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Impulstagung zur Fastenkampagne 2011 - Dein Reichtum - mein Hunger

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Wer die Impulstagung zur Kampagne 2011 von Fastenopfer und Brot für alle in St.Gallen besucht hat, konnte in afrikanische Welten eintauchen. Durch Referate und Workshops, anhand des Hungertuches, mit Bildern, Musik und traditionellen Gerichten aus Somalia. Mit dem Motto „ des einen Schatz, des andern Leid“ greifen die Hilfswerke die komplexe Problematik zwischen Bodenschätzen und Menschenrechten auf. Sie kann an konkreten Beispielen aus der Demokratischen Republik Kongo in bedrückender Klarheit aufgezeigt werden. |
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Dr. Boniface Mabanza, gebürtiger Kongolese, leitet in Heidelberg die kirchliche Fachstelle südliches Afrika.
Er erzählt aus seinem Heimatland, in dem eine grosse Vielfalt der auf dem Weltmarkt begehrten Bodenschätze vorkommen wie Gold, Platin, Kupfer, Kobalt oder auch Coltan. Daraus wird das seltene Metall Tantal gewonnen das für die Herstellung von kleinen leistungsfähigen Kondensatoren verwendet wird. Ohne diese wäre die heutige Elektronikindustrie gar nicht möglich. Boniface Mabanza macht anhand der politischen Geschichte des Landes klar, dass es seit der Kolonialisierung bei allen Krisen, Kriegen und Konflikten um Besitzansprüche, um Reichtum mit allen Mitteln, und um Marktanteile der kostbaren Rohstoffe ging. Das Land bekam mit jedem politischen Umsturz einen andern offiziellen Namen, aber die Probleme sind dieselben geblieben: ungenügende Versorgung mit Nahrungsmitteln, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, Ausbeutung, schlechte Ausbildungsmöglichkeiten. Damit einher geht die Umweltverschmutzung im grossen Stil. Eine nationale Kommission prüfte über 60 Verträge, um die Landbesitzansprüche zu klären. Verändert wurde danach nichts! Boniface Mabanza fordert ein grundsätzliches Umdenken und findet, dass „eine Kulturrevolution“
nötig sei.
Francois Mercier, bei Fastenopfer zuständig für Kongo, verdeutlicht die Auswirkungen der Ausbeutung für die Landbevölkerung, für die illegalen Minenschürfer, für Kinder und ihre Familien und nennt in einem zweiten Teil seines Referats die Projektinhalte, die zur Ernährungssicherheit in ihren Einsatzgebieten beitragen sollen.
Es geht darum Vereine und Zweckverbände zu gründen, die sich selber verwalten können und der Selbstversorgung dienen, Fachwissen zu vermitteln, gemeinschaftliche Arbeitsprojekte zu fördern, Ausbildungsmöglichkeiten vor Ort anzubieten.
Fastenopfer unterstützt aber auch Institutionen im Kongo, die sich für die Korruptionsbekämpfung stark machen, oder sich für mehr politische und wirtschaftliche Transparenz einsetzen.
Aus diesen Zusammenhängen heraus versteht man auch das Plakat, auf dem ein Minenarbeiter in ein Handy beisst. Der unfaire Handel, die Dumpinglöhne, die schlechten Arbeitsbedingungen führen dazu, dass die Handyproduktion mit dem Hunger in der dritten Welt in direktem Zusammenhang steht und von allen Konsumenten ein Umdenken fordern. In der Schweiz werden zum Beispiel alle fünf Minuten 17 Computer verkauft und die allermeisten enthalten ein Stück Kongo. „Afrikas Rohstoffe stillen unsern Konsumhunger,
nicht aber den Hunger in Afrika“, so lautet der Slogan auf dem Plakat.
Die Hoffnung, die düstere Realität schrittweise verändern zu können, schöpft Francois Mercier aus den Begegnungen mit den Menschen vor Ort und Boniface Mabanza zeigt mit Witzen aus seinem Heimatland, dass Humor manchmal hilft, die Auswegslosigkeit zu ertragen.
Die Tagung bietet immer Gelegenheit, die Unterlagen zur Kampagne zu studieren und konkrete Impulse für den Religionsunterricht, liturgische Feiern, für Strassenaktionen oder Pfarrei-Projekte auszuprobieren und zu sammeln.
Im gemeinsamen Tun kamen eine Fülle von Gedanken und Ideen zusammen, die bereicherten und vielleicht auch als Schätze erkannt wurden.
Beim kurzen liturgischen Abschluss geht der Blick noch einmal auf das aktuelle Hungertuch, das Sokey A. Edorth aus Westafrika zum biblischen Satz „Was ihr aber dem geringsten tut…“ gestaltet hat. Es stellt Fragen an jeden Betrachter: Auf welchem Boden stehe ich? Wo ist mein Platz? Was kann und will ich tun?
Der Künstler gibt eine Antwort: In der Mitte sind Menschen, die miteinander und füreinander tun, sie spiegeln die Tatkraft und die Energie, die aus dem Geist Gottes geschöpft werden kann.
Pia Zweili-Kahler, katholische Katechetin
Gartenstrasse 9
8590 Romanshorn |
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Pia Zweili-Kahler; Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
17.01.2011 |
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Weiterführender Link:
Ökumenische Kampagne 2011 |
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Übersicht im Bereich: Arbeitsstelle Kirche im Dialog,
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