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Wo bleiben denn die Jungs? Jungen und Männer im Kindergottesdienst

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Die Kindergottesdienstlandschaft in der Deutschen Schweiz ist vielfältig. Bunt wie ein Blumenstrauss, könnte man sagen. Die Vielfalt drückt sich in einer Unzahl guter Methoden und noch mehr phantasievoller Ideen aus, wie man mit Kindern zusammen kreative Gottesdienste feiert. Unter dem Aspekt der Geschlechterzusammensetzung
hingegen gleicht sich das Bild in der ganzen Schweiz. Viele – meist ehrenamtliche Frauen – gestalten den Kindergottesdienst für eine Mehrzahl von Mädchen. Da stellen sich Fragen. Warum ist das so? Und würden Kindergottesdienste anders aussehen, wenn sie von Männern gestaltet werden würden? Und wo bleiben die Jungs in den Kindergottesdiensten? Und die, die wir haben, sind es mehr die Stillen oder die Lauten, die Kämpferischen oder die Ruhigen? |
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Aus Deutschland gibt es Zahlen: Weniger als 30 Prozent der Kinder, die den Kindergottesdienst besuchen, sind Jungen. Und:
In der Evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern gibt es in 73 Prozent der Kindergottesdienst-Teams keine Männer, in 23 Prozent sind es ein bis zwei männliche Mitarbeiter. In 23 Prozent aller Vorbereitungskreise arbeiten ein bis drei männliche Jugendliche mit.
Ich denke mir, dass sich die Verhältnisse bei uns in der Schweiz nicht gross von Deutschland unterscheiden. Man kann das so akzeptieren und sagen: «Es ist halt so. Frauen engagieren sich ehrenamtlich mehr als Männer, und Mädchen werden im Freiwilligenbereich mehr von unseren religiösen Angeboten angesprochen als Jungs.» Man könnte ja aber auch versuchen, das Verhältnis etwas zu verändern. Das hiesse, nach einer gründlichen Bestandesaufnahme in der eigenen Kirchgemeinde, sich neue Ziele zu stecken: Erstens: Wir wollen mehr ehrenamtliche Männer in den Vorbereitungsteams. Zweitens: Wir wollen mehr Jungs in den Kindergottesdiensten.
Wie nun diese Ziele erreichen?
Auf dem Weg zu mehr ehrenamtlichen Männern im Vorbereitungsteam. Viele Vorbereitungsteams treffen sich untertags. Welchen berufstätigen Männern geht das auch? Oder wäre es wichtig, die Vorbereitung auf den Samstag, den Sonntagabend oder einen anderen Abend unter der Woche zu legen?
Bevor wir auf einen Mann zugehen, ist es wichtig, dass wir ihm sagen können, was wir von ihm erwarten. Welche Fähigkeiten, Gaben, Erfahrungen von ihm wollen wir nutzen? Hat ein Handwerker Freude daran, einen Teil seiner Werkzeuge für den kreativen Teil einzusetzen? Kann man Väter motivieren, gemeinsam mit ihren Kindern einen Kindergottesdienst
zu besuchen? Wäre es möglich, dass wir einen speziellen Vater-Kind-Kindergottesdienst anbieten und dann direkt auf die Männer, die kommen, zugehen, um sie im Hinblick auf eine Mitarbeit und Vorbereitung eines neuen Anlasses anzusprechen?
Kirchenferne Männer sind erleichtert, wenn man sie als Erstes nicht gerade mit Fragen zu ihrem Glaubens- und/oder Gefühlsleben bombardiert. Eine Sehnsucht nach Spiritualität tragen aber die meisten Männer in sich. Gibt es eine Gelegenheit, im Rahmen eines Kindergottesdienstes einen Mann ein Feuer machen zu lassen und ihm die Verantwortung dafür zu übergeben? Überhaupt ist das Thema «Verantwortung» wichtig. Männer übernehmen gerne Verantwortung, wenn sie wissen, was von ihnen erwartet wird. Zuerst also Gaben erfragen, dann dafür geeignete Aufgaben fi nden und Mut machen und befähigen, diese auch den Kindern gegenüber umzusetzen. Können Sie sich vorstellen, dass ein Motorradfreak den Kindern seinen Töff vorstellt und ihnen erklärt, warum das Chrom so blitzt? Und vielleicht erzählt er dabei den Kindern auch noch von seinem Schutzengel, den er bei seinen Ausfahrten dazu braucht! Bestimmen Sie schon bei der Jahresplanung, in wie vielen Kindergottesdiensten idealerweise Männer mitgestalten sollen. Gelingt es Ihnen so, die Männerquote zu erhöhen?
Auf dem Weg zu mehr Jungs in den Kindergottesdiensten
«Ich will nicht immer ausmalen», kann ein Junge zurecht sagen, und vielleicht ist es einer der Gründe, warum er nicht mehr in den Kindergottesdienst kommt …
Wenn ich auf die Vorschläge für die liturgisch-kreativen Kindergottesdienstelemente im «Wege zum Kind» schaue, dann muss ich selbstkritisch feststellen, dass wir unser Programm eher auf Mädchen ausrichten. Es wird gezeichnet, gebastelt, ausgeschnitten, geschrieben …
Der Artikel aus dem Weg zum Kinde 5/10 wurde von Pfr. Tobias Arni geschrieben
Buchhinweis
Das Buch von Erhard Reschke-Rank (Hg.), Wo bleiben denn die Jungs? Jungen und Männer im Kindergottesdienst, 2008, Neukirchener Verlagshaus, Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH, Neukirchen-Vluyn ist auch beim KiK-Verband zu bestellen
Ki-Verband
Chileweg 1, 8415 Berg am Irchel
Tel. 052 318 18 32 / Fax 052 318 21 14
E-Mail: sekretariat@kik-verband.ch |
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Peter Christinger, Eingabe; Arbeitsstelle Familien und Kinder,
03.08.2010 |
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Weiterführende Links:
Webseite des KiK-Verbandes
Fachzeitschrift Weg zum Kind Weiterführende Infos als Dateidownload:
Artikel als pdf aus dem Weg zum Kind (Originalfassung) |
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Übersicht im Bereich: Arbeitsstelle Familien und Kinder,
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