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Kuba: ″Glauben leben, nicht nur reden″. Theologiestudent Cyril Schmitt auf Stippvisite daheim

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″Mein Glaube ist offener geworden″, sagt Cyril auf die Frage, was der Aufenthalt in Lateinamerika für ihn spirituell zur Folge hat. ″Ich merke, dass es ganz verschiedene Zugänge zum Glauben geben kann. Die Leute leben ihn auf ihre Art, in und mit ihrer Kultur, eben anders als ich. Zum Beispiel, wenn Reformierte ursprünglich wohl afrokaribische Riten der Santería integrieren. Das bleibt mir fremd, aber ich kann es tolerieren. Vor allem aber habe ich auf Kuba gespürt: Glauben kann man leben, und nicht nur darüber reden. Lateinamerikaner sind näher bei sich selbst und an der aktuellen Situation, wenn sie Theologie treiben.″ |
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Der junge Mann aus Schmerikon ist eigentlich gar nicht hier. Und das auch nur ganz kurz. Und wohl eher nur körperlich. Eigentlich weilt er in Lateinamerika, und zwar seit Oktober letzten Jahres. Nach einem Sprachaufenthalt in Ecuador und einem Theologiekurs in Costa Rica ist er unterdessen nach Kuba geraten und absolviert dort ein kirchliches Praktikum - alles eigenfinanziert. Er wohnt bei einer reformierten Gastfamilie in der Provinz Sancti Spiritus.
″Natürlich ist der Aufenthalt für mich auch eine Art ″Horizonterweiterung″. Mir geht es erst einmal um Offensein, Zuhören, Hinsehen, Begreifenlernen. Aber ich arbeite auch praktisch in der Kirchgemeinde mit.″ Cyril konnte bereits predigen und
gestaltete Bibelstunden mit jungen Leuten. Er übernimmt Büroarbeiten, Übersetzungen und einiges mehr. Im Moment -das ist der Hauptgrund seiner kurzen Stippvisite daheim- bereitet er ein Treffen junger Leute auf Kuba vor, zu dem
auch Schweizerinnen und Schweizer nach Kuba eingeladen sind.
Ob er inmitten der ökonomischen Misere Kubas nicht nur als ″Geldsack auf Beinen″ wahrgenommen wird, will ich von ihm wissen. ″Ich wohne bei einer Familie, bei der bereits einige Mitglieder von Schweizer Kirchen eingeladen wurden und die die Schweizer Realität auch persönlich kennen. Da muss ich mich nicht als Aussenseiter fühlen, sondern ich werde einfach warmherzig aufgenommen und auch nicht irgendwie bevorzugt etwa weil ich Devisen bringe.″ Aber wo sie ihn nicht kennen, erzählt Cyril, da werde er doch immer wieder auf Geld angesprochen oder auch unbillig privilegiert. ″Das ist das Schlimmste!″
″Sicher, ich erlebe mich dort in Übersee bewusster als Schweizer. Einerseits indem ich merke, Schweizerisches ist etwas wert in der Welt, geniesst Vertrauen. Andererseits wird einem klar, wo unser Land überall die Finger drin hat mit seinen Banken und dem ganzen System. Und ich beginne über den Schweizerischen und Europäischen Horizont hinaus zu sehen, mich sozusagen als Weltbürger zu fühlen. Das wird sich bestimmt in meinem ganzen restlichen Leben auswirken″.
Was ihm besonders fehlen wird wenn er im kommenden Oktober endgültig wieder kommt, will ich von ihm wissen. ″Die Lebensfreude! Die Leute haben zwar nichts, aber sie können sich freuen an einer Blume, am Tanz, an der Musik, an Körperlichkeit. Sicher: Kuba ist absolut kein Idyll. Aber sie haben dort einen enormen Reichtum an Wärme und Lebendigkeit, den wir in der Schweiz so nicht kennen″.
Und doch, sagt Cyril, wird auch etwas davon mit ihm heim kommen und bei ihm bleiben. ″Ich habe zum Beispiel gelernt, geduldiger zu sein. Wenn der Bus heute nicht kommt, dann eben morgen. Wozu fluchen? Ich lebe den Augenblick bewusster, zusammen mit denen die jetzt da sind″.
Wer Cyril Schmitt persönlich erleben will, hat am kommenden Sonntag, dem 27.6. zwischen 19 und 22 Uhr Gelegenheit dazu, und zwar beim gemütlichen Grillierabend im Pfarrgarten Zürcherstr.5 in Rapperswil (Tel.: 055 210 27 03). Dort wird er berichten. Dabei geht es unter anderem auch um die für September geplante Reise für Jugendliche und junge Erwachsene, zu der letzte Anmeldungen noch entgegen genommen werden. |
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Martin Breitenfeldt; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
23.06.2004 |
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Weiterführender Link:
Näheres zur Kuba-Reise Weiterführende Infos als Dateidownload:
Flyer zur Reise |
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Übersicht im Bereich: Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
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