Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

"Tintons blessing hands" können sich regen



 
"Tinton’s blessing hands" (Tinton’s segnende Hände) steht gross über den Eingang der Werkstatt, in der der junge Ghanaer mit einer handvoll Angestellter und Lehrlinge Fernseher repariert (Bild oben, ganz links). Der Handwerker bekennt sich mit diesem für uns ungewöhnlichen Namen, ebenso wie unzählige andere kleine Geschäftsleute in Accra, zu seinem persönlichen Glauben. Und er empfindet den Kleinkredit von „ECLOF“ Ghana als Segen, der Segen vermehrt.
 
Der Ökumenische Darlehensfonds (ECLOF) ist eine gemeinnützige Organisation, nach Kriegsende in Genf gegründet, um den Wiederaufbau von Kirchen, Schulen und anderen gemeinschaftsbezogenen Projekten zu ermöglichen. Die Mehrzahl der ECLOF-Komitees befindet sich heute jedoch im Süden der Erde. Die Darlehensprogramme konzentrieren sich auf Entwicklungsprojekte an der Basis.

Vier Projekte schauten wir uns im August 2004 an, am Rande der Generalversammlung des Reformierten Weltbundes in Ghanas Hauptstadt. Die Schweizer Besuchsgruppe wurde angeführt von Prof.Dr.Christoph Stückelberger (Bern), dem derzeitigen Präsidenten von ECLOF. Zunächst besuchten wir eine Kirchenbaustelle (Bild oben, Mitte links). Ghana ist "Erweckungsland", erfahren wir vom Presbyterianerpfarrer: nicht nur durch Zuzug und Gemeindewechsel, sondern durch Konversionen wachsen die protestantischen Kirchen. Der Bedarf an neuen Gotteshäusern ist gross.

Zweite Station: eine Schule (Bild oben, Mitte rechts). Statt "Pinkelecke" im Freien verfügt sie nun über funktionierende Toiletten mit Wasserspülung für die Schülerinnen und Schüler. Nach der Tanzvorführung im Pausenhof und dem Test durch die Besuchergruppe zieht diese weiter auf den Naturalienmarkt (Bild oben, ganz rechts).

Hier erzählen wuchtige Frauen von ihren Geschäften. Kostet eine Ware im Einkauf 100.000 Cedis musste sie vorher 120.000 zahlen, weiss Elizabeth zu berichten. Auf Pump beim Grosshändler bzw. Erzeuger zu kaufen war teuer, und ihre Marge war marginal. Jetzt, wo sie mit Bargeld kommt, kann sie mehr einkaufen und den Preis gar auf 80.000 drücken – ihr Verdienst wächst um ein Vielfaches dessen, was sie der Kleinkredit bei ECLOF kostet. Dessen Bedingungen sind so günstig wie nirgendwo anders. Sämtliche Händler dieses Marktes haben solche Kredite bekommen und begrüssen uns aufs herzlichste.

Was wir gesehen und gehört haben, überzeugt: ECLOF ist allerbeste Hilfe zur Selbsthilfe. Die Darlehen dienen dem Aufbau eigener Existenzen und der Entwicklung von Kirchen, Schulen und anderer gemeinnütziger Einrichtungen. Die Nachfrage übersteigt allerdings bei weitem die finanziellen Möglichkeiten des Fonds. Wer von der Schweiz aus ECLOF unterstützen will kann das am besten über "Brot für alle" tun.
 
Martin Breitenfeldt; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
02.09.2004

 
Weiterführende Links:
 ECLOF-Webseite
 Brot für Alle
 

 
 
© Alle Bilder und Texte sind Eigentum der
Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen, Schweiz