Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Basel: Afrikanerin leitet neu gegründetes Missionsparlament



 
Mission21 konstituierte internationale Synode und wählte Grace Eneme aus Kamerun als Präsidentin. "Das ist eine Revolution!", kommentierte Gastredner Pfr. Dr. Samuel Kobia, Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen, die Wahl.
 
Die 48 Delegierten von den mission21- Partnerkirchen und -organisationen in Afrika, Asien und Lateinamerika sowie den Trägervereinen in Europa haben in der vergangenen Woche das Geschäftsreglement der Missionssynode verabschiedet und die Leitenden der Missionssynode für eine Amtdauer von sechs Jahren gewählt. Mit der Wahl von Grace Eneme als Präsidentin und dem indonesischen Pfarrer Nicolaas Gara als Vizepräsidenten haben sich die Synodemitglieder für zwei missionarisch sehr erfahrene und entwicklungspolitisch mutige Persönlichkeiten aus zwei verschiedenen Kontinenten entschieden. Beide sind mit mission 21, evangelisches missionswerk basel, seit Jahrzehnten verbunden. Sie engagierten sich bereits in den 1990er Jahren im vom heutigen Trägerverein Basler Mission initiierten Mitbestimmungs-prozess. Grace Eneme: "Als gemeinsames Missionswerk lernen wir voneinander, teilen miteinander und geben unserem Glauben ein konkretes Gesicht, in dem wir uns für Gerechtigkeit und Frieden in unseren lokalen Gemeinden einsetzen."

Stellvertretend für die Delegierten aus Lateinamerika meinte die peruanische Theologin und Ökonomin Aurora Luna Juanillo zur Wahl: "Wir freuen uns sehr! Uns ist wichtig, dass diese Ämter von Personen ausserhalb Europas wahrgenommen werden und dass die Frauen gut vertreten sind. Die europäischen Delegierten sind sehr gut informiert und sehr solidarisch, trotzdem ist es ein grosser Unterschied, in welchen Realitäten man lebt."

Grace Eneme, 60, ist Koordinatorin des Afrikanischen Frauen-Netzwerkes von mission 21. Die Ziele und Auswirkungen ihrer Arbeit sind die Vernetzung von Frauen verschiedener Denominationen, die Entwicklung durch Qualifiktion und Empowerment von Frauen in ökonomischen, sozialen und spirituellen Bereichen.
Zudem leitet sie für FEMEC - einem Zusammenschluss von neun evangelischen Kirchen in Kamerun - das Sekretariat Soziale Entwicklung. Hautpaufgabe von FEMEC ist die Pflege und Vertiefung der ökumenischen Partnerschaft. Die Kamerunerin hat sich in Schottland und Jamaica in Sozialarbeit und Theologie ausgebildet und verfügt über langjährige Praxiserfahrung. So hat sie bereits vor zwanzig Jahren im Norden Kameruns mit muslimischen Frauen der benachteiligten nomadisierenden Fulani-Ethnie Netzwerke geknüpft. Diese Verbundenheit mit der Basis gepaart mit einer fundierten Weiterbildung in Entwicklungszusammenarbeit (Schwerpunkt: partizipativer Ansatz), Projektmanagement (Entwicklung, Ausführung, Überwachung und Evaluation von Projekten PUME), "Conflict-Resolution" und Gender zeichnet die Kamerunerin als fachlich wie menschlich äusserst profilierte und überall geschätzte Persönlichkeit aus.
 
M.Breitenfeldt/B.Graf; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
21.06.2004

 
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