Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Kirche als Wächterin der Werte - Schlussfeierlichkeiten zum 200-Jahr-Jubiläum der Evang.-ref. Kirche

Mit einem Dankgottesdienst ist am Montag 1. Dezember 2003 das Jubiläum der 200-jährigen Evang.-ref. Kirche des Kantons St. Gallen in der Kirche St. Laurenzen beendet worden. Entstanden sind neue Beziehungen, die weiter bestehen.
 
So auch jene zum Kanton St. Gallen. Er hatte für sein Jubiläum das Motto «sich neu begegnen» gewählt. Und es sei nicht nur symbolisch. Welche Bedeutung der Kanton der Kirche beimesse, verdeutliche die Anwesenheit der Gesamtregierung, sagte Regierungsratspräsident Hans Ulrich Stöckling. Die Beziehung zwischen Kirche und Staat sei schon schwieriger gewesen, der Einfluss beider Institutionen grösser, doch der Anlass zeige, dass Kirche wie Kanton nach wie den gemeinsamen Werten verpflichtet seien.


Wächterin der Werte

So sei die Schule auf der Grundlage der christlichen Werte aufgebaut. Doch nicht nur sie. «Ohne Anerkennung ethischer Wertvorstellungen ist unser Zusammenleben kaum möglich. Der Kirche als Wächterin der Werte kommt nach wie vor eine grosse Bedeutung zu», so Stöckling. Auch für ihn gelte es, die gemeinsamen Werte der Schwesterkirche in der Gesellschaft zu vermitteln, auf dass niemand im Kanton die Zukunft zu fürchten habe, sondern in ihr daheim sein könne, sagte Bischof Ivo Fürer. Und der Vizepräsident des SEK Paul Schneider stellte diese Aufgabe in den globalen Zusammenhang.
Die eigentliche Festansprache an diesem Dankgottesdienst hielt der Rektor der Universität Zürich, Hans Weder. Er sprach zum Thema «Sich der Wahrheit anvertrauen - die Bibel im Leben der Kirche und der Menschen». Für den Neutestamentler ist klar, dass echte Religion der Frage nach der Wahrheit nicht ausweichen kann. Wer sie nicht stelle, Abschied nehme und sich auf subjektive Meinungen zurückziehe, trete den Weg in die Intoleranz an. Um Wahrheit zu erfahren, müsse man aber auch empfänglich für sie sein, zuhören - nicht in Aktivismus stürzen, so Weder.


Festlich und besinnlich

Der Dankgottesdienst kam ohne übertriebene Emsigkeit aus. Vielmehr war er geprägt durch festliche Töne. Der Kirchenchor Alt St. Johann sang Lieder und die Motette von Peter Roth (Musik) und Hans Ruedi Fischer (Text), Jonathan Schaffner und Pierre Schweizer sorgten für das Eingangsspiel und das Schlussspiel, Kirchenrätin Renate Meyer-Koprio führte durch das Programm und Kirchenratspräsident Dölf Weder sprach den Segen, der übers Jubiläumsjahr hinaus wirken soll. Denn geht es nach den Verantwortlichen des Jubiläumsjahr, so sollen die guten Begegnungen, die geförderte Gemeinschaft und Solidarität weiterhin gepflegt werden.


Verbindliches und Verbindendes

Mit dem Abschluss der Jubiläumsfeierlichkeiten der reformierten St. Galler Kirche ging auch die Reise der Bibel und der Segensbücher durch die 55 Kirchgemeinden zu Ende. Für Pfarrer Hansueli Walt von der Kirchgemeinde Tablat haben die drei Segensbücher und die andern Jubiläumsprojekte viel Verbindliches und Verbindendes geschaffen. Es ist deshalb vorgesehen, dies noch einmal spürbar und erfahrbar zu machen, indem die von den Kirchbürgern gestalteten Segensbücher nochmals durch die Kirchgemeinden entsandt werden. Danach werden sie zusammen mit der Bibel ihren Platz in der «Perle», dem Sitz der Kantonalkirche, finden. «Und wenn im Jahr 2053 wieder ein Jubiläum gefeiert wird, so wird sich zeigen, ob sich die Visionen umsetzen liessen, sich die Wünsche in den Segensbücher erfüllten», sagte Synodepräsident Walter Würzer, als er Bibel und Segensbücher entgegennahm.
 
Katharina Meier - meka; OK Jubiläumsjahr 2003,
05.12.2003

 
Weiterführende Links:
 zu den Seiten zum Jubiläumsjahr
 Bilder vom Dankgottesdienst am 1. Dezember 2003
 

 
 
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