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Bei einem Nein droht Überbauung
Gegen die vorgesehene Umzonung von Schloss Wartensee (Rorschacherberg) in eine Grünzone ist erfolgreich das Referendum ergriffen worden. Dies erstaunt den kantonalen Kirchenrat. Lehnt nämlich die Bevölkerung die geplante Umzonung ab, hat dies wahrscheinlich eine massive Überbauung des Westteils der Liegenschaft zur Folge.
Schloss Wartensee, das Tagungs- und Begegnungszentrum der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen, schliesst am 15. Dezember seine Türen. Die Synode, das kantonale Kirchenparlament, hatte im Sommer 2009 aus finanziellen Gründen den Verkauf beschlossen. Die Kirche will sich die damit verbundenen Kosten nicht mehr leisten.
In der Folge meldete sich beim Kirchenrat eine Reihe von Kaufinteressenten. Der überwiegende Teil von ihnen präsentierte Projekte, die mit grossen Bauvorhaben verbunden wären. Erst durch bauliche Erweiterungen sei es möglich, das Schloss rentabel zu betreiben, lautete die Begründung. Weil die Liegenschaft derzeit in der Zone für öffentliches Bauen liegt, wäre beim Weiherhaus im westlichen Teil der Liegenschaft trotz Denkmalschutz eine Überbauung möglich, Grössenordnung vierstöckig und mit bis zu 2000 m2 überbauter Fläche ein massives Bauvolumen.
Der Kirchenrat möchte Schloss Wartensee jedoch in der bisherigen Form erhalten und der Bevölkerung auch weiterhin den Zugang zu Liegenschaft und Park ermöglichen. Er entschied sich deshalb für eine Käuferschaft, die dazu bereit ist und zudem die nötigen finanziellen Mittel hat, um das Schloss auch längerfristig zu unterhalten. Das erfordert allerdings eine Umzonung in eine neue, vom Gemeinderat erarbeitete Grün- und Schutzzone Schloss. In dieser Zone wären keine Über-bauungen mehr möglich, zudem würden öffentliche Gemeindewege quer durch Areal und Schlossvorplatz geschaffen.
Aus diesen Gründen hat der Kirchenrat erstaunt davon Kenntnis genommen, dass gegen die Umzonung in eine Grünzone das Referendum ergriffen worden ist. Im März 2012 befinden nun die Bürgerinnen und Bürger von Rorschacherberg an der Urne über die Umzonung. Der Kirchenrat setzt sich für eine Grün- und Schutzzone ein. Bei einem Nein würde die Liegenschaft in der Zone für öffentliches Bauen verbleiben. Der Kirchenrat müsste und würde deshalb eine andere Käuferschaft berücksichtigen. Zumindest mittelfristig wäre dann mit einer massiven Überbauung des Westteils der Liegenschaft Schloss Wartensee zu rechnen.
Andreas Ackermann; Arbeitsstelle Kommunikation,
14.11.2011