Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Synode - Wahlen, Zahlen und vier Säulen

Viele Synodale sitzen am kommenden Montag erstmals im Parlament der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen. Ihre ersten gewichtigen Geschäfte sind die Wahl des Synodalpräsidenten und eines Kirchenrates, die Rechnung 2009 sowie die Vorlage zur „geistlichen Begleitung von Kindern und Jugendlichen in der St.Galler Kirche“.
 
180 Mitglieder zählt die Synode, das Parlament der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen. 49 davon sind neu. Im Rahmen der Gesamterneuerungswahlen wurden sie vor wenigen Wochen durch ihre kommunalen Kirchbürger-Versammlungen gewählt. Anlässlich der Sommersession vom kommenden Montag, 28. Juni im Kantonsratssaal in St.Gallen vertreten sie nun erstmals ihre Gemeinden im kantonalen Kirchenparlament.

Urs Noser kandidiert
Gleich zu Sitzungsbeginn haben sie ihrerseits zu wählen: das Präsidium der Synode sowie den Kirchenrat. Für das – jeweils zwei Jahre amtierende – Parlamentspräsidium steht Karl Gabler, der bisherige Vizepräsident, zur Wahl. Gabler ist Präsident der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde St.Gallen Centrum und hat bereits Erfahrung im Leiten von Parlamenten. Im Jahre 2003 stand er dem St.Galler Stadtparlament vor. Als Vizepräsidentin der Synode portiert der Kirchenbezirk Toggenburg die 31-jährige Flawilerin Daniela Zillig-Klaus.
Sechs der sieben Kirchenrätinnen und -räte stellen sich für eine weitere Amtsdauer zur Verfügung. Aus der Exekutivbehörde verabschiedet sich einzig Margrit Eggenberger. Während elf Jahren sass die Grabserin im Rat, die letzten fünf Jahre als Vizepräsidentin. Ihr nachfolgen möchte Urs Noser. Der Kirchenbezirk Rheintal schlägt den Diakon aus Altstätten als Einerkandidatur vor.

Auf vier Säulen bauen
Mehr zu reden als die Wahlen gibt wohl der Bericht zur „geistlichen Begleitung von Kindern und Jugendlichen in der St.Galler Kirche“. Der Kirchenrat zeigt darin auf, wie Kinder und Jugendliche während ihres ganzen Aufwachsens durch die Kirche begleitet werden sollen. Dazu legt er ein Konzept vor, das auf die vier Säulen Feiern, Bilden, Begleiten und Erleben baut. Der ausgewogenen Förderung aller vier Säulen sowie der sorgfältigen Gestaltung von Übergängen – etwa vom Kind zum Jugendlichen – sei ganz besondere Beachtung zu schenken, betont der Kirchenrat. Mit der Umsetzung des Konzeptes würden beispielsweise Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klasse – anstelle der zweiten, ab 2012 wegfallenden Lektion Religionsunterricht – jährlich an vier bis fünf Erlebnistagen teilnehmen.
Ursprung des Berichtes war ein Postulat, das verlangte, im Hinblick auf die Konfirmation den Besuch einer bestimmten Zahl von Jugendgottesdiensten wieder obligatorisch zu erklären.

Leichter Überschuss
Schliesslich hat die Synode die Rechnung 2009 der St.Galler Kantonalkirche zu verabschieden. Diese schliesst bei einem Gesamtaufwand von knapp 23 Millionen mit einem Überschuss von rund 175 000 Franken ab. Die Erträge aus der Zentralsteuer von 3,1 Steuerprozenten fielen mit 7,8 Millionen knapp 700 000 Franken höher aus als budgetiert. Gesamthaft sei die Rechnung 2009 besser ausgefallen als erwartet, schreibt der Kirchenrat in seinem Kommentar, doch rechne er in den kommenden Jahren mit einem Rückgang auf der Einnahmeseite. Gründe dafür sind Änderungen im Steuergesetz, Kirchenaustritte sowie die verzögert spürbaren Auswirkungen der Wirtschaftskrise. kid/Ack

Die Synode ist öffentlich. Sie beginnt am kommenden Montag, 28. Juni, um 8.30 Uhr mit einem Gottesdienst in der St.Galler Stadtkirche St. Laurenzen. Die Verhandlungen finden ab 10 Uhr im Saal des Kantonsrates in St.Gallen statt.
 
Andreas Ackermann; Arbeitsstelle Kommunikation,
24.06.2010

 
 
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