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Ausbildung Dipl. Sozialpädagogik HF mit Vertiefung Jugendarbeit
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Im Oktober 2010 haben sieben Studierende den ersten Durchgang der Ausbildung Sozialpädagogik mit Vertiefung Jugendarbeit abgeschlossen. Die Idee, Auszubildenden aus dem Berufsfeld Ju-gendarbeit mit Fach- und Methodenwissen aus den Bereichen Soziokulturelle Animation und Jugendarbeit zusätzlich in ihren Handlungskompetenzen zu unterstützen, hat sich bewährt. |
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hsl war seit Ende der neunziger Jahre an einem Projekt beteiligt, welches die Schaffung einer Ausbildung Jugendarbeit HF zum Ziel hatte. Einen Weg, der Evang.-ref. Kirche des Kantons St. Gallen seit Beginn unterstützte. Der Entwurf des Rahmenlehrplans Jugendarbeit HF sah eine Ausbildung vor, die sowohl sozialpädagogische wie auch animatorische Berufskompetenzen ausbildet. Diese Mischung schien für das anforderungsreiche Berufsfeld Jugendarbeit als ideal. 2005 hat sich für die hsl abgezeichnet, dass die Schaffung einer Ausbildung Jugendarbeit HF noch längere Zeit in Anspruch nehmen würde. Sie hat sich damals entschieden, die bestehende Sozialpädagogikausbildung für im Berufsfeld Jugendarbeit Tätige zu öffnen. 2006 wurde erstmals eine Gruppe von acht Studierenden für den Schwerpunkt Jugendarbeit aufgenommen. Ausgangspunkt bildete die Überzeugung, dass eine Ausbildung in Sozialpädagogik grundsätzlich eine gute Voraussetzung für die Arbeit im Berufsfeld der offenen Jugendarbeit ist. Um den Besonderheiten dieses Berufsfeldes Rechnung zu tragen, besuchen die Studierenden zu etwa 10 % einen auf die Fragen ihres Berufsfeldes ausgerichteten Unterricht. Grundidee der Vertiefung Jugendarbeit Sprache
Ausgehend von der Überzeugung, dass die sozialpädagogischen Berufskompetenzen eine gute Grundlage für die Tätigkeit in der Jugendarbeit bilden, absolvieren die Studierenden grundsätzlich die berufsintegrierte Ausbildung in Sozialpäd¬agogik HF der hsl. Sie werden von der hsl über die Praxisbegleitung und ergänzende Ausbildungsgefässe beim Transfer des Gelernten in die Praxis unterstützt.
Die Vertiefung Jugendarbeit umfasst ca. 10% der Ausbildungslektionen. Diese werden ausschliesslich an die 6 - 9 Studierenden der Vertiefung erteilt, was eine intensive Auseinandersetzung ermöglicht. Die Vertiefungsfächer beinhalten fachliche und methodische Inputs aus den Grundlagen der sozio-kulturellen Animation und der Jugendarbeit. Die Erweiterung in diesem Wissensbereich soll zur Rollenklärung in diesem Berufsfeld beitragen und somit das Verständnis für das Berufs¬feld Jugendarbeit fördern und die Handlungskompetenz stärken.
Mit der Wahl des Themas der Projektarbeit (Gruppenarbeit) und der Diplomarbeit (Einzelarbeit) haben die Studierenden weitere Möglichkeiten, Themen ihres Berufsfelds zu vertiefen. Die Teilnehmer/innen erwerben ein Diplom in Sozialpädagogik HF. Im Diplomzeugnis wird die Vertiefung Jugendarbeit attestiert und die fachlichen Inhalte werden speziell aufgeführt.
