Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons St. Gallen
 

Nähe und Distanz thematisiert



 
Sexuelle Ausbeutung ist seit Jahren ein Thema der Prävention Im Rahmen der ökumenischen Jugendleiterinnen und Jugendleierabende 2010 luden die Arbeitsstellen für Jugendarbeit zum diesjährigen Themenabend für Jugendarbeit mit dem Titel „Liebe, Flirt oder…?“
 
Liebesgefühle sind die natürlichste Sache der Welt, auch in der Jugendarbeit. Doch wie kann man reagieren, wenn es zu heiklen Situationen kommt zwischen Kindern, Jugendlichen und Leitenden? Wie zeigt sich sexueller Missbrauch im Verhalten der Opfer und Täter? Diesen und ähnlichen aktuellen Fragen gingen Leiterinnen und Leiter der Jubla, der Pfadi, Cevi sowie Mitleitende aus Kirchengemeinden und der offenen Jugendarbeit auf die Spur. In diesem Jahr fanden die Abende in Herrbrugg, Gossau und Uznach unter dem Titel „Liebe, Flirt oder?“ statt. Besucht wurden diese durch 80 Telinehmende.

Das Thema ist aktueller denn je: Umgang mit Grenzverletzungen und Ausbeutung ist momentan überall in den Schlagzeilen. Organisiert wurde dieser Abend von der Animationsstelle für kirchliche Jugendarbeit (akj), der Regiostelle Evangelische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (rekj) sowie der Arbeitsstelle für Jugendfragen (AJ).

„Die Themenabende sind beliebt, weil sie jeweils einen interessanten Erfahrungsaustausch ermöglichen und den Leitenden viele nützliche Informationen zur Verfügung gestellt werden“, weiss Roger Scherrer von der akj Uznach.

Mira – Schau hin
Für die Durchführung der Abende wurden Fachpersonen von der nationalen Non Profit Organisation Mira beauftragt. Die Beratungsstelle unterstützt Freizeitvereine, die sich über Prävention sexueller Ausbeutung und Grenzverletzungen informieren wollen. „Mira bedeutet „schau hin“, und das ist genau der Punkt, für welchen man die Jugendlichen bei ihrer Arbeit sensibilisieren will“, wie Referent Urs Urech erklärt.

Die Teilnehmer wurden zuerst aufgefordert, jeder für sich seinen Körper zu zeichnen und mit Farben abzugrenzen wo, von wem und zu welchem Zeitpunkt er gerne berührt wird, und wo es eine Grenzverletzung darstellen würde. „Grenzverletzungen passieren unbewusst und kommen häufig vor“, erklärt Urech. Bei Missbrauch oder Ausbeutung würden Grenzen bewusst und meist über längere Zeit überschritten. Er thematisierte gute wie schlechte Körperkontakte, und dass Belästigungen auch verbal oder durch Blicke geschehen können.

Anschliessend wurden neben theoretischen und psychologischen Aspekten auch in Kleingruppen Fallbeispiele diskutiert. Einen Verdacht ernst zu nehmen und dem Kind glauben zu schenken ist in der Praxis sehr wichtig. Prävention können die Leitenden leisten, indem sie das Thema Grenzverletzung und Missbrauch in ihren Teams besprechen und so eine wichtige Signalwirkung senden. Falls es zu einem Ernstfall kommen würde, steht die Beratungsstelle Mira zur Verfügung, in welcher die Jugendverbände auch Mitglieder sind.
 
Peter Christinger; Arbeitsstelle Jugendfragen,
26.03.2010

 
Weiterführende Links:
 Verein mira
 Gewährleistung des Persönlichkeitsschutzes in der Evang.-ref. Kirche
 

 
 
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