Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Gut lesbar ­ auch für Laien

Buchneuerscheinung «Johannes Kessler - Chronist der Reformation»
 
Vadian und Johannes Kessler haben die st.gallische Reformation massgebend mitgeprägt. Aus Anlass der 200 Jahre alten Evang-ref. Kirche des Kantons sowie 500 Jahre Johannes Kessler erscheint die Jubiläumsschrift «Johannes Kessler ­ Chronist der Reformation». Buchvernissage ist am Dienstag, 9. September, im St. Galler Stadthaus.

«Es gab bereits früher Anläufe, das Leben von Johannes Kessler aufzuzeichnen», erklärt Rudolf Gamper, Bibliothekar der Vadianischen Sammlung und Mitautor des neusten Werks über Kessler. Zusammen mit Frank Jehle, Universität St. Gallen und Urs Leo Gantenbein, Mathematiker und Arzt in Winterthur, hat er versucht, Kessler nicht nur als Reformator darzustellen. «Bis jetzt beruhten die Kenntnisse über Johannes Kessler ganz auf den 1902 erschienen «Sabbata», den Aufzeichnungen Kesslers über die Ereignisse seiner Zeit», sagt Gamper. Nun sei der Kreis erweitert worden, Ergänzungen hinzu gekommen.


Sonnenuhr-Spezialist
Denn laut Gamper war Johannes Kessler nicht nur Reformator sondern auch erster Bibliothekar im reformierten St.Gallen und damit Vorgänger von Gamper, sondern auch Lehrer und Sonnenuhr-Spezialist. Die drei Autoren haben die verschiedene Aufgabenbereiche Kesslers unterteilt. Gamper widmet sich Kessler als Bibliothekar, Schulmeister und Geschichtsschreiber, Urs Leo Gantenbein zeigt den Reformator als Sonnenuhr-Spezialist und Frank Jehle beleuchtet die biografischen und theologischen Aspekte des vor 500 Jahren geborenen St. Gallers.


Gewisses Umdenken
Die im Sabon-Verlag, St. Gallen erscheinende Schrift, mit 64 Seiten sowie je 12 farbigen und schwarz-weissen Abbildungen, ist nach Angaben Gampers ein gut lesbares Sachbuch, eine Lektüre auch für Laien. «Es setzt keine Fachkenntnisse voraus, sondern allenfalls ein gewisses Umdenken, Hineinversetzen in die Zeit vor 500 Jahren, mit dem Blick aus der Gegenwart.» An der Buchvernissage «Johannes Kessler ­ Chronist der Reformation» vom Dienstag, 9. September, 19.30 Uhr, im Stadthaus, St. Gallen werden Bürgerratspräsident Thomas Scheitlin, Kirchenratspräsident Dölf Weder und die Autoren Jehle und Gamper sprechen.



Mehr als nur Reformator und Prediger

Johannes Kessler kam 1502 oder 1503 zur Welt, das Geburtsdatum ist nicht genau bekannt, hingegen das Alter, als er heiratete. Kessler begeisterte sich früh für die Reformation Um die Theologie Martin Luthers kennen zu lernen, reiste er nach Wittenberg. Nach der Rückkehr verkündete er die neue Lehre in St.Gallen. Kessler war aber nicht nur Prediger und Reformator, sondern auch Schulmeister, Sonnenuhr-Spezialist und Chronist. In seinen Aufzeichnungen, den «Sabbata», beschreibt er die Ereignisse seiner Zeit. Höhepunkt der Karriere Kesslers war die Ernennung zum Leiter der evangelischen Kirche.
 
Katharina Meier - meka; OK Jubiläumsjahr 2003,
30.08.2003

 
Weiterführender Link:
 Mit Johannes Kessler nach Wittenberg - eine Reise
 

 
 
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