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St.Gallen: Ökonomieprofessorin empfiehlt Kirchen mehr Vernetzung
Nooreen Hertz sprach auf dem ISC-Symposium
„Mehr Vernetzung mit der globalisierungskritischen Bewegung“ ist die Empfehlung von Noreen Hertz, Professorin für Globale Politische Ökonomie an der Universität Utrecht, an die Kirchen der Schweiz.
Hertz sprach am vergangenen Wochenende auf dem renommierten ISC Symposium an der Universität St.Gallen, dessen Schirmherr Josef Ackermann (Deutsche Bank) ist. Die vom Magazin Vogue als “one of the most inspiring women in the world″ titulierte Akademikerin gehört zu den bekanntesten Globalisierungskritikerinnen der Welt und berät transnationale Firmen in wirtschaftsethischen Fragen.
In einem Seminar wies sie leitende Manager (sog. CEOs) darauf hin, dass die globalisierungskritische Bewegung „main stream“ geworden sei; die aus den Medien bekannten randalierenden Strässenkämpfer seien eine verschwindend kleine Minderheit und weit weniger typisch als etwa die englische Hausfrau, die ihre Einkäufe bewusst auf fair gehandelte Ware umstellt.
Nur Firmen, die die wachsende Kritik ernst nähmen und konstruktiv und glaubwürdig damit umgingen, würden sich am Markt bewähren, meinte die 38-Jährige. Mindeststandards und deren Einhaltung etwa in Bezug auf Umweltschutz und Menschenrechte seien ein absolutes Muss. „Ein gutes Firmenimage braucht zehn Jahre um es aufzubauen, es zu verspielen zehn Sekunden“.
Auf die Rolle der Kirchen angesprochen wies Noreen Hertz auf deren wichtige Rolle in der Bewusstseinsbildung hin. Sie empfahl eine noch engere Zusammenabeit mit NGOs (Nichtregierungsorganisationen), welche sich für eine ethische, gerechte Globalisierung stark machen.
(Foto: Chris Saunders, mit Genehmigung des Fotografen)
Martin Breitenfeldt; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
23.05.2005