|
|
 |
|
|
|
|
 |
User heute: 304 Seit 2.4.06: 1249436 User online: 7 Statistik
|
|
|
|
|
 |
|
 |
 |
Eine Kirchgemeinde ist (k)ein Unternehmen

|
 |
 |
Diskussion statt Traktanden, Reflexion statt Abstimmungen: Am letzten Montag traf sich das Parlament der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen in Rapperswil-Jona zur Aussprachsynode zum Thema „Mitarbeiterförderung und Gemeindeentwicklung“. |
 |
 |
|
 |
 |
„Mitarbeitende sollen wollen, können und dürfen“, sagt Werner Krüsi, CEO der Fisba Optik und Präsident der Kirchgemeinde Balgach. Oder anders ausgedrückt: Gute Mitarbeitende möchten Leistung erbringen, verfügen über Fachkompetenz und erhalten im Gegenzug von ihren Vorgesetzen das nötige Vertrauen und die nötigen Ressourcen. Dann entstehe etwas Gutes, ist Krüsi überzeugt. Dies gelte sowohl für die rund 380 Angestellten des von ihm geleiteten St.Galler Optik-Unternehmens als auch die Mitarbeitenden der Kirchgemeinde. Denn so unterschiedlich sei das Führen eines Unternehmens und einer Kirchgemeinde nicht.
Arbeit wertschätzen
Wo doch Unterschiede zwischen einer Firma und einer Kirche bestehen, wie Kirchgemeinden entwickelt und Mitarbeitende derselben gefördert werden können, darüber machten sich die Synodalen der Evangelisch-reformierten Kirche des Kantons St.Gallen am vergangenen Montag Gedanken. Zum Thema „Gemeindeentwicklung und Mitarbeiterförderung – Chancen und Nutzen einer gezielten, visionären Entwicklung vor Ort“ trafen sich die Mitglieder des St.Galler Kirchparlamentes zu ihrer – alle zwei Jahre stattfindenden – Aussprachsynode im Evangelischen Kirchenzentrum in Jona.
Im Unterschied zu Unternehmen zählten Kirchgemeinden auf zahlreiche freiwillige Mitarbeitende, gab ein Kirchenparlamentarier an einem Workshop zu bedenken. Natürlich gebe es zwischen Freiwilligen- und Erwerbsarbeit einige Differenzen, bestätigte Werner Krüsi. Doch Freiwillige seien in ihrer Tätigkeit entsprechend zu begleiten wie Erwerbstätige. So sei es überall wichtig, dass man die richtigen Leute am richtigen Ort einsetze, ihnen Wertschätzung entgegenbringe und darauf achte, dass alle am gleichen Strick zögen. „Auch freiwillige Mitarbeitende sollten beispielsweise die Möglichkeit haben, sich weiterzubilden oder am Schluss ihrer Tätigkeit ein Arbeitszeugnis erhalten.“
Spirituelle Wende
„Eine Kirchgemeinde ist ein Unternehmen“, sagte auch Pfarrer Markus Anker, Seelsorger an der Universität St.Gallen, in seinem Referat. „Nicht nur.“ Eine Kirchgemeinde sei auch eine öffentlich-rechtliche Institution und eine Glaubensgemeinschaft. In den vergangenen Jahren hätten die Kirchgemeinden ihren Fokus stark auf die ökonomischen Eckwerte gelegt. „Unseren Selbstwert definierten wir über unsere Nützlichkeit.“ Die Schwierigkeit dabei: Nach christlichem Verständnis erbringen nicht wir, sondern Gott die Leistung. Anker plädierte daher für eine spirituelle Wende. Zur Arbeit gehöre das Gebet, zu einer irdischen Kirche gehöre eine geistliche. „Wir dürfen vor lauter Geschäftigkeit nicht vergessen, warum wir all das tun. Denn glaubwürdig sind wir kaum, wenn wir so tun, als gebe es keinen Gott“.
Ähnliche Beobachtungen hat auch Roger Keller gemacht. Keller ist bei der freikirchlichen Bewegung „Vineyard“ für die Entwicklung von Gemeinschaften zuständig. „Wenn es mit dem Aufbau einer Gruppe nicht klappte, lag das an zu wenig innerer Klarheit, an zu wenig Support und zu wenig Aussenausrichtung“. Als Erfolgsfaktor für lebendige Gruppen nannte er die Energie. „Dort wo viel positive Energie herrscht, da sind die Menschen gerne“.
Anliegen umsetzen
Schliesslich war es an den Kirchenparlamentarierinnen und -parlamentariern an ihrer eigenen Kirche zu bauen. In mehreren Runden – einem sogenannten Worldcafé – diskutierten sie das Gehörte, verglichen mit der eigenen Gemeinde, wägten ab und hielten Ergebnisse und Anliegen auf dem papierenen Tischtuch fest. Die wichtigsten davon übergaben sie dann in Form einer bunten Kirche dem Kirchenrat. In den kommenden Monaten ist es dann an der Kirchenleitung, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen und wichtige Anliegen umzusetzen.
Bildlegende: Im Gespräch über die eigene Gemeinde: Synodale an der Aussprachesynode im evangelischen Kirchenzentrum Jona.
Bild: Paul Baumann |
 |
 |
|
 |
 |
Andreas Ackermann; Arbeitsstelle Kommunikation,
28.04.2010 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
 |
 |
zurück
zur
Übersicht im Bereich: Arbeitsstelle Kommunikation,
|
 |
 |
|
 |
|
|
|