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Kirchenbund bestürzt über Tod von Frère Roger
Der in Bern tagende Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK hat heute Morgen mit Bestürzung die Meldung vom gewaltsamen Tod von Frère Roger, dem Schweizer Gründer der Internationalen ökumenischen Gemeinschaft Taizé, vernommen. Im Namen seiner Mitgliedkirchen und der Kirchgemeinden drückt der Rat sein tiefstes Beileid aus und würdigt das herausragende Wirken von Frère Roger für die gelebte Spiritualität und glaubwürdige Ökumene vor allem unter Jugendlichen.
Frère Roger Schutz war als reformierter Theologe im welschen Protestantismus verwurzelt. Im burgundischen Dorf Taizé gründete er eine Gemeinschaft Gleichgesinnter, die sich der Verkündigung des Evangeliums für die Jugendlichen widmete. Dabei lag in Frère Rogers Verbindung des Evangeliums mit der Friedensarbeit und dem Gedanken der Weltgerechtigkeit jene besondere Anziehung, welche die Jugendlichen zu Zehntausenden aus ganz Europa jedes Jahr zu den Jugendtreffen nach Taizé pilgern liess.
Auch in der Schweiz übt sein spirituelles Angebot nicht nur in der Suisse Romande grosse Faszination aus - ganze Generationen von Schweizer Pfarrerinnen und Pfarren sowie aktiven Gemeindemitgliedern waren in Taizé oder werden durch Frère Rogers liturgischen Stil, Gebet und Gesang beeinflusst. Er hat die Ordensgemeinschaft im evangelischen Raum aufgewertet und der gelebten, auf Gottesdienst und Gebet basierenden Ökumene wesentliche Impulse gegeben.
Der Rat SEK und seine Mitgliedkirchen geben ihrem tiefen Beileid über den Tod von Frère Roger Ausdruck im Gedenken an seine Worte, die er noch im Mai dieses Jahres in einem Schreiben an den Präsidenten des Rates SEK gerichtet hat: ″Ja, Gott will uns glücklich. Und im Laufe unserer Existenz verstehen wir, dass sich in uns das Beste dank eines schlichten Vertrauens in Gott entfaltet. »
Brigitta Ackermann; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
17.08.2005