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Online-Vortragstext: Fernando Enns in Gossau zum christlichen Friedensengagement

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Gewalt hat nicht das letzte Wort. Unter diesem Motto steht in diesem Jahr die vorösterliche Kampagne der landeskirchlichen Hilfswerke ″Brot für alle″(ref.), ″Fastenopfer″(kath.) und ″Partner sein″(christkath.). Zur Vorbereitung und Vertiefung des Themas trafen sich am vergangenen Samstag etwa 60 Multiplikatoren im Andreaszentrum Gossau. |
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″Nie hat es so viel Begegnung gegeben zwischen den Kirchen hin auf sichtbare Einheit wie im zwanzigsten Jahrhundert. Das ist an sich schon ein Beitrag der Kirchen zum Frieden″, meinte Hauptreferent Fernando Enns (Bild links), Theologe aus Heidelberg und Mitglied im Zentralausschuss des ökumenischen Rates der Kirchen. Der gebürtige Brasilianer ist konzeptioneller Impulsgeber der ″Dekade zur Überwindung von Gewalt″, die der Genfer Weltkirchenrat für dieses Jahrzehnt ausgerufen hat. Dabei haben sich, so Enns in seinem Vortrag, die Mitgliedkirchen verpflichtet, noch bewusster als friedliche Gemeinschaft von Verschiedenen auf friedliches Zusammenleben in der Welt hin zu arbeiten durch theologische Reflexion und praktische Aktion. Ausgangspunkt und Kraftquelle christlicher Friedensbemühung sei die Gewissheit, von Gott bedingungslos angenommen und geliebt zu sein.
(DER VOLLSTÄNDIGE VORTRAGSTEXT KANN HERUNTERGELADEN WERDEN, SIEHE LINK, UNTEN).
Auf die Frage eines Teilnehmers, ob es nicht Situationen gäbe, in denen auch Christen und Kirchen Gewaltanwendung befürworten würden antwortete Enns mit dem Beispiel Dietrich Bonhoeffers, jenes deutschen Pfarrers, der wegen seiner konspirativen Mitarbeit am versuchten Hitlerattentat in den letzten Kriegstagen hingerichtet wurde. Bonhoeffer hat nicht einmal den Tyrannenmord legitimiert, so Enns, sondern war sich bewusst, damit Schuld auf sich zu laden – in der Hoffnung auf den gnädigen Gott. ″Alle wollen ja irgendwie den Frieden: Kirchen, Regierungen, Du und ich. Aber dann sind alle sofort bei der Hand mit allerlei Legitimierungen von Gewaltanwendung. Das geht mir zu schnell″. Aufgabe sei es vielmehr, Strategien zu entwickeln und umzusetzen, mit denen Gewalt vermindert, verhindert und in ihren Ursachen ausgetrocknet wird. Wenn andererseits etwa Amerika durch Krieg im Irak Demokratie einführen wolle, so sei das aus biblischer Perspektive weder zu begründen noch gut zu heissen. Notwendige Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben seien der Respekt vor unterschiedlichen Identitäten, auch religiösen, sowie gerechte wirtschaftliche Verhältnisse.
Genau dafür aber setzt sich auch eine Vielzahl von Projekten ein, welche die Schweizer Hilfswerke in Osteuropa und Übersee fördern. Martina Gassert vom Fastenopfer in Luzern (2.Bild links) nannte es ein hoffnungsfrohes Zeichen, dass so viele Menschen und Institutionen nach der asiatischen Flutkatastrophe grosszügig helfen. Dennoch sei es wichtig, dass diese Mittel nun auch in nachhaltige Wiederaufbauleistungen flössen. Auch dürften sie nun nicht anderswo abgezogen werden, wo die Not ebenfalls übergross sei.
Vom Beispiel Kolumbien berichtete Christine Imholz (2.Bild von rechts). Sie ist seit fast zwei Jahrzehnten für die Bethlehemmission Immensee in Kolumbien tätig. Die Zahlen von Gewaltopfern durch Bürgerkrieg, kriminelle Banden und milititärische wie polizeiliche Gewalt in dem südamerikanischen Land entsprächen denen eines vom Sunami betroffenen Landes gleicher Grösse, so die Ostschweizerin, nur dass Jahr für Jahr viel ebenso viele Menschen umkämen und die Weltöffentlichkeit davon kaum Notiz nähme. Es gibt aber auch hoffnungmachende Zeichen. So erzählte die Missionarin von Aktionen gewaltfreien Widerstandes der Ureinwohner im Gebiet Cauca, mit denen diese sich gegen Drogenbanden oder militante Grossgrundbesitzer bereits mit einigem Erfolg hätten durchsetzen können.
Andere frohmachende Töne christlicher Friedenssehnsucht bewegten die Teilnehmer während des kurzen Auftritts des Popchor Gossau (Bild rechts) unter der Leitung von Kirchenmusiker Jonathan Schaffner. ″We are the people″ sangen die jungen Leute, und ″We shall overcome″. Gewalt hat nicht das letzte Wort. |
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Martin Breitenfeldt; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
13.01.2005 |
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Weiterführender Link:
Kampagne 2005 Weiterführende Infos als Dateidownload:
VORTRAG ENNS zum Download als pdf |
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