Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Die fetten Jahre sind vorbei – ein geglücktes Experiment



 
Am Samstag, 19. 11. veranstaltete das Netzwerk Junge Erwachsene zum ersten Mal einen provokativen Gottesdienst zu einem Film. Aufgrund vieler positiver Zusprüche nach dem Gottesdienst, schien das „Experiment“, wie es Jasmine Suhner, die Moderatorin des Gottesdienstes nannte, geglückt.
 
Nach dem ersten Stück der Band „Screwballs“ in der Evang.-ref. Gossauer Kirche war es totenstill in der Kirche. Die Anspannung auch unter den Organisatoren war gross, denn keiner wusste so richtig, was ihn/sie erwartet. Doch die Befürchtungen erwiesen sich als falsch. Nachdem Jasmine Suhner und Samuel Krucker das Publikum begrüsst hatten, und Susanne Zoller noch ein Gebet gesprochen hatte, waren alle gespannt auf den Film und die Interviewpartner Jörg Stiel und Liana Ruckstuhl. Der Film war schnell erklärt: Jule, ein junges Mädchen, fährt mit ihrem unversicherten Golf in den Mercedes eines Managers. Nun muss sie hohe Schulden an den reichen Mann zahlen. Als Jule und Jan, ein Freund, in das Haus des Managers einbrechen, werden sie erwischt und entführen ihn in einer Kurzschlussreaktion auf eine einsame Alphütte. Dort kommen sie ins Gespräch und merken, dass der Manager ein Alt-68-er ist, der aufgehört hat, für seine Ideale zu kämpfen, als er seiner Familie etwas bieten wollte.
Im Interview sprachen auch Liana Ruckstuhl und Jörg Stiel über ihre Ideale. Darüber, dass sie meist von den Eltern „mitgegeben“ werden, und darüber, dass sie sich im Laufe des Lebens verändern können. Sie mahnten jedoch auch an, den Film nicht genau so zu betrachten, wie er gezeigt wird: Die Reichen sind die Bösen und die armen Weltverbesserer die Guten. Dies sei zu einfach, so Stiel und Ruckstuhl.
Im Anschluss an das Interview kam Bewegung in die Kirche. Die Besucher konnten sich an Stellwänden über Ideale informieren, auf das Zitat „Woran kann ich denn noch glauben?“ aus dem Film antworten, und sich mit den Interviewten austauschen. Nachdem die Band gespielt hatte, noch ein Gebet gesprochen wurde, und einige Lieder gesungen wurden, war der Gottesdienst nach gut 1 ½ Stunden wieder vorbei. Die Besucher konnten bei Wienerli und Brot noch im Gespräch bleiben, diskutieren, fragen und nachdenken.
Nach dem Abend in Gossau stehen noch zwei weitere Termine für „Die fetten Jahre sind vorbei“ an, allerdings mit anderen Diskussionspartnern: Anstatt Jörg Stiel wird in Marbach, am 21. Januar 2006 und in Uznach am 11. März 2006 Matthias Glättli, ein Junger Grüner, für Fragen bereit stehen.
 
Katrin Koelmann; Netzwerk Junge Erwachsene,
21.11.2005

 
Weiterführende Links:
 Tagblatt-Bericht über ″Die fetten Jahre sind vorbei″
 Sie waren da? Ihre Meinung zum Gottesdienst ist gefragt!
 

 
 
© Alle Bilder und Texte sind Eigentum der
Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen, Schweiz