″Pass gut auf dich auf, mein Kind! Man hört ja immer so viel...″
Diese und ähnliche Kommentare waren die einen Reaktionen auf meine Ankündigung, 4 Wochen nach Nigeria zu reisen.
″Nigeria!? WOW, das ist ja der Mega-Hammer!″ und ″Hey. Das ist ja cool, was machst du da?″ waren die anderen Reaktionen.
Irgendwo dazwischen befinde ich mich gefühlsmässig jetzt gerade, ziemlich genau eine Woche, bevor es wirklich losgeht.
Auf der einen Seite: (An-)Spannung, Befürchtungen, etwas wichtiges zu vergessen, die erste Malaria-Tablette und somit die Konfrontation mit Tropenkrankheiten. Auch die Gepäckversicherung aus Angst vor Diebstahl meiner Digitalkamera fällt mir noch ein. Auf der anderen Seite: Neugierde, Interesse am Land und an der Sprache, Lust, in eine fremde Kultur hineinzuschnuppern, fremde, schöne Landschaften, Spannung, was die Reise bringt, das Wissen, Erfahrungen machen zu können und vor allem eins: Vorfreude. Ich bin gespannt, wie wir uns in der Schweizer Gruppe verstehen und zurechtkommen, wie es mit den Amerikanern, die wir am Frankfurter Flughafen kennen lernen, klappt und wer von uns am besten klarkommt, mit der Umstellung auf eine einfache Lebensweise und gespannt natürlich auf die Nigerianer. Gespannt auf ihre Sprache, ihr Essen, ihre Musik, ihre Kultur, auf alles. Ich lasse mich auf eine neue, fremde Welt ein, von deren Eindrücken ich wahrscheinlich nur einen Teil aufnehmen kann, weil sie so vielfältig und unerwartet sein werden.
Die Faszination der Reise liegt aber neben der interkulturellen Herausforderung auch und vor allem in der Tatsache, dass wir etwas TUN. Wir sind keine fotografierenden Touristen, die es ausnutzen, günstig eine andere Kultur kennen zu lernen, sondern wir helfen. Indem wir bereit sind, für und mit den Nigerianern zu arbeiten, sind wir auch bereit, die Armut der Welt nicht nur zu betrachten, sondern etwas gegen sie zu unternehmen. Die Schule an der wir dort arbeiten, ist ein Fundament, auf das es aufzubauen gilt. Wir haben somit am Ende unserer Reise einen Grundstein gelegt. Eine Basis, die nötig ist um einem Land aus Krieg und Armut die Möglichkeit zu geben, zum Frieden zurückzukehren und auf einen grünen Zweig zu kommen.
Vielleicht muss man Optimist sein, um so zu denken. Doch schon Hermann Löns, dt. Schriftsteller (1866-1914), sagte zu Lebzeiten: ″Das wichtigste Stück des Reisegepäcks ist und bleibt ein fröhliches Herz.″
So werde ich dann nun neben der Medikamententasche auch meine Digitalkamera und neben den Ängsten und Befürchtungen sicher auch Vorfreude, Neugier und ein fröhliches Herz mit nach Nigeria mitnehmen, sodass ich am Ende sagen kann: Es hat sich wirklich gelohnt und ich habe viele tolle Erfahrungen machen dürfen!
KK |
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Peter Christinger; Arbeitsstelle Jugendfragen,
16.01.2006 |
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