Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Anders - wie denn sonst?



 
Mit dem Entfachen des Synodefeuers und dem Grusswort von Bundesrätin Calmy-Rey begann am 4. September 2004 in Basel die 3. Frauensynode.
 
Mehr als 600 Frauen aus der ganzen Schweiz haben an der 3. Frauensynode in Basel teilgenommen. Auch aus der Ostschweiz sind viele kirchlich engagierte Frauen nach Basel gereist. Für die Teilnehmerinnen vom Frauennetzwerk der St. Galler Kantonalkirche hat Marlise Schiltknecht, Beauftragte für Frauenfragen, ein Ansteckschild verschickt. So konnten sich die Frauen spätestens beim Umsteigen im Hauptbahnhof Zürich begrüssen und die Reise nach Basel gemeinsam fortführen.

Die Synode wurde mit viel Liebe und sehr professionell organisiert. Anstelle von Hinweisschildern waren ab Bahnhof Basel immer wieder Frauen mit beschilderten Stangen präsent, die den Weg zur Martinskirche wiesen. Auch fürs leibliche Wohl war gesorgt, sei es bei der Ankunft vor der Martinskirche, beim Lunch vor dem Münster oder nach Synodeschluss im Kreuzgang des Münsters.

Bundesrätin Calmy-Rey forderte die Frauen auf, sich vehement für die Mutterschaftsversicherung einzusetzen. Auf keinen Fall dürfe es passieren, dass diese Abstimmungsvorlage scheitere, weil zu wenig Befürwortende an die Urne gingen. Ständerätin Anita Fetz begrüsste die Teilnehmerinnen namens der Basler Regierung. Danach zeigte die TheaterFalle Basel die Interaktion "Frauen sind divers". Prof. Andrea Maihofer, Inhaberin des ersten Lehrstuhls für Geschlechterforschung in der Schweiz, referierte über "Welches Anderssein lassen wir zu?".

Nach dem gemeinsamen Lunch unter dem offenen Festzelt oder auf der Rheinmauer wurde in vielen verschiedenen Ateliers weiter gearbeitet. Danach kehrten die Frauen zur liturgischen Abschlussfeier in die Martinskirche zurück. Im Anschluss daran verlieh Hanna Strack den Gottespoetinnenpreis an Susanne Kramer Friedrich. Die Basler Grossratspräsidentin Beatrice Inglin meinte in ihrem Schlusswort, dass es wahr sei, dass Frauen ins Haus gehörten, aber ins Gemeindehaus, ins Grossratshaus und ins Bundeshaus. Und ihr Wunsch, dass die katholischen Frauen bald auch gleichberechtigt ins Gotteshaus gehören, wurde von den Teilnehmerinnen mit grossem Applaus bedacht.

In der Offenen Kirche Elisabethen fand später noch "ein anderes Fest/Essen" statt. Die meisten Ostschweizerinnen allerdings mussten sich bereits vorher auf die Heimreise begeben. Die Glut des Synodefeuers haben Innerschweizer Frauen in einem Eisenkessel mit nach Hause getragen. Sie wollen die Glut vor dem Verlöschen bewahren und dafür sorgen, dass in einigen Jahren in der Innerschweiz die 4. Frauensynode stattfinden kann.
 
Heidi Amstutz; Arbeitsbereich Männer / Frauen / Genderfragen,
07.09.2004

 
Weiterführender Link:
 Die Web-Seite der Frauensynode
 

 
 
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