Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Kirche weiss Schloss in guten Händen



 


 

Vor drei Jahren gab die Synode, das Parlament der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen, dem Kirchenrat den Auftrag, das Tagungs- und Begegnungszentrum Schloss Wartensee zu verkaufen. Heute morgen, am 11. Juli 2012, erfolgte nun die grundbuchamtliche Verschreibung. Der neue Schlossherr auf Wartensee heisst Urs Räbsamen, Ur-Rorschacherbergler und Inhaber eines Ingenieurbüros und einer Immobilienverwaltung in Zürich. Der Kirchenrat freut sich über den Vertragsabschluss; ganz besonders darum, weil Urs Räbsamen das Schloss in der bisherigen Form nutzen möchte: Unter der Leitung von René Engler bleibt es der Öffentlichkeit als Hotel- und Tagungsbetrieb erhalten. Engler und Räbsamen möchten zudem die Gastronomie ausbauen. René Engler führt in Rorschach bereits die Restaurants Mariaberg sowie Englers am See.

Der Kirchenrat hat sich mit dem Verkauf an Urs Räbsamen für einen Käufer entschieden, der einerseits den Wartensee gut kennt, andererseits die bisherige Nutzung beibehalten und ausbauen möchte. Dem Kirchenrat lagen am Schluss noch zwei finanziell attraktivere Kaufangebote vor, allerdings mit anderem Verwendungszweck. Den klaren Entscheid des Stimmvolkes von Rorschacherberg, den Wartensee von der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen in eine neue Grün- und Schutzzone Schloss umzuzonen, bestätigte den Rat in seinem Wunsch, Schloss Wartensee und den wundervollen Park soweit möglich in der bisherigen Form und Funktion zu erhalten. Dem hat er mit seinem Entscheid nun nachgelebt.

Die St.Galler Kirche löst aus dem Verkauf rund acht Millionen Franken. Mit dem Geld äufnet die Kirche einen sogenannten Wartensee-Fonds, der für regionale und innovative Projekte der St. Galler Kirchgemeinden bestimmt ist.

Mit dem Verkaufsabschluss geht für den Kirchenrat eine intensive Zeit zu Ende. Sie war geprägt von zahllosen Verkaufsgesprächen, rechtlichen Abklärungen und dem Prüfen von Kaufangeboten. Glücklicherweise konnte immer auf eine hervorragende Zusammenarbeit mit der Gemeinde gezählt werden. Ihrem Präsidenten Beat Hirs gehört ein spezieller Dank dafür. Bereits im Juni 2010 stand man nah vor dem Verkauf. Eine dänische Bank bekundete Interesse und sicherte sich dieses mit einem Kaufrecht.
Die Vorbereitungen zum Verkauf erwiesen sich wegen ausländerrechtlicher Bestimmungen und der notwendigen Umzonung der Liegenschaft als anspruchsvoll und zogen sich bis in den Herbst 2011 dahin. Kurz nach erfolgreich ergriffenem Referendum gegen die Umzonung der Schlossliegenschaft verzichtete die Bank „aus kommerziellen Gründen“ auf die Ausübung ihres Kaufrechtes.
In der Zwischenzeit hatte sich die Weiterführung des Betriebes unter dem ständigen Druck eines bevorstehenden Verkaufs nicht mehr vernünftig aufrecht erhalten lassen. Er wurde deshalb per 15. Dezember 2011 geschlossen.
Nach dem deutlichen Votum der Stimmbürger für die Umzonung im März dieses Jahres kontaktierte der Kirchenrat nochmals alle bisherigen Interessenten, rund fünfzig an der Zahl. Drei Kaufofferten kamen darauf in die engere Wahl. Schliesslich entschied sich der Kirchenrat anfangs Juni für den Verkauf an Urs Räbsamen.

Die St.Galler Kirche war seit 1985 Besitzerin des hoch über dem Bodensee gelegenen Schlosses. Grund für den Kauf waren damals finanzielle Engpässe des Vereins Wartensee, dem damaligen Träger der Liegenschaft. Der kirchennahe Verein hatte das Schloss während knapp drei Jahrzehnten als Heimstätte geführt. Weil in den 90iger Jahren die kirchliche Heimstättenbewegung der Nachkriegszeit ihren Zenit überschritten hatte, wurde es für die Kantonalkirche immer schwieriger, dem Schloss ein wirksames kirchliches Profil zu verleihen. Dies zeigte sich etwa an den Belegungszahlen. Weniger als ein Fünftel der Gäste auf Schloss Wartensee waren in den letzten Jahren noch kirchliche oder soziale Gruppen. Entsprechend gehöre es nicht mehr zum zentralen Auftrag der Kantonalkirche, ein eigenes Begegnungs- und Tagungszentrum zu führen, waren sich Synode und Kirchenrat beim Entscheid zum Verkauf einig.
kid/Ack
 

Andreas Ackermann; Arbeitsstelle Kommunikation, 11.07.2012
 


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