Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Wartensee-Erlös zurück an die Gemeinden



 
Den Erlös aus dem Verkauf des Schlosses Wartensee möchte die Synode für innovative und regionale Projekte einsetzen. Dies entschied das Parlament der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen gestern an seiner Wintersession im Kantonsratssaal in St.Gallen.
 
„Wartensee“ war in vergangenen Synoden jeweils Stichwort für engagierte Diskussionen. Nicht so an der gestrigen, wo sich die Parlamentarierinnen und Parlamentarier der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen entscheiden mussten, was mit dem zu erwartenden Erlös aus dem Verkauf von Schloss Wartensee geschieht. Unbestritten war der Vorschlag des Kirchenrates: Das Geld fliesst in einen Wartensee-Fonds. Dieser steht dann den Gemeinden für innovative und regionale Projekte zur Verfügung – etwa im Bereich populäre Musik, Familienkirche, Jugend oder neue Gottesdienstformen. Weil die Gemeinden beim Umbau des Schlosses eine Bausteuer auf sich genommen hatten, soll der Verkaufserlös wieder zu ihnen zurückfliessen, begründet der Kirchenrat seinen Vorschlag.
Nur, das Tagungs- und Begegnungszentrum der Kantonalkirche ist noch nicht verkauft. Vor wenigen Tagen hat sich die Saxo-Bank als wahrscheinlicher Käufer zurückgezogen. Der Kirchenrat hofft jedoch, dass auch bei einer zukünftigen Käuferschaft ein Nettoertrag von etwa 10 Millionen Franken resultiert.


Rückschlag im Finanzausgleich
„Wartensee“ war dann erneut Thema beim einzigen Änderungsantrag zum Budget 2012. Ruedi Egger, Synodaler aus Mörschwil, wollte, dass die anfallenden Unterhaltskosten, die während des Leerstandes bis zum Verkauf des Schlosses anfallen, ins Budget aufgenommen würden. Dadurch stiege der prognostizierte Rückschlag des Haushaltes der Kantonalkirche im kommenden Jahr von 66000 auf rund 120 000 Franken. Da man den Verkaufstermin nicht kenne, könne man die anfallenden Kosten nur schwer beziffern, antwortete Lukas Kuster, für die Finanzen zuständiger Kirchenrat. Wichtig sei, dass das Parlament Kenntnis von solchen Mehrkosten habe. Die Synode lehnte den Antrag Eggers ab.
So rechnet der Voranschlag der Kantonalkirche mit einem Aufwand von rund 22,83 Millionen und Erträgen von 22, 77 Millionen. Die Zentralsteuer bleibt bei 3,1 Prozentpunkten – inklusive 0,5 Prozente für die Unterstützung von sozialen Werken im In- und Ausland. Die Steuereinnahmen liegen mit budgetierten 7,1 Millionen knapp hinter jenen von 2010 zurück. Beim Finanzausgleich stehen erwarteten Einnahmen von 8 Millionen Ausgaben von 9,9 Millionen gegenüber. Der Fehlbetrag von 1,93 Millionen wird über vorhandene Rückstellungen gedeckt. „Wegen der knapper werdenden Mittel aus dem Finanzausgleich möchte der Kirchenrat in der nächsten Synode darüber eine grundsätzliche Debatte führen“, kündigte Lukas Kuster an.


Der Vielfalt entsprechen
Wegen der vorgängig breit abgestützten Vernehmlassung herrschte auch beim Reglement für die sozialen und diakonischen Dienste im Parlament Einigkeit. So war in erster Lesung lediglich eine kleinste Retusche notwendig. Das neue Reglement klärt die Anstellungsbedingungen für soziale und diakonische Mitarbeitende. Ihre Tätigkeitsfeld ist in den letzten Jahren gewachsen und deutlich vielfältiger geworden: Jugendarbeit, Sozialdienste, Gemeindediakonie, Altersarbeit und vieles mehr. Dieser Vielfalt kommt das Reglement nach, indem es die grössere Zahl möglicher Tätigkeitsfelder und Ausbildungsabschlüsse angemessen berücksichtigt.

kid/Ack



Elisabeth Frick Tanner tritt zurück
Am Chlaustag 1999 wurde sie gewählt. Einen Tag vor dem Chlaus sass sie nun zum letzten Mal im Kirchenparlament. Ende Jahr gibt Elisabeth Frick Tanner ihr Amt als Kirchenrätin und Vizepräsidentin in neue Hände. Sie freue sich, dass dies wiederum die Hände einer Frau, nämlich von Annina Policante, seien, sagte Elisabeth Frick Tanner in ihrem kurzen Rückblick. Zum Dank für ihre geleistete Tätigkeit durfte sie aus der Hand von Kirchenschreiber Markus Bernet Blumen und einen Bildband entgegennehmen.
Mehr als doppelt so lange, genau 26 Jahre, sass Jörg Abderhalden aus Alt St.Johann im Parlament der St. Galler Kirche. Auch für ihn war es gestern die letzte Parlamentssitzung.
Als neues Mitglied der Redaktionskommission des Kirchenboten wählte die Synode Lotti Gerber, St.Gallen. Martin Böhringer, Pfarrer in Alt St.Johann, wird neuer Vizedekan des Kirchenbezirkes Toggenburg.

kid/Ack

Legende: Blumen zum Abschied: Elisabeth Frick Tanner, Kirchenrätin der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen, sagt der Synode Adieu. Bild: Regina Kühne
 
Andreas Ackermann; Arbeitsstelle Kommunikation,
05.12.2011

 
 
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