Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

„Hopfen und Malz, Gott erhalt’s“



 
Der Bierbraukurs der Kirchgemeinde Hemberg und des Netzwerks Junge Erwachsene vermittelte nicht nur Können in der Bierherstellung, sondern war ein Kurs für alle Sinne.
 
Süsslicher Duft aufgekochten Malzes füllt die Küche des Primarschulhauses Hemberg. Philipp Alder, der 28-jährige Kursleiter, erklärt in einem Theorieblock die biochemischen Vorgänge des Bierbrauens: Enzyme lösen den Zucker aus dem Malz und schaffen so die Voraussetzungen für die Hefe, Alkohol und Kohlensäure zu bilden. In Gruppen stehen die neun Kursteilnehmenden um Pfannen, in denen die Maische während 30 Minuten konstant auf 78 Grad erhitzt werden soll. Gar nicht so einfach, wie der ganze Brauvorgang überhaupt.

Zum Braukurs der Kirchgemeinde Hemberg und des Netzwerks Junge Erwachsene der reformierten Kantonalkirche gehörte auch ein Informationsteil. Rudy Van Kerckhove, Pfarrer und Bierliebhaber, machte deutlich, wie eng die Biertradition mit der Kirche verknüpft ist, etwa in der Braukultur der mittelalterlichen Klöster. Bier war damals nicht nur ein nährendes Getränk für die karge Fastenzeit, sondern angesichts der prekären Wasserqualität auch gesundes (weil abgekochtes) Wasser. Van Kerckhove wusste auch zu erzählen, dass in Belgien einst jeder Pfarrer das Braurecht besass und die Kirchgemeinden sich über den Verkauf von Bier finanzierten. Die Gaststätten standen daher in der Nähe der Gotteshäuser. Die Ausführungen wurden mit etlichen Anekdoten der Kurbesucherinnen und –besucher ergänzt, auch kritische Gespräche über Alkohol kamen nicht zu kurz.

Nach der Zugabe des Hopfens hatte der Sud eine Stunde zu kochen – eine Gelegenheit, das erworbene Wissen bei einer kleinen Bierdegustation zu testen. Weshalb schmeckt das Pils bitter? Woher rührt die dunkle Färbung des „schwarzen Kristalls“? Darauf wussten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten – aber wohl nicht letzten – kirchlichen Braukurses nun eine Antwort. Gespannt erwarten sie den 17. Juni, um gemeinsam das Eigenbräu zu probieren. Zum Wohl!
 
Markus Naef-Egli; Netzwerk Junge Erwachsene,
01.04.2011

 
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