Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Kirchenrat genehmigt Auslandshilfe



 
Der Rat der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen hat auf seiner Sitzung am 21.Juni wie in jedem Halbjahr umfangreiche Mittel für kirchliche und entwicklungsbezogene Projekte im Ausland genehmigt. Dabei ging es jetzt nur um jene variablen Posten, die nicht ohnehin Brot für Alle, Mission21, HEKS sowie anderen der Landeskirche besonders verbundenen Organisationen regelmässig zugesprochen sind.
 
Es gingen 15.000 Franken an ein Projekt des CVJM in Guatemala. In dem nach wie vor von Gewalt gezeichneten Land lernen junge Menschen in speziellen Kursen, eine Kultur des Friedens zu leben, privat wie öffentlich. Je zehntausend Franken gingen an zwei unterschiedliche Projekte in Chile. Seit drei Jahren haben die 17% Protestanten in Chile die Möglichkeit, an öffentlichen Schulen evangelischen Religionsunterricht zu erteilen. Jedoch gibt es noch kein einziges Schulbuch für dieses Fach; es wird mit Sonntagsschulmaterial gearbeitet. Entwicklung und Druck eines Religionsbuches wurden nun von St.Gallen aus gefördert. Ebenfalls unterstützt wurde eine Schreinerwerkstatt für Arbeitslose, die vom Evangelischen Entwicklungsdienst der chilenischen Kirchen in der Stadt Coronel organisiert wird. Weitere Summen waren für folgende Zwecke bestimmt: Unesco-Lehrstuhl in Budapest (besetzt mit einem Schweizer Theologen), Friedensbeobachtung in Palästina, ein Projekt zur Förderung gerecht gehandelter Bekleidung und Waschmaschinen für ein Spital in Sombor (Vojvodina). Weiter wurden unterstützt: Wasserprojekte im Sudan, Arbeit mit Aids-Waisen in Tansania, ein Schulprojekt in Pakistan, die Reise einer ökumenischen Delegation aus Rumänien und die von Süd-Delegierten zur bevorstehenden Generalversammlung des Reformierten Weltbundes in Accra. Der geringste, aber ebenfalls höchst effektiv eingesetzte Beitrag ging an eine kleine brasilianische Kirche im Slum von Curitiba, die wegen Nichtzahlung der monatlichen Beiträge den Grund und Boden zu verlieren drohte, auf dem ihre Kapelle steht. Die Summe des heuer bewilligten Geldes beträgt 76.600 Franken. Die in diesem Jahr budgetierte Gesamtsumme beträgt knapp das Zehnfache davon. In der Dezembersitzung werden weitere Anträge beschieden.

Kurz vor der Junisitzung des Kirchenrates kam ein besonderer Gruß aus der ehemaligen Sowjetunion. Dank im Dezember bewilligter Gelder aus St.Gallen konnte eine erste Übersetzung von Lukasevangelium und Apostelgeschichte in lesginischer Sprache gedruckt werden (siehe Bild). Frau Dr.Marianne Beerle-Moor, in Moskau tätige Schweizer Leiterin des dortigen Institutes für Bibelübersetzung, dankte dem Kirchenrat für den St.Galler Beitrag, der es ermöglicht, dass die Mitglieder der christlichen Lesginier nun nach langem Warten zumindest Teile der Heiligen Schrift in ihrer Muttersprache lesen können.
 
Martin Breitenfeldt; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
23.06.2004

 
 
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