Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Osterbotschaft des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK

CHRISTUS IST AUFERSTANDEN! ER IST WAHRHAFTIG AUFERSTANDEN! Text der SEK-Osterbotschaft.
 
Liebe Brüder und Schwestern


CHRISTUS IST AUFERSTANDEN!

ER IST WAHRHAFTIG AUFERSTANDEN!


Unsere diesjährige Osterbotschaft steht vor dem Hintergrund des Konflikts im Irak. In diesen Tagen gelten unsere Gedanken in besonderer Weise all jenen Menschen, die von den verheerenden Zuständen im Irak betroffen sind. Wie andere Glaubensgemeinschaften auch engagierte sich der Schweizerische Evangelische Kirchenbund gemeinsam mit seinen Mitgliedkirchen bereits im Vorfeld des Krieges für eine Fortsetzung und Intensivierung des interreligiösen Dialogs - dies gerade angesichts der Tatsache, dass der Konflikt von verschiedenen Seiten religiös instru-mentalisiert wird. Die interreligiöse Feier, die am 5. März 2003 im Berner Münster stattgefunden hat, war ein erstes nationales Zeichen für den Willen der Religionsgemeinschaften, das Band des Friedens untereinander zu stärken.

Als ebenso starkes Zeichen der Verbundenheit haben wir die Osterbotschaft des Rates der Kirchen im Mittleren Osten erhalten, die wir im Folgenden mit Ihnen teilen:

«Seid gegrüsst, unsere Brüder und Schwestern in Christus in der Schweiz!

Möge die Liebe Gottes, die Gnade Christi und der verheissene Trost des

Heiligen Geistes mit Euch sein.

Wir verfolgen die Nachrichten aus dem Irak und sind ununterbrochen in Kontakt mit unseren Mitgliedkirchen in den Kriegsgebieten. Wir stehen bereit, unseren Mitgliedkirchen im Irak zu Hilfe zu eilen, um das Leid der Zivilbevölkerung in Basra, Bagdad und Mosul zu lindern. Noch immer werden diese Menschen an ihren Wohnorten von den gewaltsamen Auseinandersetzungen bedroht. Strukturen der zivilen Ordnung zerfallen und nur langsam gelingt es, neue Sicherheitsdispositive für den Schutz der Bevölkerung aufzubauen. Die Krise ist längst nicht ausgestanden, die eigentliche Arbeit beginnt erst.

Dies ist vielleicht der Moment, in dem wir einer deutlichen Osterbotschaft bedürfen. Die Fastenzeit macht uns in besonderer Weise offenbar, dass das menschliche Wesen nicht vor der Sünde gefeit ist und eine innere Neigung besitzt, anderen Leid zuzufügen. In der Karwoche haben wir uns zum Kreuz Christi hin bewegt. Wie ein anbrechender Tag erhebt sich daraus der Neubeginn von Ostern. Unsere Ängste klingen ab, weil Gott dem Leben den Sieg gegeben hat, indem er seinen Sohn von den Toten auferstehen liess. Ja, der Tod wird keine Herrschaft mehr über die Menschen haben.

Solange der ganze Leib Christi in seiner umfassenden Dimension diesem seinem ursprünglichen Erbe treu bleibt, gibt es Hoffnung in der Welt, die mit keinen Mitteln verdrängt werden kann. Wir stellen uns den Heraus-forderungen von Tod und Zerstörung im Irak und lassen uns von der Ge-wissheit leiten, dass Christus durch uns wirkt - die Verherrlichung Gottes und der Menschheit Trost werden gewiss sein.

Wir bitten Euch um Eure nicht nachlassende Solidarität mit den betroffenen Menschen und mit uns, Euren Brüdern und Schwestern im Nahen Osten. Unsere Gebete sind mit Euch, dass Frieden in Verbindung mit Gerechtigkeit schon bald zur Tagesordnung wird. Wie alle Menschen sehnen wir uns danach, unser Augenmerk auf jene Dinge richten zu können, die Frieden und Würde bringen.

So wie Ihr uns beisteht, so bekräftigen wir im Geiste die Friedensbande zwischen uns. Wir danken Euch und danken Gott, dass er Euch im Dienst des Evangeliums nicht verzagen lässt. Gott möge Euch segnen und mit Euch sein.



Dieser Osterbotschaft schliessen wir, der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, uns von Herzen an. Die Verbundenheit mit den Glaubensgemeinschaften hier wie dort betrachten wir als ebenso wichtige Aufgabe für die Zukunft wie den Wiederaufbau im Irak und die konkrete Hilfeleistung für Notleidende.

Wir wünschen Ihnen allen eine gesegnete Osterzeit.



CHRISTUS IST AUFERSTANDEN!

ER IST WAHRHAFTIG AUFERSTANDEN!



Bern, 10. April 2003

Der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes
 
SEK; Arbeitsstelle Kommunikation,
22.04.2003

 
 
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