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Weiterhin zwei Frauen im Kirchenrat

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Antje Ziegler Schmidt und Annina Policante-Schön heissen die beiden neuen Kirchenrätinnen der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen. Das St.Galler Kirchenparlament wählte die beiden Frauen gestern an ihrer Sommersynode in Bad Ragaz in die Exekutive der St.Galler Kirche. |
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Zu Beginn der Sommersynode im sommerlich heissen Bad Ragaz galt es erst einmal Adieu zu sagen. Kirchenrat Hans Peter Schmid und Kirchenrätin Heidi Baer wohnten zum letzten Mal einer Parlamentssitzung der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen bei. Und auch Kirchenrätin Elisabeth Frick Tanner hatte vor wenigen Wochen ihren Rücktritt angekündigt – jedoch erst per Ende Jahr. So verabschiedete Synodalpräsident Karl Gabler die scheidenden Mitglieder mit Dankesworten und Blumen.
Frauenanteil bleibt
Dann schritten die 160 anwesenden Synodalen zur Wahl. Als Nachfolger von Hans Peter Schmid hatte die Synode bereits im Winter Lukas Kuster bestellt. Für die beiden zurücktretenden Kirchenrätinnen kandidierten nun Annina Policante-Schön, Antje Ziegler Schmidt sowie Heiner Graf.
Für Annina Policante spreche die grosse Erfahrung im kirchlichen Umfeld, empfahl Rita Dätwyler, Präsidentin der St.Galler Vorsynode, die St.Gallerin. Bereits seit dreizehn Jahren stehe Policante der Stadt St.Galler Kirchgemeinde Straubenzell vor und sei gleich lange Mitglied der Synode.
Antje Ziegler gelte zwar als Quereinsteigerin, sei jedoch als promovierte Juristin bestens für das Amt geeignet, sagte die St.Galler Synodale Jennifer Deuel. Deuel und Ziegler sitzen gemeinsam in der Vorsteherschaft der Kirchgemeinde St.Gallen C.
Seine langjährige Erfahrung in der Privatwirtschaft und in verschiedenen Institutionen prädestiniere ihn für sämtliche Ressortaufgaben innerhalb des Kirchenrates, empfahl Pfarrer Marcel Wildi im Namen der Vorsynode Rheintal den Kandidaten Heiner Graf. Graf ist Ökonom, lebt im Städtchen Werdenberg und hat seine kirchlichen Wurzeln in der christlichen Jugendorganisation Cevi.
Entsprechend der guten Empfehlungen war denn auch der erste Wahlgang ausgeglichen. Die Stimmen verteilten sich fast gleichmässig auf die drei Kandidierenden. Im zweiten Wahlgang setzte sich Antje Ziegler vor Heiner Graf an die Spitze. Im dritten wurde sie dann mit 92 Stimmen gewählt.
Für die Ersatzwahl von Elisabeth Frick Tanner verblieben schliesslich Annina Policante und Heiner Graf im Rennen. Dazu reichte ein Wahlgang: Mit punktgenau dem absoluten Mehr setzte sich Annina Policante durch. Damit entschied sich die Synode dafür, dass auch weiterhin zwei Frauen im Kirchenrat Einsitz nehmen. Zukünftig ist der Rat überdies mit drei Mitgliedern aus dem Kirchenbezirk Rheintal, einem aus dem Toggenburg und zwei aus St.Gallen besetzt.
Weniger Steuereinnahmen
Weniger umstritten waren dann die nachfolgenden Traktanden. Ohne Diskussion genehmigte die Synode die Rechnung 2010. Diese schliesst bei einem Aufwand von rund 23,88 Millionen mit einem Überschuss von 64000 Franken. Dies sind rund 128 000 Franken mehr als budgetiert.
Hans Peter Schmid, noch wenige Tage für die Finanzen zuständiger Kirchenrat, betonte jedoch, dass die Rechnung zwar positiv abschliesst, er sich darüber jedoch nur bedingt freuen könne. Sorge bereite ihm nämlich der Rückgang des Steuersubstrates. Dieses ging im Vergleich zu 2009 um 7,3% zurück. 45 der 55 Kirchgemeinden hätten im vergangenen Jahr weniger Steuereinnahmen verzeichnet als noch im Vorjahr. Der Rückgang hinterlasse seine Spuren in der Rechnung der Kantonalkirche. Halte dieser Trend an, müsse mittelfristig mit schmerzhaften finanziellen Einbussen gerechnet werden.
Durchgängig begleiten
Bereits in der ersten Lesung sei man sich über die Eckwerte zur kirchenrätlichen Vorlage „Geistliche Begleitung für Kinder und Jugendliche in der St.Galler Kirche“ einig gewesen, sagte Kirchenrat Martin Schmidt. Uneinigkeit herrschte vorwiegend über die Frage, ob Jugendliche beim Eintritt in den Konfirmanden-Unterricht Kirchenmitglied sein müssten. Die Synode entschied sich im vergangenen Winter gegen eine Pflicht. Jugendliche, die nicht Mitglied seien, hätten so die Möglichkeit, sich während der Vorbereitung auf die Konfirmation der Kirche anzunähern, wurde damals argumentiert. Bei der zweiten Lesung bemängelte lediglich Ruedi Egger, Synodaler aus Mörschwil, diese Regelung. Kirche dürfe nicht beliebig sein, kritisierte er. Sein Votum blieb im Parlament ungehört. Es verabschiedete die Vorlage ohne weitere Anpassungen.
So werden sich nun die Kirchgemeinden daran machen, eigene Konzepte zu erstellen, wie sie Kinder und Jugendliche bis hin zum jungen Erwachsenenalter zukünftig begleiten wollen. Diese bauen auf die vier Säulen Feiern, Bilden, Begleiten und Erleben. Stichworte dazu sind altersgerechte Gottesdienste, die Gestaltung von Übergängen oder die Elternarbeit. In der Erarbeitung und Umsetzung sind die Kirchgemeinden unterstützt. So begleitet etwa Michael Giger, ab 1. August Projektmitarbeiter bei der Kantonalkirche, die Gemeinden bei der Entwicklung von Erlebnisprogrammen für Jugendliche im Oberstufenalter.
Schliesslich genehmigte die Synode den Zusammenschluss der Kirchgemeinden Wildhaus und Alt St.Johann zu Wildhaus-Alt St.Johann, Ennetbühl und Krummenau zu Krummenau-Ennetbühl und Wattwil und Lichtensteig zur Kirchgemeinde Mittleres Toggenburg. Die sechs Gemeinden hatten sich im Frühjahr für eine Fusion ausgesprochen.
Die Kollekte vom Bettag kommt kantonsweit der Ökumenischen Fachstelle Bill – Begleitung in der letzten Lebensphase zugute, die Zwinglikollekte, welche jeweils am Neujahrstag erhoben wird, dem 50-Jahr-Jubiläum des Hilfswerkes Brot für alle. kid/Ack
Freuen sich zusammen mit Karl Gabler, Präsident der Synode, über ihre Wahl in den Kirchenrat: Annina Policante-Schön (l.), Antje Ziegler Schmidt. (Bild: Ack) |
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Andreas Ackermann; Arbeitsstelle Kommunikation,
28.06.2011 |
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