Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Eine neue Jugendarbeits-Ausbildung auf HF-Niveau?

Eine ganz neue Ausbildung für Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter soll entstehen. Speziell daran ist das dabei geplante Ausbildungsniveau Höhere Fachschule.
 
Seit Jahren wird in Fachkreisen der ausserschulischen Jugendarbeit der mangelnde Nachwuchs beklagt. Auf viele Stellenausschreibung melden sich kaum Bewerber/-innen. Deshalb gab die Kommission der Fachstelle für kirchliche Jugendarbeit Zürich Anfang 2002 den Auftrag zur Konzeptarbeit.

Der Bedarf ist vorhanden

Nach intensiven Abklärungen und Vorarbeiten kommt die aus Vertretern/-innen beider Landeskirchen und des Dachverbands offene Jugendarbeit DOJ zusammengesetzte Projektgruppe unter der Leitung von Marie Therese Beeler, Liestal, zum Schluss, dass eine neue Jugendarbeitsausbildung auf Niveau Höhere Fachschule angeboten werden soll. Denn Absolventen/-innen von Fachhochschulen würden in der Regel nur kurze Zeit an Jugendarbeitsstellen arbeiten. Gefragt sei also eine theoretisch fundierte, aber klar praxisorientierte Ausbildung mit sozialräumlichem Ansatz.

Eine Höhere Fachschule ist anschlussfähig

Die Ausbildung auf HF-Niveau hat auf dem Markt nur dann Chancen, wenn eine spätere Anschlussmöglichkeit für HF-Absolventen/-innen an eine FH zu akzeptablen Bedingungen gewährleistet werden kann. Vorstellungen dazu bestehen, wie der Text der bis Mitte Juli 04 laufenden Vernehmlassung des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie BBT zur Verordnung für die Höheren Fachschulen zeigt: Um mit einer Höheren Fachschule gleichzeitig die Fachhochschulreife zu erlangen, wird eine insgesamt höhere Stundenzahl für die HF-Ausbildung vorausgesetzt.

Trotzdem nicht unumstritten

Natürlich ist das Vorhaben aus bildungs- und wettbewerbspolitischen Gründen sowohl innerkirchlich, als auch in Fachkreisen der Sozialen Arbeit nicht unumstritten.
Gegenwärtig laufen konkrete Verhandlungen mit einer Ausbildungsstätten, welche eine neue Ausbildung aufnehmen und in ihre vorhandene Studienstruktur integrieren könnte. Nächste grosse Aufgabe wird die Finanzierung sein. Der Start des ersten Studiengangs ist auf 2005 oder 2006 geplant.
 
Paul Baumann-Aerne; Arbeitsstelle Jugendfragen,
11.06.2004

 
Weiterführender Link:
 Informationen zu Höheren Fachschulen mit Links zur BBT-Vernehmlassung
 

 
 
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