Erfahrungen und Herausforderungen des ersten Kurses
Die Auseinandersetzung mit dem Berufsfeld Jugendarbeit betraf nicht nur die Studierenden der Vertiefung JA sondern den gesamten Kurs, in dem die Jugendarbeiter/innen integriert wa¬ren, sowie die Dozierenden. So beschäftige die Frage ″Was ist Jugendarbeit?″ und ″Was daran ist das Sozialpädagogische?″ vor allem während des Grundstudiums alle Beteiligten. Die Auszubildenden waren durch die Vielfalt der Berufsfelder gefordert, Inhalte auf unterschiedlichste Praxisfelder zu übertra¬gen. Selten wurde dabei erlebt, dass es Themen der Sozialpäd¬agogik gibt, die in der Jugendarbeit keine Rolle spielen. Meis¬tens waren Handlungsansätze ableitbar und immer wurde erlebt, dass die entstehende Berufskompetenz für dieses Berufsfeld absolut nutzbar ist.
Die Dozierenden waren herausgefor¬dert ihre Praxisbeispiele auf ein Feld zu übertragen, dass geprägt ist von offenen Strukturen und Zielen, sowie Freiwillig¬keit und Niederschwelligkeit. Auch galt es im Team der Do¬zierenden, das alte Bild von ″Jugendarbeit = Jugendhaus″ zu differenzieren und über die neuen Konzepte von sozialraumorientierter Jugendarbeit zu informieren.
Eine Frage, die durch die gesamte Ausbildung gestellt wurde, war diejenige nach der Beziehungsarbeit. Wie zentral ist Beziehungsarbeit für ein Berufsfeld, dass seine Handlungslegiti-mation über den Bedarf holt und somit einzelne Anliegen nur dann von Bedeutung sind, wenn es ein Anliegen einer Gruppe ist? Was ist mit Beziehung und individueller Förderung, wenn aufgrund der Ansprüche der Gesellschaft Projekte entstehen, in denen es vor allem um die Anzahl der Teilnehmenden geht und weniger um den Lernprozess der Beteiligten? Verkommen da in der Jugendarbeit Tätige nicht eher zu Projektmanagerl innen mit wenig Bezug oder eben Beziehung zu ihrem primä¬ren Zielpublikum? Über die Auseinandersetzung zwischen den Studierenden und mit den Dozierenden ist klar geworden, wie wichtig für die Jugendarbeit Beziehungsarbeit ist, sie sich jedoch von der klassischen Beziehungsarbeit im stationären Be¬reich einer Wohngruppe deutlich unterscheidet.
Dieses Differenzieren und Diversifizieren hat alle Studierenden und Dozierenden der hsl bereichert. Es wurde vor allem von Seiten der Studierenden geschätzt, dass sie eine Vielfalt der Be¬rufsfelder kennengelernt haben, in der sozialpädagogische Tä¬tigkeit möglich ist. Die Vertiefungsinhalte ergänzen die be¬stehenden Inhalte der gesamten Ausbildung in Bezug auf die besonderen Strukturen der Jugendarbeit und das Rollenver¬ständnis in diesem Berufsfeld und erweitern das methodische Know-how. Somit ″bedient″ die Vertiefung spezifische Berufs¬feldfragen in fachlicher und methodischer Weise und unter¬stützt die EntWicklung der professionellen Haltung.
Sandra Herren
Kursleiterin und Dozentin Vertiefung Jugendarbeit
2008 ist eine zweite AusbiIdungsgruppe mit Vertiefung Jugendarbeit gestartet. Ab diesem Jahr wird diese Möglichkeit jedes Jahr angeboten, wenn eine entsprechende Nachfrage vor¬handen ist. Aus dem kirchlichen Umfeld des Kantons St. Gallen haben zwei Jugendarbeitende die Ausbildung im 2010 begonnen. |
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Peter Christinger, Eingabe; Arbeitsstelle Jugendfragen,
31.12.2010 |
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Weiterführender Link:
Hinweise zur Infoveranstaltung vom 5.1.2011 |
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Übersicht im Bereich: Arbeitsstelle Jugendfragen,
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