Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Sonntagschulverband tagte in St. Gallen



 
Am 9. April trafen sich im Kirchgemeindenhaus Heiligkreuz in St.Gallen Delegierte des Sonntagschulverbands aus der ganzen Schweiz. An der jährlichen Versammlung wird jeweils ein Kinder-Projek, für das im Laufe des Jahres in Sonntagschulen Geld gesammelt wird.
 
Die kantonalkirchliche Arbeitsstelle für Kinder und Jugendliche war Gastgeberin für das ganztägige Treffen in St.Gallen. Peter Christinger und Michèle Tyler von der Arbeitsstelle haben die Gästen aus der ganzen Schweiz willkommen geheissen und sie über Aspekte der St. Galler Kantonalkirche wir auch über touristische Schönheiten der Ostschweiz informiert. Im Mittelpunkt des Treffens standen aber die Traktanden der Delegiertenversammlung und die Information über das aktuelle Projekt aus Äthiopien, für das in den Sonntagschulen gesammelt wird. Die Sonntagschule gilt in ländlichen Gegenden bis heute als wichtiges Standbein in der Vermittlung biblischer Inhalte an Kinder.

Geschichtliches
Die ersten Sonntagschulgruppen wurden vor fast 200 Jahren in Genf gegründet. Zwei Theologiestudenten kehrten damals von England zurück und begannen, nach dem englischen Vorbild Kinderstunden in ihrer Heimat einzuführen. Die Sonntagschularbeit hat sich nach und nach in der ganzen Schweiz verbreitet. Die ersten Träger waren fast immer Einzelpersonen, die von sich aus Kinder um sich sammelten und ihnen biblische Geschichten erzählten. Langsam wuchsen die Sonntagschulen in die lebendigen Gemeinden hinein und wurden später auch offiziell in die Kirchen integriert und finanziell unterstützt. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg sind die Gruppen enorm gewachsen. In den 80-er-Jahren sind die Kinderzahlen wieder gesunken.
Methodisch hat sich in der Zwischenzeit viel verändert. Das Erzählen von Geschichten ist geblieben, aber es wurde ergänzt durch aktives Lernen und kreative Tätigkeiten.

In vielen Kirchgemeinden hat sich das Anliegen, Kinder schon von früh an mit biblischen Inhalten vertraut zu machen, auch andere Gefässe geschaffen. Unter der Beizeichnung «Fiere mit de Chline» finden Veranstaltungen für kleine Kinder mit deren Eltern statt, Treffen für Kinder im Schulalter werden auch unter dem Namen «Kollibrigruppe» angeboten, wobei diese Treffen oft nicht mehr am Sonntagmorgen stattfinden. Hinter diesen Kolibirtreffen steht der Kik-Verband, der mit dem «Weg zum Kinde» wertvolle Materialien für Unterrichtende zur Verfügung stellt.

Jahressammlung
Dem gegenüber kümmert sich der Sonntagschulverband vor allem um die jährliche Sammlung in den Sonntagschulen. Die Solidarität mit notleidenden Kindern war in den Sonntagschulen und anderen Kindergruppen in der Kirche schon immer von grosser Bedeutung. Die erste schweizerische Aktion war die sogenannte «Hollandhilfe» im Jahre 1945. Die Sammlung wurde von den Sonntagschulen gemeinsam mit dem Roten Kreuz und der Jungen Kirche durchgeführt. Sie ermöglichte 971 holländischen Kindern einen Aufenthalt in Schweizer Familien nach dem Zweiten Weltkrieg. 1954 bat der Weltverband (jetzt der Unit III des OeRK) die schweizerischen Sonntagschulen um Hilfe für Indien. Seither wird die Sammlung jedes Jahr durchgeführt, im Jahr 2011 für die Sonntagschularbeit der reformierten Kirchen in Äthiopien.
 
Andreas Schwendener; Arbeitsstelle Familien und Kinder,
18.04.2011

 
Weiterführender Link:
 Sonntagschulverband
 

 
 
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