Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Auslandspraktika: Junge Rückkehrer berichteten



 
Junge Schweizerinnen und Schweizer helfen mit und entwickeln dabei neue Perspektiven für sich.
 
"Ich konnte kein Armenisch und in meiner armenischen Gastfamilie konnten nur die Jüngeren ein paar Brocken Englisch. Trotzdem haben wir uns irgendwie verstanden und sogar über vieles diskutiert." CEVI-Mann Philipp hatte Momente, in denen er es vermisste, einfach Schweizerdeutsch reden zu können. Aber wirkliche Krisen hatte er bei seinem Aufenthalt in Armenien nicht. Er half im dortigen CJVM mit und lernte dabei ein geheimnisvolles Land mit grosser, aber auch sehr leidvoller Geschichte kennen. Was ihm vor allem auffiel war die Gastfreundschaft der Menschen, trotz sehr bescheidener Verhältnisse. "Eigentlich war ich ja der, der das Geld hatte. Aber dass ich irgendwo hätte bezahlen sollen kam gar nicht in Frage." Der Ostschweizer Junglehrer hält nach wie vor Kontakt mit den Leuten in Spitak, und sicher wird er eines Tages dorthin zurückkehren.
Auch für Isabel gingen in der kurzen Zeit im Senegal viele Türen auf, bei Armen und Reichen. "Wenn die Leute hier in der Schweiz Bus fahren, dann setzen sie sich wenn es irgend geht separat. Ganz anders dort: man war eigentlich nie allein." Die junge Frau, die sich im Moment auf einen kirchlichen Beruf vorbereitet, war mit dem WEC unterwegs, dem "Weltweiten Einsatz für Christus" (Rüti). Sie betreute dort ein Lesezimmer, eine Art kleine Gemeinschaftsbibliothek. Anders als Philipp hatte sie Schweizer in der Nähe. "Was mir auffiel als ich heim kam? Dass viele Leute hier materiell gut dran sind und doch nicht glücklich."
Elektriker Markus ging mit drei weiteren Schweizern nach Kamerun, für ein Jahr mit dem Praktikantenprogramm "pep!" von mission21(siehe unten angegebener Link). "Ich bin religiös nicht festgelegt", sagt Markus, "aber mir war klar, dass ich mit einer evangelischen Missionsgesellschaft in eine reformierte Partnerkirche gehe. Die schwarze Spiritualität hat mich sehr beeindruckt. Glaube ist in Afrika viel selbstverständlicher, direkter als bei uns." Auch in der täglichen Arbeit, vom Kontrollieren der Kabel bis hin zur Installation von PC-Netzwerken wurde Markus nicht langweilig, und vor kurzem wurde er sogar noch einmal direkt für einen Kurzeinsatz angefragt. Wie die beiden anderen Rückgekehrten auch betonte er, dass die Zeit des Überseeaufenthaltes prägend und hilfreich für ihn gewesen sei. Ob er noch einmal länger gehen wolle? "Ich mache jetzt noch eine Zusatzausbildung, aber danach, wenn es passt, vielleicht schon."
Das Treffen war organisiert von den Arbeitsstellen OeME (Martin Breitenfeldt) und Jugend (Peter Christinger). Am Ende wurden Wege und Möglichkeiten für Interessierte aufgezeigt, einen Praktikumsplatz zu finden. Ein guter Start ist dabei cinfo(Zentrum für Information, Beratung und Bildung). Neben aktuellen Angeboten -für Praktika allerdings eher wenig- kann man allgemeine Informationen und Tipps zum Thema Kurzeinsätze abrufen (siehe unten angegebener Link) Interessierte wenden sich aber auch gern an die OeME-Stelle St.Gallen.
 
Martin Breitenfeldt; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
08.06.2004

 
Weiterführende Links:
 Offene Stellen/Kurzeinsätze mit mission21
 CINFO-Hinweise als pdf-Datei
 

 
 
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