Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

First steps - erleben.ermöglichen - konkret anwenden



 
Erfahrungsbericht
 
Wahrscheinlich wissen Sie ganz genau, wem Sie vertrauen und wem nicht und ich glaube zu vermuten, dass Sie auch ganz genau wissen, wem Sie gehorchen und wem nicht, doch warum? Warum gibt es Menschen, die allein mit ihrer Präsenz zeigen können, dass sie hier das Sagen haben? Warum machen uns einige mehr und andere weniger Eindruck?

Mir wurde in diesem Wochenendmodul bewusst, das Führen nicht einfach mit harten Formeln und Überredungskünste zu tun hat, sondern dass das Meiste auf unbewusster und emotionaler Basis abläuft. Aufgezeigt wurde mir dies - und mit mir zwölf anderen Jugendlichen im Alter von dreizehn bis zwanzig Jahren – anhand der Arbeit mit Pferden. Zusammen mit der ganzen Gruppe fuhren wir am Samstagmorgen nach Tennwil auf die Seavalley-Pferderanch , wo wir vom Referenten Marcel Bähi in die Führungsarbeit eingeführt wurden. Anhand der Arbeit mit den Pferden wurde uns dann die Theorie deutlich gemacht. Wir lernten, dass ein Führer nur dann als ein solcher anerkannt wird, wenn er klare Signale gibt und genau weiss, wo er hinwill und vor allem was er von seinen Mitarbeiter verlangt: Wir durften nacheinander in die Mitte einer Koppel stehen und unsere Aufgabe war, das Pferd, welches im Kreis trabte, zu lenken und führen. Was zu Beginn bei der Leiterin total einfach aussah, war gar kein Zuckerschlecken. Man musste selbstsicher und gleichzeitig neutral sein, man musste im Voraus wissen, was man wollte und Verantwortung übernehmen – genau wie beim Leiten einer Menschengruppe auch. Auch der zweite Tag wartete mit spannenden Herausforderungen auf die Gruppe: Führungstheorie wurde vermittelt, Inputs gegeben und zum krönenden Abschluss all die gelernte Theorie in Form eines Riesenexperiments in die Praxis verschoben. Die Gruppe bekam den Auftrag eine komplizierte, technische Konstruktion vorzunehmen, die mit einem Pfeilschuss beginnen und einem Feuerwerk enden sollte. Wir mussten die Aufgabe zusammen angehen, Aufgaben verteilen, Verantwortung übernehmen und vieles mehr! Nach knapp 1 ½ h war die wackelige Konstruktion fertig und als die Feuerwerke am Schluss knallten, funkelte über alle Gesichter ein erleichtertes Lachen: Wir hatten es geschafft.

Natürlich kam nebst all den neuen Erfahrungen auch der Spass in der Gruppe und unter einander nicht zu kurz und so kehrte ich nach einem anstrengenden aber bereichernden Wochenende müde aber glücklich nach Hause zurück.
 
Rahel Weber; Arbeitsstelle Jugendfragen,
07.11.2011

 
 
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