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User heute: 330 Seit 2.4.06: 1284461 User online: 14 Statistik
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"Begegnung konfessioneller Familien" in Santiago de Chile

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"Misión integral": Lateinamerikanischer Kirchenbund CLAI fördert Gemeinsamkeit bei der Erfüllung des ganzheitlichen Auftrags |
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Vom 17.-19. Mai fand in Santiago de Chile das zweite "Treffen konfessioneller Familien" statt, das der Lateinamerikanische Kirchenrat CLAI ( http://www.clai.org.ec ) ausrichtete, um -so die Einladenden- "unter der Leitung des Heiligen Geistes beim Aufbau der Kirche des Herrn weiter voran zu schreiten".
65 kirchenleitende Personen aus 15 Ländern Lateinamerikas von Puerto Rico bis Feuerland waren der Einladung ins Dominikanerkloster Santiago-Las Condes gefolgt, ausserdem ein Vertreter des Ökumanischen Rates in Genf und zwei vom US-Kirchenrat. Als Gäste und Referenten aus Europa waren zudem der rumänische Orthodoxe Viorel Ionita (KEK Genf), Sabine Plonz (EMW Hamburg) und Martin Breitenfeldt (OeME St.Gallen) gekommen. Das Treffen war Folgeveranstaltung der Konsultation "auf dem Weg zu einer sinnvollen Zusammenarbeit in der Mission", die im April 2003 im norddeutschen Bad Segeberg stattgefunden hatte. (Siehe im Internet www.emwd.de/de.root/de.archiv/de.archiv.doku/de.doku.23/ und www.cec-kek.org/Deutsch/BriefBadSegeberg.D.pdf)
Das Spektrum des dicht gedrängten Programms war breit: von der Kooperation in
Entwicklungsfragen zur spezifischen politischen Situation in Venezuela (man erfuhr: die meisten evangelischen Kirchen unterstützen tendenziell Staatschef Chavez), von brasilianischer Inkulturierung des Evangeliums mit der Folge erheblichen Gemeindewachstums bis zur Problematik der rund 300.000 illegalen Equatorianern in Südeuropa, von den Erfolgen des chilenischen "pueblo evangélico" bei der Durchsetzung eines Religions-Gleichstellungsgesetzes bis zur Frage was "Gerechtigkeit aus Glauben" für die wachsenden Massen von Lateinamerikanern bedeutet, die infolge neoliberaler Globalisierung verelenden.
Zum Abschluss wandte sich die Konferenz an die Kirchenfamilien in Lateinamerika und Übersee: "Wir ermuntern euch, in ganzheitlicher Spiritualität zu wachsen und euren Dienst so zu tun, dass er sich auf die geistige, emotionale, geistliche und physische Dimension des Menschen in der Gesellschaft richtet. Die Polarisierungen zwischen dem Geistlichen und dem Materiellen sowie zwischen Kirchen unterschiedlicher Ausrichtung müssen überwunden werden... Mit Gottes Hilfe werden wir Kirchen entwickeln, deren Qualitäten Einmütigkeit, Liebe und Gerechtigkeit heissen."
Die eigentliche Botschaft hinter den Botschaften des Treffens ist die Teilnehmerliste: die Lateinamerikaner kamen aus traditionellen CLAI-Mitgliedskirchen (Methodisten, Reformierte, Lutheraner usw.), aber neuerdings eben auch aus solchen Kirchen, die das Wort "ökumenisch" lange Zeit für obsolet hielten und den CLAI nicht als Gesprächspartner wahrnahmen: diverse genuin lateinamerikanische Pfingstkirchen sowie andere evangelistisch-biblizistische Kirchen und Gemeinschaften nordamerikanischer Provenienz. Nicht zuletzt Dank seines kommunikativen Generalsekretäres - der Kubaner Israel Batista (Foto) kann schreiben wie ein Befreiungstheologe, Ansprachen halten wie ein feuriger Erweckungsprediger und im persönlichen Umgang doch stets leutselig und humorvoll bleiben - ist es dem CLAI geglückt, eine Tendenz zu verstärken, die unter den Evangelischen bzw. Protestanten in ganz Lateinamerika verstärkt zu beobachten ist. Früher stand die kleine Gruppe der aus dem Norden unterstützten protestantischen Ökumeniker der Masse wachsender evangelischer Kirchen in ihren Ländern eher abgehoben und relativ verbindungslos gegenüber. Der neue Trend: während nicht dialogfähige Fundamentalisten sich weiterhin isolieren begegnen sich Ökumeniker und gesprächsoffene Vertreter der wachsenden Kirchen. Sie interpretieren das Anderssein des jeweiligen Gegenübers immer weiniger als Distanzierungsgrund, sondern immer mehr als komplementäre Gabe.
Auch in Santiago wurde intensiv ausgetauscht, was bei der Erfüllung eines ganzheitlichen Auftrages, der vielzitierten "misión integral" helfen kann: evangelistisch-gemeindeentwickelnde, geistliche und gottesdienstgestalterische Kompetenzen auf der einen Seite sowie theologische, politisch-analytische, diakonische, organisatorische, vernetzende Kompetenzen eher auf der anderen. Latent vorhandene Widersprüche wurden stehen gelassen und wohl bewusst nicht aufgelöst. Keine Zeit zum Streiten, wohl aber zum gottesdienstlichen Feiern: der überschwängliche Lobpreis vor der biblischen Besinnung am Morgen sowie der bunte und bewegte Abschlussgottesdienst in einer grossen Pfingstkirche der Weinbaustadt Curicó verstärkten das Gefühl: wir sind unterschiedlich, aber unsere Mission verbindet uns.
Vor allem für die innerprotestantische Ökumene wird es hilfreich sein, auf die Entwicklungen in Lateinamerika zu achten und positive Impulse aufzunehmen. |
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Martin Breitenfeldt; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
03.06.2004 |
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Weiterführender Link:
Konferenzberichte in spanischer Sprache |
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