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50 Stunden Improvisation
Kürzlich verwandelte sich das evangelische Kirchgemeindhaus in Altstätten in eine einzige Bühne. Junge Erwachsene liessen sich während 50 Stunden in die Kunst der Theater-Improvisation einführen, fassten Mut und erfuhren Vertrauen.
Altstätten. Auch schon einen Vortrag gehalten, ohne ein Wort zu sagen? Auch schon einen Abfalleimer als Telefon benutzt? Am vergangenen Wochenende taten dies rund ein Dutzend junge Erwachsene im Rahmen des 50-Stunden-Theaters im reformierten Kirchgemeindehaus in Altstätten. Unter dem Motto „Au scho probiert uf Wasser z’laufe“ lud das Netzwerkk Junge Erwachsene der Evang.-ref. Kirche des Kantons St. Gallen in Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde Altstätten zum grossen Theater ein.
Verena Goetz, Theaterpädagogin, und Marcel Grissmer, angehender Theaterpädagoge, führten die Teilnehmenden in die Kunst der Improvisation ein.
Was am Freitag mit kleinen Übungen und Spielen begann, wuchs sich bis zum Sonntag zu spannenden Improvisationsstücken aus.
„Steh dazu!“ „Es gibt nur das, was du machst und dazu musst du stehen!“, sagte Verena Goetz wiederholt. Trotz anfänglicher Skepsis einiger Teilnehmender, legte sich ihre Aussage wie ein roter Faden durch das ganze Wochenende. Sie gab den Teilnehmenden die Gewissheit, dass es weder richtig noch falsch gibt.
Doch im Spiel stets „Ja“ sagen ist nicht immer einfach. Genau dies sei in der Improvisation eine der wichtigsten Regeln. „Wenn dir dein Spielpartner einen Heiratsantrag macht, dann nimm ihn an.“, so Marcel Grissmer. Dabei geht es natürlich nicht nur um das „Ja-Wort“, sondern vor allem darum, auf den Partner einzugehen.
Mehr Theater Neben Anpassungsfähigkeit war auch Spontanität gefragt. Inmitten einer Szene rief plötzlich jemand „Text“ und ein vorgegebener Ausdruck musste sofort in den Wortwechsel eingebaut werden. So bekam die Szene urplötzlich ein völlig neues Gesicht. Das Geplante fiel über Bord und es galt auf die neue Gegebenheit einzugehen – vorbereiten lohnt sich also nicht. Das ist Improvisation.
Nach 50 Stunden Theater waren sich die Teilnehmenden und die jungen Erwachsenen der Arbeitsgemeinschaft des Netzwerkes einig: Das nun schon zum zweiten Mal stattgefundene Projekt soll auf jeden Fall weitergeführt und in Zusammenarbeit mit weiteren Kirchgemeinden umgesetzt werden.