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Diskussionsanstösse zum Film von Mel Gibson "The Passion Of The Christ"
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Ein umstrittener Film. Hier einige Impulse für das Gespräch in Gruppen. |
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Der Film "The Passion Of The Christ" ist seit Mitte März auf den Leinwänden zu sehen. Die meisten Kommentatoren beklagen die Blutrünstigkeit dieses Filmes.
Es kann sein, dass in einer Gruppe der Wunsch auftaucht, den Film gemeinsam zu sehen und zu diskutieren. Zu diesem Zweck hier einige Fragen als Anregung für ein Filmgespräch.
Impulse für das Gespräch:
1. Wie ist meine Grundstimmung nach diesem Film?
2. Wie bin ich mit den Gewaltdarstellungen umgegangen?
Hier sollten einige Kritiken zur Diskussion gestellt werden: Gibson habe die Folterszenen darum ins Unerträgliche intensiviert, um das Sündenbewusstsein in den Zuschauern zu steigern. Andere (etwa der Psychoanalytiker Mario Erdheim) warnen, der Film leiste einer groben Schwarz-Weiss-Malerei Vorschub und begünstige ein Weltbild, das geprägt ist vom Vernichtungskampf des Lichts gegen die Finsternis.
3. Welche Personen im Film haben mich angesprochen, welche abgestossen? Warum?
4. Zur Figur Jesu: welche Übereinstimmungen sehe ich zwischen meinem Jesus-Bild und der Jesus-Darstellung im Film? Welche Widersprüche?
5. Gibson erhebt den Anspruch, zu zeigen, "wie es war". Wenn ich die 4 Evangelien als Ganze lese - mit ihren unterschiedlichen Perspektiven: welche Aspekte greift Gibson heraus, welche lässt er weg? Wo hätte ich den Akzent gesetzt?
6. Zur Figur des Teufels: weshalb wohl führt Gibson diese Personifizierung ein? Was trägt die Figur für das theologische Verstehen der Passion bei? Was sind die Folgen für das Gottes- und Weltbild?
7. Ein Hauptvorwurf gegen den Film lautet: der Film wirkt antisemitisch, weil er die Schuld für die Hinrichtung Jesu kollektiv "den Juden" anlastet und die Rolle des Pilatus verharmlost.
Frage: ist das auch mein Eindruck?
Hierher gehört unbedingt eine historische Klarstellung: die Evangelien äussern sich polemisch gegen "die Juden", weil sich zur Zeit ihrer Niederschrift die christliche Gemeinde von der jüdischen Synagoge trennt. Die historische Forschung differenziert: in der jüdischen Bevölkerung hatte höchstens die Priesteraristokratie (die Partei der Sadduzäer) ein Interesse an der Beseitigung Jesu. Der von Jesus verursachte Tumult im Tempel (die sog. "Tempelreinigung" Mk 11, 15-19 und Par.) hat da wohl eine Rolle gespielt. Die römische Besatzungsmacht (die allein befugt war, Todesurteile zu fällen und zu vollstrecken) wollte auf alle Fälle jeden beseitigen, der die Messias-Erwartungen im Volk wecken konnte.
8. Für Mel Gibson steht eine theologische Erklärung für den Tod Jesu im Vordergund: Jesus ist stellvertretend (als Sühnopfer) für unsere Sünden gestorben (vgl. den Hinweis auf Jesaja 53,5 im Vorspann).
Frage: wie stehe ich persönlich dazu?
Hier wäre es der Ort, andere Ansätze einzuführen, die den Tod Jesu stärker in den Kontext seines ganzen Lebens stellen. Etwa: der Tod des mit-leidenden Gottes (J.Moltmann), der Tod Jesu als Enthüllung und Unterbrechung des Sündenbock-Mechanismus (René Girard), der Tod Jesu als letzte Konsequenz seines Engagement, seiner Liebe für die Ausgegrenzten.
9. In den Evangelien wird die Auferstehung Jesu entdeckt, der Auferstandene erscheint den Jüngerinnen und Jüngern - im Film geschieht sie vor unseren Augen. Was beabsichtigt Gibson wohl damit? Wie kommt diese Szene bei mir an (im Zusammenhang des ganzen Films)? |
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Jacques-Antoine von Allmen; Arbeitsstelle kirchliche Erwachsenenbildung,
29.03.2004 |
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Weiterführender Link:
Kontakt zu Jacques-Antoine von Allmen |
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