|
|
 |
|
|
|
|
 |
User heute: 395 Seit 2.4.06: 1284126 User online: 9 Statistik
|
|
|
|
|
 |
|
 |
 |
GFS-Jahresauftakt 2011: Ethisch Geld anlegen

|
 |
 |
Geld anlegen ist eine Kunst. Darum überlässt man sie gerne den Banken. Doch damit ist man seine Verantwortung nicht los. Man kann sicher stellen, dass das Geld nach ethischen Kriterien angelegt wird. Darüber sprach am Sonntag der bei der Evangelisch-reformierten Kantonalkirche wirkende Theologe Daniel Schmid Holz. |
 |
 |
|
 |
 |
Was an den Finanzmärkten geschieht, geht nicht nur die Superreichen etwas an. Beteiligt ist fast die ganze Bevölkerung. Denn zu den wichtigen Akteuren in der Finanzwelt gehören auch die Pensionskassen, Lebensversicherungen und selbst viele Privatpersonen aus dem Mittelstand sind dabei. Wenn sie Geld in einen der ungezählten Fonds anlegen, sind sie indirekt an verschiedensten Unternehmen beteiligt – und damit auch ein wenig mitverantwortlich für das, was das Unternehmen leistet, beziehungsweise anrichtet.
In seinem Vortrag im Kirchgemeinde-Centrum St. Mangen zeigte Daniel Schmid Holz, wie sehr im Finanzbereich alles miteinander zusammenhängt: Der Zwang zum Wachstum, der Druck der Kredite und die Ausbeutung der Natur. Läuft dies alles schicksalshaft ab? Oder gibt es auch Anlagen, bei denen sich das Geld nicht auf Kosten von Menschen oder der Natur vermehrt? Hat der Einzelne die Möglichkeit, trotz aller Komplexität der Finanzwelt, seine Verantwortung wahrzunehmen?
Verantwortung des Einzelnen
Der Vortrag von Daniel Schmid Holz, der solche Fragen aufgriff, bildete den Jahresauftakt der ökumenischen Kommission „Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung“ (GFS). Diese führt im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen jene Ideen weiter, die an der ersten Europäischen Ökumenischen Versammlung in Basel entworfen und zum Programm erklärt wurden. Vor einem Jahr sprach bei der GFS-Veranstaltung der Wirtschaftsethiker Ulrich Thielemann über die problematischen Entwicklungen auf den Finanzmärkten. Es ging um ethische Implikationen der Finanzströme. Dieses Jahr wurde das Thema nochmals aufgegriffen, aber auf die Frage zugespitzt: Was kann der Einzelne tun, damit sein Geld kein Unheil anrichtet?
Die Veranstaltung wurde von Brigitta Ackermann moderiert. Die Beauftragte für Kirche im Dialog der Evangelisch-reformierten Landeskirche liess die vom Referenten aufgeworfenen Thesen in kleinen Diskussionsrunden weiterdiskutieren. Wobei sich zeigte, wie sehr das Thema der ethischen Geldanlage beschäftigt; genau so wie die Frage, welche Rolle, die Kirche dabei spielt.
Ausstieg oder Mass halten?
Es gab Stimmen, die die Rückkehr des Zinsverbotes und den Ausstieg aus dem finanzwirtschaftlichen Netzwerk forderten. Andere meinten, dass ein Ausstieg illusorisch sei; es gehe vielmehr darum, Mass zu halten.
Der Referent selber wies auf die Möglichkeiten hin, die der Einzelne trotz allem hat. Dabei orientierte er sich am Genfer Reformator Calvin, dessen Regeln für ein faires Wirtschaften bis heute Massstäbe setzen. Zum Zins sagt er beispielsweise: Man soll nur Konditionen festsetzen, die man auch selbst annehmen würde. Gewinnstreben kann also nicht der alleinige Massstab sein. Wirtschaftsbeziehungen müssen immer auch einen Bezug zu den Interessen der Allgemeinheit haben.
Calvin-Preis
Der Mensch ist eben nicht einfach nur ein wirtschaftlicher Faktor, sondern Mitmensch. Und ein wahrer Unternehmer begnügt sich nicht damit, lediglich die Rechtsordnung einzuhalten, sondern zeichnet sich auch durch moralische Integrität aus. Er weiss, „was sich gehört“.
Daniel Schmid Holz schlägt darum vor, einen Calvin-Preis auszurichten. Mit ihm würden Unternehmen ausgezeichnet, die vor den Kriterien des Reformators bestehen könnten.
Die Vortragsveranstaltung in St. Mangen endete mit einer „Teilete“. Ein Symbol, dass in der ebenso unheimlichen wie undurchsichtigen Welt der Finanzflüsse nichts wichtiger ist als die persönliche Begegnung. |
 |
 |
|
 |
 |
Josef Osterwalder; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
14.02.2011 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
 |
 |
zurück
zur
Übersicht im Bereich: Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
|
 |
 |
|
 |
|
|
|